Handball

„Das kam für mich sehr überraschend“

Hans-Peter Müller wird nicht Trainer des Handball-Drittligisten SGSH Dragons.

Hans-Peter Müller wird nicht Trainer des Handball-Drittligisten SGSH Dragons.

Foto: mustografie / WP

Gevelsberg.Am Ende ging alles sehr schnell, so überraschend die Meldung auch kam. Der Spitzenreiter und amtierende Vizemeister der 3. Handball-Liga Nordwest SG Schalksmühle-Halver trennt sich von dem in den vergangenen Jahren sehr erfolgreichen Trainer Stefan Neff. Für ihn übernimmt mit Matthias Reckzeh der bisherige Torwart-Trainer. In der Funktion des Co-Trainers bleibt der Gevelsberger Hans-Peter Müller. Der ehemalige Trainer der RE Schwelm und der HSG Gevelsberg/Silschede tut sich mit seiner Rolle in dem überraschenden Trainerwechsel schwer, schließlich ist er mit Stefan Neff sehr gut befreundet. Wie es zu der Entlassung kam und wie es ihm damit geht, verrät in Gevelsberg wohnhafte Müller im Gespräch.


Nach dem überraschenden Entlassung von Stefan Neff bleiben Sie den SGSH Dragons als Co-Trainer erhalten. Wie haben Sie die Entlassung ihres langjährigen Weggefährten wahrgenommen?
Hans-Peter Müller:
Das kam für mich und Stefan sehr überraschend, damit haben wir nicht gerechnet. Der Saisonstart und die aktuelle Platzierung sprechen sich eigentlich für sich, genauso wie die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Ich bin sehr traurig, zukünftig nicht mehr mit meinem Freund Stefan Neff zusammen arbeiten zu können.


Sie kennen Neff schon seit langen Jahren. Nun kam der Vorwurf von unüberbrückbaren Differenzen auf, weshalb sich der Verein vom Trainer getrennt hat. Haben Sie diese Differenzen auch wahrgenommen?
Nein, das habe ich nicht. Mehr kann und möchte ich dazu auch nicht sagen. Dass es hin und wieder auch einmal Differenzen mit einzelnen Spielern gibt, die unzufrieden sind, gehört dazu. Meine Zusammenarbeit mit Stefan war immer 1A, wir haben uns gegenseitig immer wieder etwas vom anderen abgeguckt. Genauso wie es eben bei einem Trainerduo sein soll.


Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Stefan Neff?
Wir sind uns immer wieder über den Weg gelaufen. Beispielsweise haben wir uns, als wir beide in einer Liga Teams betreut haben, gegenseitig Tipps gegeben und ausgetauscht. Da wurde beiden schnell klar, dass wir in einigen Bereichen die gleichen Ansichten haben. Also wollten wir auch mal gemeinsam was machen.


Nun werden Sie in der gerade erst begonnenen Saison in gleicher Funktion wie bisher weiter machen, nur ihr Partner hat sich geändert. Wie wird die Zusammenarbeit mit Matthias Reckzeh ablaufen?
Ich kenne die Arbeitsweise von Matthias jetzt noch nicht so gut, da werden wir uns in den kommenden Tagen zusammensetzen. Mit Stefan habe ich eigentlich jeden Tag gesprochen, wir haben Inhalte für das Training diskutiert und abgestimmt, uns auf den nächsten Gegner vorbereitet. Ich denke, dass es mit Matthias nun ähnlich ablaufen wird.


Mit drei Siegen ist die SGSH eigentlich sehr gut in die Spielzeit gestartet. Wie steht es um die Ambitionen des Vereins?
Die Tabelle sieht gut aus, das genießen wir alle gerade. Allerdings kommen die richtig schweren Gegner noch und dann wird die Tabelle auch geradegerückt und aussagekräftiger. Mit Mannschaften wie Hagen oder Wilhelmshaven können wir nicht mithalten, die trainieren zehn Mal in der Woche. Wir stehen nur vier Mal pro Woche in der Halle, also müssten diese Mannschaften ja schon sechs Mal besser sein als wir. Die Tabellenführung ist bis jetzt nur ein lustiges Beiwerk zu unseren guten Auftritten bisher.



In Schwelm kam es vor einigen Wochen wie auch jetzt in Schalksmühle zu einer überraschenden Trennung vom Trainer. Würden Sie dort einspringen, wenn Sie gefragt würden?
Schwelm ist mein Herzens-und Heimatverein, ich habe ja schließlich auch nie für einen anderen Verein aktiv gespielt. Ich werde dem Verein immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber es gab da bisher keine Gespräche und das kommt für mich auch derzeit nicht in Frage. Ich habe noch nie in meiner Laufbahn einen Vertrag gebrochen und das wird auch so bleiben. Wenn man mich fragt, ob ich irgendwie anders helfen kann, dann werde ich das auch tun.



Also bleibt es dabei, dass Sie auch in Zukunft nicht mehr als alleiniger Cheftrainer fungieren werden?
Man soll niemals nie sagen, aber aktuell fühle ich mich in Schalksmühle sauwohl. Dass die Spieler nach der Trennung von Stefan explizit den Wunsch geäußert haben, dass ich weiter machen soll, ehr mich sehr. Wenn man mich nicht irgendwann nicht mehr haben will, dann gehe ich von selbst. Aber das Gefühl habe ich nicht, ganz im Gegenteil bin ich über das Vertrauen sehr dankbar. Das Team hier ist was den Charakter angeht her Tabellenführer.


Wie lange möchten Sie denn noch als Handballtrainer arbeiten?
So lange es mir möglich ist. Die Zusammenarbeit mit jungen Menschen macht mir immer noch großen Spaß und hat mich immer jung gehalten. So lange wie ich noch spüre, dass ich den jungen Menschen was geben kann, werde ich auch noch weiter machen.

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