Basketball, ProB

Das Damoklesschwert schwebt über den EN Baskets Schwelm

Trainingsauftakt der EN Baskets Schwelm. Insgesamt bewertet Trainer Falk Möller die Vorbereitung als gut – wenngleich die Abwehr ihm noch Sorgen bereitet.

Trainingsauftakt der EN Baskets Schwelm. Insgesamt bewertet Trainer Falk Möller die Vorbereitung als gut – wenngleich die Abwehr ihm noch Sorgen bereitet.

Foto: Michael Scheuermann

Schwelm.  Die neue ProB-Saison beginnt mit weit weniger als den erlaubten 640 Zuschauern. Der Verein ist bereit, doch die Corona-Zahlen im Umkreis steigen.

Das lange Warten hat ein Ende. 223 Tage nachdem die EN Baskets Schwelm letztmals ein Basketball-Ligaspiel in der ProB bestritten haben, geht es am Samstag wieder los. Anfang der Woche hieß es noch, dass bis zu 640 Zuschauer am Wochenende in der Schwelm-Arena das Auftaktspiel gegen LOK Bernau verfolgen dürfen – es werden nun aber deutlich weniger sein. Trainer Falk Möller ist sich bewusst, dass ein Damoklesschwert über dem Verein schwebt.

Schwierige Begleitumstände

Am 8. März war die Welt aus Sicht der EN Baskets Schwelm noch in Ordnung. Damals feierten die Basketballer die Vize-Meisterschaft in der 2. Basketball-Bundesliga, ProB Nord. Im Kopf waren alle schon eine Woche weiter. Da sollte Ulm als Süd-Siebter zum ersten Playoff-Spiel anreisen. Doch es kam bekanntlich anders. Die Corona-Pandemie sorgte zunächst für eine Unterbrechung, später für eine Absage der Saison.

Corona bestimmt auch heute alles, natürlich ebenfalls die Vorbereitung auf die neue Basketball-Saison. „Unter den gegebenen Umständen war das in Ordnung“, sagt Möller daher über die vergangenen Wochen. Doch weil die schwierigen Begleitumstände wie verkürzte Trainingszeiten und ausgefallene Testspiele auch die gegnerischen Teams betroffen haben, sieht Möller hier keinen Nachteil für seine Mannschaft.

Defensive ist noch nicht sattelfest

In sportlicher Hinsicht ärgert er sich vielmehr darüber, dass die Defensive noch nicht so sattelfest steht, wie sich der Coach das wünschen würde. „Das wird sicher auch noch in den ersten Wochen unsere oberste Baustelle bleiben“, glaubt Möller, dem aber am wichtigsten ist, dass die Mannschaft ihre Top-Form erreicht, wenn es in die Playoffs geht. „Das ist unser großes Ziel und da wollen wir unseren besten Basketball zeigen“, sagt er.

Die Generalprobe bei den White Wings Hanau, die die EN Baskets nach einem Neun-Punkte-Rückstand noch mit 69:62 gewannen, war in vielerlei Hinsicht ein Spiegelbild der positiven und negativen Aspekte dieser Vorbereitung. Aus Sicht des Trainers ließ die Mannschaft zu viele Punkte zu, spielte sich dafür aber in der Offensive viele gute Situationen heraus. Das gefiel Möller, auch wenn es im Abschluss etwas hakte.

Hollersbacher fällt noch einen Monat aus

Das Personal, das am kommenden Wochenende im ersten Saisonspiel gegen LOK Bernau am Samstag um 19.30 Uhr seinen besten Basketball zeigen soll, steht praktisch schon fest. Abgesehen von Sommer-Zugang Marco Hollersbacher, der nach einer Knie-Operation noch etwa einen Monat ausfallen wird, sind alle Spieler fit und bereit für das erste Spiel. Die Starting Five vom letzten Testspiel gegen Hanau, bestehend aus Montrael Scott, Nikita Khartchenkov, Milen Zahariev, Daniel Mayr und Anell Alexis, werden wohl auch gegen Bernau starten. „Davon kann man erstmal ausgehen“, stellt Möller fest.

Er erwartet ein schwieriges Spiel, gegen einen Gegner, „der uns nicht besonders gut liegt.“ Möller weiß: „Die verteidigen unangenehm und sind seit Jahren eines der Top-Teams der Liga. Wir hatten oft Schwierigkeiten gegen sie. Das wird eine Herausforderung für uns.“ Für den Trainer ist es wichtig, dass seine Mannschaft „ihr eigenes Spiel“ spielt. Dann könne der Erfolg zum Start gelingen.

Einen Anteil am Erfolg könnten auch wieder die Zuschauer haben. Wie viele allerdings in der Schwelm-Arena sein werden, ist noch offen. Die EN Baskets haben grundsätzlich Grünes Licht für ihr Hygienekonzept erhalten. Anfang der Woche hieß es noch, dass 640 Zuschauer dabei sein dürfen. Geschäftsführer Omar Rahim erklärte aber am Donnerstag: „Wir werden proaktiv den Kartenverkauf bei einer deutlich niedrigeren Zahl deckeln.“ Das liegt nicht nur daran, dass sich die Fans im Vorverkauf zurückhaltend zeigten, sondern auch an der Entwicklung der Pandemie.

Maskenpflicht auch auf den Plätzen

Am Donnerstag reagierte der Ennepe-Ruhr-Kreis auf die steigenden Infektionszahlen. Die Inzidenzzahl von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner wurde geknackt, der Wert lag am Donnerstag bei 35,5. Das hat unter anderem eine strengere Maskenpflicht bei Sportveranstaltungen zur Folge. „Wir halten uns an die Vorgaben, die das Land für eine Inzidenz von über 35 angeordnet hat“, erklärt Krisenstabsleiter Michael Schäfer. „Momentan liegen wir nur knapp über diesem Wert.“ Deshalb habe der Krisenstab zunächst keine zusätzlichen Einschränkungen für das öffentliche Leben beschlossen. „Sollten die Infektionszahlen in den nächsten Tagen aber zu stark steigen, werden wir die Verfügung um weitere Punkte ergänzen müssen“, macht Schäfer deutlich.

Inzidenzzahl trübt die Vorfreude

Omar Rahim sagt: „Die Vorfreude ist natürlich durch die steigenden Fallzahlen getrübt. Beim Gegner Bernau und bei uns ist aber alles gut, wir werden spielen können.“ Doch vor wie vielen Zuschauer der Start erfolgen wird, bleibt abzuwarten. Der Geschäftsführer erwartet in jedem Fall die „skurrilste und verrückteste Saison überhaupt.“

Baskets-Trainer Möller freut sich darüber, dass überhaupt wieder Zuschauer in der Halle sein können. „Wir leben davon, dass wir Stimmung in der Halle haben. Das wird die Mannschaft tragen“, sagt er. Angesichts der steigenden Infektionszahlen im Kreis ist er sich aber bewusst, dass es mit der Unterstützung durch Zuschauer schneller wieder vorbei sein könnte, als es seinem Verein lieb ist. „Das Damoklesschwert schwebt immer über uns. Es kann immer etwas passieren“, weiß Möller, doch er bleibt positiv: „Ich hoffe einfach, dass wir diese Saison spielen können. Über alles andere mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.“

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