Mädchen-Fußball

Die verdiente Feier bleibt verwehrt

Geschlossen stehen die Mädchen vom FFC Ennepetal bei der Begrüßung vor dem Spiel.

Geschlossen stehen die Mädchen vom FFC Ennepetal bei der Begrüßung vor dem Spiel.

Foto: Fabian Vogel

Ennepetal.   Die D-Juniorinnen des FFC Ennepetal werden am Sonntag für eine fabelhafte Saison geehrt – doch mehrere Spielerinnen müssen zur Kreisauswahl.

Wenn Sven Pieper am Sonntag zum Kunstrasenplatz am Reichenbach-Gymnasium kommt, wird der Staffelleiter der D-Junioren-Kreisliga nicht alle Spielerinnen des dominierenden Teams antreffen. Pieper kommt extra aus Hagen angereist während gleich mehrere Spielerinnen des FFC Ennepetal den umgekehrten Weg machen – denn sie müssen für die Kreisauswahl antreten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Pauli Daus vom FFC mit dieser Konstellation auseinandersetzen muss. Immer wieder kommt es vor, dass sich die Termine der Auswahlmannschaft mit den Terminen des Vereins überschneiden. Das ist normal und teilweise auch unumgänglich. Die Vereine können ihre Spiele dann verlegen, der betroffene Gegner muss dieser Verlegung zustimmen. „Dieses Mal haben wir aber schon einiges vorbereitet für eine kleine Feier im Anschluss, so dass wir nicht gewillt waren zu verlegen“, ärgert sich Daus.

Sein Brass ist verständlich. Da macht sich extra ein Vertreter des Kreises auf den Weg um das mit Abstand beste Team dieser Liga zu ehren, um dann die besten Spielerinnen dieser Mannschaft gar nicht anzutreffen. Daus tut es vor allem für die betroffenen Mädchen Leid.

Fünf Spielerinnen müssen zum Kreis

Zum anderen hat er auch Sorge, dass das Team das bis jetzt in 24 Spielen jedes Mal den Platz als Sieger verließ, seine beeindruckende Bilanz am Sonntag versaut. „Das wäre wirklich schade, denn die Mädchen haben eine tolle Saison gespielt“, so Daus. Gleich fünf Spielerinnen werden am Sonntag bei der Kreisauswahl zugegen sein. Erscheinen sie nicht und bleiben beim Spiel ihrer Vereinsmannschaft, droht dem FFC Ärger mit dem Kreis. Denn an Tagen, an denen Spielerinnen für die Kreisauswahl abgestellt werden müssen, dürfen diese auch nicht in ihrem Verein auflaufen.

Eine Verlegung wurde dem Verein nahe gelegt, allein der Wille zur Umsetzung fehlte den Ennepetalerinnen dieses Mal. Was auch eine Frage der Wertschätzung ist, schließlich feiert es sich an einem freien Sonntag besser als an einem Tag unter der Woche. „Genauso sieht es aus“, sagt Daus. Und so wird eine Hand voll Spielerinnen fehlen, wenn sie eigentlich für ihre großartige Saisonleistung geehrt werden sollen. Einige dieser Spielerinnen sind erst im vergangenen Winter zum FFC gestoßen. „Abgeworben“, so sagt Daus aber schnell hinterher, „haben wir keine davon.“ Aus freien Stücken schlossen sich Spielerinnen aus Gevelsberg und Haspe an.

Besondere Maßnahmen zum 100.Tor

Die Leistung des gesamten Teams ist wirklich beachtlich. In 24 Spielen gab es 24 Siege, die Bilanz von 158:13 Toren zeugt von großer Überlegenheit. Diese ist so groß, dass die jungen Fußballerinnen in den Spielen auch mal verrückte Dinge ausprobieren können. Als es im Spiel gegen den SV Berghofen darum ging, das 100. Saisontor zu erzielen, überließ die Mannschaft dieses der Torfrau – zumindest wurde sie extra für diesen Auftritt aus dem Tor auf das Feld beordert.

Das Tor schoss letztendlich dann doch eine andere Spielerin. Die Freude darüber war aber nicht getrübt. Ganz anders ist das vor der Ehrung durch den Kreis am bevorstehenden Sonntag.

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