Motorsport

In der „Grünen Hölle“ zuhause

Auf dem Nürburgring startet der Schwelmer, hier in seinem letztjährigen Fahrzeug, in der Langstreckenserie VLN.

Auf dem Nürburgring startet der Schwelmer, hier in seinem letztjährigen Fahrzeug, in der Langstreckenserie VLN.

Foto: 1vier communication

Schwelm.   Der Schwelmer Niklas Steinhaus ist Motorsportler durch und durch – und das bereits seit Kindheitstagen.

Manchmal sucht man sich seine Leidenschaft nicht aus, in manchen Fällen findet sie einen. Wie beispielsweise bei dem Schwelmer Niklas Steinhaus, der im Motorsport seine große Passion gefunden hat.

„Man geht zum Rennplatz und riecht das, die Kulisse allein zieht mich einfach an“, beschreibt Steinhaus den Ursprung seiner Begeisterung. Dieser geht er in der Tourenwagenserie VLN nach, einer Rennserie die in verschiedene Klassen eingeteilt ist und mit kaum modifizierten Wagen auf dem Nürburgring stattfindet. Mit sieben Jahren findet er zum Motorsport, damals nimmt ihn sein Vater mit. Dieser schraubt an Autos, die Liebe zum Motorsport wird ihm quasi mit in die Wiege gelegt. Kaum macht er seinen Führerschein, belegt er zusammen mit seinem Vater die Lizenz, um Tourenwagen zu fahren. Denn Steinhaus, der gebürtig aus Wermelskirchen kommt, verspürt zusammen mit seinem Vater die Anziehungskraft eines besonderen Mekka des Rennsports. Die Nordschleife, eben dieser Abschnitt der Rennstrecke am Nürburgring, der als „grüne Hölle“ Motorsportlern in der ganzen Welt bekannt ist.

Sein Ehrgeiz und Anspruch gehen dabei allerdings weit über die reine Teilnahme an Rennen auf der berüchtigten Schleife hinaus. „Hauptsache dabei – das war beim ersten Mal, jetzt will ich schon jedes Mal in einem Auto sitzen, dass siegfähig ist“, beschreibt der 30 Jahre alte Ingenieur für Fahrzeugtechnik. Grund dafür ist natürlich auch der Punkt Geld. Denn Motorsport, so wie ihn Steinhaus betreibt, ist ein ziemlich kostenintensives Hobby. Man braucht Partner, sprich Sponsoren, die eine Affinität zum Motorsport besitzen. „Ohne geht es nicht“, weiß er, und am besten finden sich eben diese Partner, wenn man erfolgreich ist.

Wenn man wie Steinhaus auf kurz oder lang in der GT3-Serie starten will, kommt man nur mit seinem Ersparten nicht besonders weit, denn dort kostet die Teilnahme an einem Rennen schon mal gut und gerne 15.000 Euro. „Um weiter zu kommen, brauch man starke Partner“, so Steinhaus. Aktuell fährt er in der GT4-Europaserie, wo er bei diversen Starts in der Langstreckenserie bereits fünf Klassensiege einfahren konnte.

Rennsimulator selbst gebaut

Vor allem die eigene Begeisterung und sein Ehrgeiz treiben ihn an, deshalb investiert er selbst während des Urlaubs Zeit und Energie in seine körperlichen Voraussetzungen. „Eine gute Fitness ist sehr wichtig. Wenn man drei Stunden immer am Limit fährt, kann man sich keine Konzentrationsschwächen erlauben“, sagt Steinhaus. Neben der vielen Zeit die er im Fitnessstudio verbringt, um physisch auf der Höhe zu sein, dürfen natürlich auch die gefahrenen Kilometer nicht zu kurz kommen. Um dabei mehr oder minder kostenneutral trainieren zu können, hat er sich einen Simulator zugelegt, drei bis vier Stunden verbringt an diesem. „In diesem Bereich hat sich sehr viel getan, das ist eine sehr gute Alternative zu den teuren Kilometern auf der Piste“, erläutert der Motorsportler. Den Simulator hat er selbst gebaut, dabei kommt ihm sein Beruf natürlich zu Gute.

An reinen Rennkilometern kommt er laut Aussage auf knapp 2000 Runden auf der Nordschleife – das bedeutet bei einer Streckenlänge von 25 Kilometern knapp 50.000 Kilometern auf dem Nürburgring. Wenn es nach Steinhaus geht, kommen in diesem Jahr wieder einige hinzu, auch wenn er aktuell noch nicht genau weiß, in welchem Auto er sitzen wird. „Bis Ende Januar wird es da eine Entscheidung geben“, kündigt er an. Dann wird es auch langsam Zeit, denn die neue Saison beginnt Mitte März. Doch bei der Leidenschaft und dem Ehrgeiz von Steinhaus brauch man sich wohl keine Sorgen machen, dass er bis dahin noch kein Cockpit gefunden hat.

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