Kraftsport

Es geht immer vorwärts

Der Ennepetaler Strongman Dennis Biesenbach bei einem Truckpulling-Wettbewerb.

Der Ennepetaler Strongman Dennis Biesenbach bei einem Truckpulling-Wettbewerb.

Foto: Privat

Ennepetal/Haiming.   Bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften möchte der 27-jährige Dennis Biesenbach aus Ennepetal ganz vorne angreifen.

Der Himmel zwischen den großen Bergen ist grau, die Wolken über dem kleinen Örtchen Haiming in Österreich hängen tief. Unten am Boden bewegen sich LKW über einen Parkplatz, nichts unauffälliges auf den ersten Blick. Erst wer sich die Szenerie genauer anschaut, reibt sich verwundert die Augen – denn die Motoren der orangenen Lastkraftwagen sind aus. Dass sich der 18,2 Tonnen schwere Koloss dennoch bewegt, liegt an Dennis Biesenbach aus Ennepetal. Der stärkste Mann Nordrhein-Westfalens zieht den LKW mit seiner unbändigen Kraft 25 Meter weit. Er macht das gut. So gut, dass er sich am Ende über einen zweiten Platz freuen darf.

Intensive Vorbereitung

Es ist schon eine Welt für sich, diese Strongman-Szene. Menschen kommen da zusammen, die von anderen Sportlern belächelt werden, weil auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, welch enorme Energie in ihnen steckt. Dennis Biesenbach ist einer von ihnen, der fünftstärkste in Deutschland.

Das soll allerdings nicht so bleiben, bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften möchte der 27-Jährige ganz vorne angreifen. Entsprechend intensiv ist die Vorbereitung derzeit für ihn. „Ich trainiere vier bis fünf Mal in der Woche“, sagt er. Wer ihm in den sozialen Medien folgt, sieht, wie intensiv er das macht. Da werden Holzstämme über Mauern geworfen oder Koffer mit mehreren hundert Kilo Inhalt durch die Gegend geschleppt.

Im Training den Löschzug gezogen

Um für den Wettbewerb in Tirol gewappnet zu sein, durfte Biesenbach bei der Feuerwehr in Wuppertal-Ronsdorf trainieren. Dort zog er Löschzüge hinter sich her. „Einmal“, so erinnert er sich an einen Trainingstag im vergangenen Jahr, „da mussten die Feuerwehrmänner ausrücken, als ich gerade mit ihrem Fahrzeug trainiert habe.“ Schnell löste er die Gurte um seinen Oberkörper und stand dem Einsatz nicht im Wege. „Ich bin der Feuerwehr sehr dankbar, dass sie mir diese Möglichkeit gibt“, sagt er. Ein besonderer Sport wie der von Dennis Biesenbach benötigt eben auch besondere Trainingsmethoden.

Alles dient der Vorbereitung auf die Qualifikation Ende Juni im bayrischen Kolbermoor, schließlich möchte Biesenbach auch in diesem Jahr wieder nach Bad Tölz. Dort war er in den vergangenen Jahren bei der Deutschen Meisterschaft jeweils Fünfter geworden. „Ich bin aktuell gut in Form und fühle mich besser als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt“, sagt er.

Normalerweise trainiert er in Wuppertal, einmal die Woche macht er sich aber auch auf den Weg nach Siegen. Dort trifft er auf seinen langjährigen Mentor Julian Groth. „Er hat mich mit aufgebaut“, beschreibt Biesenbach die Beziehung zu dem Strongman, der sich trotz seines gehobenen Alters immer noch auf einem ähnlichen Niveau wie der Ennepetaler bewegt. Aber eben nicht mehr ganz, denn Biesenbachs Fortschritte sind unübersehbar.

Top drei in Deutschland als Ziel

In Haiming war nur einer der insgesamt 20 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Griechenland besser als er. Lokalmatador Udo Carpentari zog den LKW über die 25 Meter ziemlich genau eine halbe Sekunde schneller als Biesenbach. „Der Mann ist eine echte Referenz im Truckpulling“, sagt der starke Ennepetaler, der sich selbst auch gerne „Beazy“ nennt – die Nähe zu seinem Nachnamen und dem Begriff Biest ist kein Zufall. 26,3 Sekunden benötigt „Beazy“, um den LKW zu bewegen, also fast genau einen Meter pro Sekunde.

Doch damit nicht genug. Er will mehr, er will nach ganz oben. Im September steht für ihn der Vergleich mit den stärksten Menschen des Kontinents an. Im vergangenen Jahr wurde er bei seiner ersten Teilnahme an der Strongman Champions League Siebter. Doch zuvor will er erst wieder nach Bad Tölz zu den Deutschen Meisterschaften. „Da will ich die Top drei angreifen“, sagt er. Er kennt eben nur einen Weg – nach vorne.

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