Fußball-Oberliga

Für TuS Ennepetal fallen zwei Spiele aus

Es ist die Zeit vieler Sorgen für Trainer Alexander Thamm. Nicht der fußballerischen Situation wegen. Vielmehr, weil die aktuelle Lage um die Corona-Pandemie für viele Einschränkungen sorgt. So fallen am Sonntag und Freitag die Spiele des TuS aus.

Es ist die Zeit vieler Sorgen für Trainer Alexander Thamm. Nicht der fußballerischen Situation wegen. Vielmehr, weil die aktuelle Lage um die Corona-Pandemie für viele Einschränkungen sorgt. So fallen am Sonntag und Freitag die Spiele des TuS aus.

Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal.  Der Ball rollt nicht mehr im Bremenstadion. Oberligist TuS Ennepetal muss wegen Corona zwei Spiele absagen. Betroffen ist auch die Reserve.

Jetzt hat Corona auch den TuS Ennepetal erwischt – sowohl den Oberligisten als auch den Kreisligisten. Die Spiele beider Mannschaften werden abgesetzt – in der Oberliga gegen den TuS Erndtebrück, in der Kreisliga gegen die SpVg Linderhausen. Im Umfeld der ersten Mannschaft hat es einen positiven Test ergeben. Nach Gesprächen mit den Staffelleitungen ist es auch offiziell, dass beide Mannschaften aus dem Bremenstadion am Sonntag nicht spielen werden.

Training läuft parallel

Im Umfeld der ersten Garnitur wurde eine Person positiv getestet. Wen dieser Corona-Test betroffen hat, darüber schweigen die Verantwortlichen der Klutertstädter. „Einige Spieler sind mit der Person in Kontakt geraten, so dass wir einige Quarantänefälle haben“, sagt Sprecher Marc Schulte. Dass auch die Kreisliga-Reserve betroffen sei, sei insofern nur folgerichtig, da der Trainingsbetrieb beider Mannschaften im Bremenstadion parallel laufe, so Schulte weiter.

Aber auch sonntags, wenn Spieler aus dem Trainingskader der Oberligamannschaft in der Kreisliga eingesetzt werden, gibt es immer wieder Kontakte. „Das Gesundheitsamt schätzt die Infektionsgefahr hier zwar deutlich geringer ein“, so Ennepetals Sportlicher Leiter Thomas Riedel, „trotzdem kann sie nicht ausgeschlossen werden. Zumal auch am vergangenen Sonntag im Spiel gegen BW Voerde II Spieler aus dem Oberligakader eingesetzt wurden, die möglicherweise betroffen sind. Deshalb wurde uns auch hier empfohlen, zunächst auf den Trainings- und Spielbetrieb zu verzichten.”

Kein Spiel am Freitag in Meinerzhagen

Doch die Maßnahmen betreffen nicht nur das anstehende Wochenende beziehungsweise den anstehenden Sonntag. Es geht um eine Woche länger, dass die Ennepetaler Kicker aussetzen. „Nach Rücksprache und auf Empfehlung des Gesundheitsamtes haben wir die komplette Mannschaft für 14 Tage in Quarantäne geschickt”, so Riedel. Also fällt nicht nur die sonntägliche Partie gegen Erndtebrück flach, auch die für kommenden Freitag angesetzte Partie beim RSV Meinerzhagen ist mittlerweile offiziell abgesagt. Die Kreisliga-Reserve ist am folgenden Sonntag ohnehin spielfrei.

Trainer Alexander Thamm zeigt sich geschockt über das Miteinander der verschiedenen Gesundheitsämter. „Ich hätte nicht gedacht, dass diese Ämter so schlecht vernetzt sind und sie mit so schlechter Computer-Software ausgestattet sind“, greift Thamm einen Aspekt auf. Gleichwohl hält er die Gesundheit seiner Spieler für wichtig. Sehr wichtig. „In erster Linie gilt die Sorge der Gesundheit“, betont Thamm. „Es ärgert mich, dass Gesundheit, aber auch unsere Wirtschaft von der Dummheit einiger arglosen Menschen, die sich nicht an den Corona-Vorgaben halten, bedroht werden.“ Dass er und seine Truppe dem Hobby Fußball nicht mehr nachgehen können, sei nur nebenbei bemerkt.

Richtig Bock auf Fußball nach der Pause

Dabei hatte der Oberligist „schon richtig Bock, gegen Erndtebrück zu spielen“, so Trainer Alexander Thamm. Ein Grund war der spielfreie Sonntag, der den Spielern offensichtlich richtig gut getan hatte. „Den Kopf frei bekommen. Aber auch die Beine“, so Thamm. „Schließlich hatten wir vorher ein anstrengendes Programm mit fünf Spielen in zwei Wochen.“ Da kam der Break für den Oberligisten aus der Klutertstadt gerade recht. Kein Fußball, auch keine Beobachtung des Gegners Erndtebrück, der gegen Sprockhövel mit 1:4 verlor. Thamm: „Einfach die Seele baumeln lassen.“

Außerdem galt es für die Ennepetaler, die Köpfe frei zu bekommen. Schließlich setzte es in den beiden jüngsten Meisterschaftsspielen Niederlagen – das 2:3 gegen Aufsteiger Clarholz, das 1:2 gegen Regionalliga-Absteiger Haltern. Neben der physischen war es somit auch durchaus eine psychische Belastung. „Das freie Wochenende war auch gut, um Anlauf für die weiteren Spiele in diesem Jahr bis Dezember zu nehmen“, so Alexander Thamm zum einen. Zum anderen aber auch: „Angesichts der aktuellen Entwicklung kann es ja durchaus sein, dass wir in diesem Jahr keinen Fußball mehr spielen können.“ Thamm weiß um die möglichen Einschränkungen, die die Corona-Pandemie diktieren kann. Um die Ausfälle von Begegnungen wegen Corona weiß der SV Schermbeck ein Lied zu singen. Die Termine für Nachholspiele sind nicht unendlich.

Keine „Spionage“ am Wochenende

Was er und seine Spieler mit dem freien Wochenende anfangen, ist zum einen durch die Quarantäne bestimmt, zum anderen auch noch ungewiss. Ungewiss, ob Alexander Thamm das eine oder andere Spiel besuchen wird. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mir das eine oder andere Spiel anschauen werde“, so der Ennepetaler Trainer. Ich weiß aber nicht, ob es tatsächlich in der Oberliga sein wird. Vielleicht wird es auch die Westfalenliga oder die Landesliga.“ Thamm schließt jedenfalls aus, den freien Sonntag zur „Spionage“ zu nutzen. „Das bringt ja nichts“, erläutert Thamm. „Zum einen weiß ich derzeit nicht, welche unsere künftigen Gegner der nahen Zukunft am Wochenende auch tatsächlich spielen werden.“ Und eine Beobachtung einer Mannschaft weit vor dem Duell gegen Ennepetal bringe nichts.

Auch ist unklar, inwieweit Thamm seine Spieler zum Training ins Bremenstadion bitten wird. „Das hängt von vielen Faktoren ab“, so Thamm. „Wir können die Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf uns nicht wirklich beeinflussen. Wir können nur abwarten.“ Und auch Marc Schulte sieht die Zukunft eher pessimistisch, was den heimischen Fußball angeht. Indes fasst er den Zeitraum kürzer: „Ich glaube nicht, dass wir im November komplette Spieltage haben werden.“

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