Silvester

Andreas Sander genießt die freien Tage

Hoch konzentriert und immer im vollen Tempo – kein Wunder das Andreas Sander die Feiertage zur Erholung nutzt.

Hoch konzentriert und immer im vollen Tempo – kein Wunder das Andreas Sander die Feiertage zur Erholung nutzt.

Foto: PETER KORNATZ

Ennepetal/Buchberg.   Viel Zeit ist nicht, doch die die er bekommt nutzt der Ennepetaler Skirennläufer Andreas Sander um zu entspannen. Große Rennen warten nämlich.

Als Wintersportler ist man viel unterwegs und hat, gerade wenn man mit dem Auto unterwegs ist, mit den Problemen der kalten Jahreszeit zu kämpfen. So auch der Ennepetaler Andreas Sander, den wir auf dem Weg von seiner zweiten Heimat Burgberg in das knapp 200 km entfernte Bayrischzell erwischen. Das Wetter bereitet ihm dabei Probleme, die man hierzulande nur aus etwaigen Winterurlauben in den Bergen kennt. Nach einem kurzen Besuch in der Werkstatt, in der festgestellt wird, dass es sich lediglich um Eis im Reifenprofil handelt, geht es für ihn weiter. Denn Sander ist auch zwischen den Feiertagen vor allen Dingen eins -- ein fokussierter Leistungssportler.

Nur an Heiligabend frei

„Die Feiertage waren wieder einmal ganz entspannend“, berichtet Sander, der am 22. Dezember noch im Training war, bevor es für zwei Tage, na klar mit dem Auto, in die Heimat ging. Von Südtirol aus ging es in das zwanzig Kilometer vor Oberstdorf gelegene Burgberg, wo er gemeinsam mit seiner Frau und einem kleinen Kreis der Familie seiner Frau besinnlich das Weihnachtsfest beging. Doch bereits am ersten Weihnachtsfeiertag ging es für den gebürtigen Ennepetaler schon wieder weiter, schließlich stand das Abfahrtsrennen im italienischen Bormio an. „Das war einfach ein gebrauchter Tag, es hat einfach vieles nicht gepasst“, so Sander, der sich vor allem selbst in den Mittelpunkt der Kritik stellt, aber durchaus auch die positiven Aspekte des enttäuschenden 30. Platzes sieht: „Man kann aus sowas immer lernen. Das Niveau ist einfach so hoch, dass man bei einem Fehler direkt bestraft wird“, weiß er, macht sich aber keine größeren Gedanken über eine der schlechteren Platzierungen in diesem für ihn und seine Teamkameraden vom DSV äußerst erfolgreichen Winter.

Der Plan steht, und dabei gibt es eben auch Rückschläge für die deutschen Fahrer - wie zuletzt in Bormio. „Wir sind dem Plan bisher treu geblieben und das hat uns gut getan“, steht der bei der SG Ennepetal ausgebildete Sander voll hinter dem vom DSV-Trainerteam entwickelten Plan. Denn, das belegen die Zahlen und Schlagzeilen aus den letzten Jahren und vor allen Dingen Monaten, macht sich bezahlt. „Die schlechten Tage werden immer weniger“, freut sich der im Gesamtweltcup auf Platz 22 geführte Spezialist für die schnellen Disziplinen.

„Ein Glas Sekt ist erlaubt“

Den Weg nach Bayrischzell macht er, um sich vor den intensiven Wochen im Januar mit den Weltcups in Wengen, Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen in Form zu halten. Dort geht es zu „dem wohl besten Heilpraktiker in Bayern“, zudem besucht er vor Ort einen Freund bevor es dann für die Silvesterfeierlichkeiten wieder in die zweite Heimat nach Burgberg geht.

Die Feier wird wohl eher wieder gemütlich, wobei sich der Anblick des Feuerwerks zum Jahreswechsel wahrscheinlich spektakulär genug präsentieren wird. „Wir gehen dieses Jahr auf eine Erhöhung, von der man das gesamte Oberallgäu überblicken kann. Ich hoffe bis dahin bleibt der Schnee noch liegen“, freut sich Sander bereits auf die einmalige Sicht auf das Feuerwerk. Vorher wird es ein gemütliches Essen im kleinen Kreis der Familie geben, inklusive des klassischen Fondues. „Ein Glas Sekt zum anstoßen ist auch erlaubt“, so Sander.

Klassisch am 30. Dezember findet auch in diesem Jahr wieder das Auftaktspringen der Vierschanzen-Tournee quasi vor seiner Haustür statt, einen Besuch lässt sich Sander da nicht nehmen. „Man kennt sich, manche mehr und manche weniger. Aber eigentlich hat man mit jedem eine kleine Geschichte“, erläutert er seine Bindung zu den deutschen Springern wie beispielsweise Mitfavorit Richard Freitag, Markus Eisenbichler oder seinem ehemaligen Internatskollegen Pius Paschke. „Da fiebert man natürlich ein bisschen mehr mit, gerade bei dieser tollen Stimmung“, freut sich Sander schon auf Springen auf der Schattenbergschanze.

Am 2. Januar geht es weiter

Wenn es um seine Wünsche für das neue Jahr geht, zeigt sich wieder einmal, dass man mit einem Vollblut-Sportler spricht. Vor allem sportliche Ziele sind ihm wichtig, privat läuft es ohnehin rund. „Ich wünsche mir natürlich, dass ich besser in das neue Jahr komme als ich dieses nun beendet habe“, hofft Sander, der sich ab dem 2. Januar mit seinem Team ins Trainingslager begibt. Die Vorbereitung wird intensiv, schließlich will er den Trend der letzten Jahre bestätigen und pünktlich zu den drei Klassikern im Januar in Topform sein. „Erfahrungsgemäß bin ich Anfang der Jahres immer ein bisschen besser drauf“, kennt Sander seine Formkurve.

Ansonsten soll alles gerne so weiterlaufen. wie es bis zum Weltcup in Bormio gelaufen ist. Nach den drei Klassikern beginnt die Vorbereitung auf das große Saison-Highlight in Südkorea. Als einer der ersten Wettbewerbe starten die Alpinen in die Olympischen Spiele, deswegen wird die Vorbereitung auch nicht so lange dauern wie beispielsweise bei den Ausdauersportlern im Deutschen Ski-Verband. Eine genaue Platzierung hat er sich nicht vorgenommen, aber unter die Top 10 würde er schon gerne. „Im Super-G ist alles möglich, in der Abfahrt wird es extrem eng“, kennt Sander die Pisten in Asien schon genau. Bis dahin gilt es vor allem verletzungsfrei zu bleiben, gerade unter den deutschen Fahrern musste man in dieser Saison einige Negativerfahrungen diesbezüglich hinnehmen.

Bleibt er gesund und entwickelt sich weiter wie bisher, steht einem erfolgreichen Jahr eigentlich nichts mehr im Weg. Es sei denn, der Winter spielt ihm wieder einen Streich.

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