Fußball

Eine Rückrunde zum Wegschauen

Bei einem Freistoß der Gütersloher wirkt die Mauer des TuS Ennepetal nicht gut aufeinander abgestimmt.

Bei einem Freistoß der Gütersloher wirkt die Mauer des TuS Ennepetal nicht gut aufeinander abgestimmt.

Foto: MiSch

Ennepetal.   Zum Abschied vom heimischen Publikum unterliegt der Oberligist TuS Ennepetal mit 1:3 gegen Gütersloh und bleibt bei einem Sieg in der Rückrunde.

Der Eindruck trügt nicht. Etwas mehr als einen Monat ist der Fußball-Oberligist TuS Ennepetal ohne Sieg, auch im letzten Heimspiel der Saison sollte keiner gelingen. Gegen den FC Gütersloh setzte es eine 1:3 (0:0)-Niederlage. Durch die vierte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen rutschen die Ennepetaler in der Tabelle einen Spieltag vor dem Saisonende auf den zwölften Platz ab.

Trainer und Mannschaft wirkten schon arg enttäuscht nach der Partie gegen die Ostwestfalen. „Wir haben eigentlich gar nicht verkehrt gespielt“, sagt Kapitän Abdulah El Youbari. Doch für Zählbares sollte es am Ende dennoch nicht reichen – was vor allem daran lag, dass die Spieler von Alexander Thamm in den wichtigen Situationen vor dem 1:1 und dem 1:2 der Gütersloher nicht so richtig in die entscheidenden Zweikämpfe gingen. Und so durfte sich der TuS nur wenige Sekunden über die Führung des neun Minuten zuvor eingewechselten Nils Nettersheim freuen.

Der Stürmer profitierte dabei von einem Lapsus des Gästetorwarts Berkay Yilmaz, der einen strammen Schuss von Nettersheim nicht verarbeiten konnte. Allerdings war der Ball durch den Regen während des Spiels auch sehr glatt und auch durch die Feldspieler nicht leicht zu kontrollieren.

Rot für Lahchaychi

Die Freude über den Führungstreffer währte nur kurz, fast im direkten Gegenzug kassierte der TuS den Ausgleich durch Aygün. Aus 14 Metern konnte der Gütersloher fast unbedrängt vollenden. Anschließend begegneten sich die Teams wieder wie vor den beiden Treffern auf Augenhöhe. Erst als die Ennepetaler es bei einem Angriff über die linke Angriffsseite der Ostwestfalen nicht verstanden, den Vorstoß zu unterbrechen, kam der Gast zur Führung. Nico Bartling vollstreckte aus knapp zehn Metern zur Führung des FCG fünf Minuten vor dem Spielende.

Die Schlussoffensive des TuS war dann zwar druckvoll, ein Treffer sollte ihnen aber nicht mehr gelingen. Als die Gastgeber bei einem Standard dann Torwart Marvin Weusthoff mit nach vorne nahmen, wurden die Ennepetaler nach Ballverlust ausgekontert und kassierten den Treffer zum 1:3 durch Mergim Deljiu in der Nachspielzeit.

Unschöne Szenen mit Konsequenzen sollte es dann nach dem Abpfiff geben. Ennepetals Ibrahim Lahchaychi sah nach einem Handgemenge die Rote Karte. Der Offensivspieler wurde zuvor mehrfach von Gütersloher Spielern schwer beleidigt worden. „Seine Mutter wurde unter anderem beleidigt“, berichtet Kapitän El Youbari von den unnötigen Momenten nach Spielende. Damit dürfte Lahchaychi beim Saisonabschluss am Sonntag in Ahlen fehlen.

El Youbari kann Frust verstehen

„Wir werden dann noch einmal alles in die Waagschale werfen. Woran es im Moment liegt, kann ich nicht so genau sagen“, sagt ein sehr geknickter TuS-Kapitän. Nach 34 Punkten in der Hinserie konnten die Ennepetaler in der Rückrunde gerade einmal sieben Punkte einfahren. Kein Wunder also, das Alexander Thamm kein Gesprächsbedarf hatte nach der Partie. „Was soll er auch sagen. Es ist ja jede Woche dasselbe“, kann El Youbari den Frust seines Trainers nach der erneuten Niederlage nachvollziehen.

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