Handball-Verbandsliga

Auswärts ist nichts zu holen

In Manndeckung – und das Spiel von RE hakt:  Yannick Brockhaus.

In Manndeckung – und das Spiel von RE hakt: Yannick Brockhaus.

Foto: Marinko Prša

Schwelm/Gevelsberg.  Sowohl RE Schwelm als auch HSG Gevelsberg-Silschede verlieren auswärts.

Beide heimischen Handball-Verbandsligisten – RE Schwelm und HSG Gevelsberg-Silschede – hatten schwere Auswärtsaufgaben zu bewältigen. Beide kehrten mit leeren Händen heim.

Lücken in der Deckung

Schwelm musste den ersten Dämpfer hinnehmen. Der gastgebende VfL Eintracht Hagen II ließ im Derby dem Aufsteiger keine Chance und siegte mit 41:27 (22:13). Bis zum 12:10 (21.) blieben die Gäste noch in Schlagdistanz, ehe sie vollkommen die Linie verloren. Ohne Abwehrchef Kevin Kliche fehlte der nötige Zugriff, vorne die letzte Durchschlagskraft. Der VfL nahm überdies Spielmacher Yannick Brockhaus in Manndeckung, wodurch der Spielfluss erlahmte. In den zehn Minuten vor dem Pausenpfiff generierten die Gastgeber etliche Ballgewinne und sorgten über Gegenstöße für klare Verhältnisse. „Da haben wir unsere Linie verloren und schlechte Entscheidungen getroffen. Hagen hat das clever genutzt und am Ende auch verdient gewonnen“, fiel die Analyse von RE-Akteur Jan-Lukas Pape aus.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes erhöhten die Hagener den Vorsprung schnell auf zwölf Treffer. Bis zum Abpfiff zogen sie ihre Linie konsequent durch, während den Gästen die Mittel fehlten, um effektiv gegenzuhalten. In der Deckung offenbarten sie auch gegen den aufgebauten Angriff der Hagener zu viele Lücken, immer wieder kamen die Hausherren frei zum Abschluss und schlossen effektiv ab. Im Schwelmer Lager war die Stimmung nach dem Abpfiff trotz der Pleite positiv. „Wir sind auf einen sehr guten Gegner getroffen. In den kommenden Spielen müssen wir in der Abwehr wieder konsequenter zu Werke gehen“, so Jan-Lukas Pape.

RE Schwelm: J.-L. Pape 1, Fritzsche – Bezirgiannis 7, Köhrer 7/2, Domaschk 6, Schmitz 5, Fleischhauer 1, Monsees, Brockhaus, Adam, Fähmel, D. Kliche.

HSG mit knapper Pleite

Die HSG Gevelsberg-Silschede kommt weiterhin nicht in Tritt. Der ATV Dorstfeld behielt mit 25:23 (12:10) die Oberhand. Die Gäste um Trainer Sascha Šimec kamen zunächst gut in die Partie. „In den ersten zehn Minuten haben wir genau das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Danach war es, als hätte jemand den Stecker gezogen“, fiel das Fazit des Coaches aus. Bis zum 8:3 (11.) bestach die HSG mit einer kompakten Deckung und schnellem Angriffsspiel. Aber: Etliche klare Möglichkeiten wurden teils leichtfertig ausgelassen und so der Gastgeber zurück ins Spiel geholt.

Nach knapp 21 Minuten glichen die Hausherren zum 9:9 aus und bestraften die Nachlässigkeiten der Gevelsberger. Im Abschluss fehlte den Gästen die Konzentration, auch eine mehrfache Führung reichte nicht, um ihnen die nötige Sicherheit zu geben. Sowohl nach dem 13:10 (31.), als auch nach dem 16:13 (37.) hatten sie die Chance, für klare Verhältnisse zu sorgen. Dadurch hatten sie auch die Halle hinter sich, die lautstark für die nötige Unterstützung sorgte. „Den Vorwurf müssen wir uns machen. Wir hatten mehrfach die Chance, den Sack zuzumachen, aber es einfach nicht gemacht. Wir haben teilweise unerklärliche Fehler gemacht“, haderte Šimec. Nach dem 24:20 (56.) stellte Gevelsberg auf eine offensive Deckung um und verkürzte auf zwei Tore. Nach einer weiteren vergebenen Großchance war die Partie zugunsten von Dorstfeld entschieden.

„Eine wirkliche Erklärung für den Auftritt über 50 Minuten haben wir nicht“, so Sascha Šimec. „Unsere Personalsorgen sind kein Grund für diese Leistung. Zu viele von uns haben einen gebrauchten Tag erwischt, dieses Spiel hätten wir nicht verlieren dürfen. Ohne die Gier und die richtige Einstellung kann man in dieser Liga kein Spiel gewinnen.“

HSG Gevelsberg-Silschede: Scholz, Wulff – Breuker 5, D. Schrouven 4/2, Stippel, Rauhaus je 3, Bulk, C. Schrouven 2, Jukic 2, Fege 1, Lindemann.

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