Fußball

Unglücksfall überschattet das MSV-Spiel gegen Köln

Kevin Wolze (links) trifft per Freistoß zum 4:4. Der Ex-Kapitän war am Mittwoch der überragende Spieler.

Kevin Wolze (links) trifft per Freistoß zum 4:4. Der Ex-Kapitän war am Mittwoch der überragende Spieler.

Foto: firo/Volker Nagraszus

Duisburg.  Eine schlimme Nachricht aus dem Umfeld der Gäste rückte das spektakuläre Match in den Hintergrund. Die Meidericher hatten zuvor ein 4:4 erzielt.

Das spektakuläre Fußballspiel rückte in den Hintergrund. Der große Kampf auf dem Platz, das 4:4 (2:1) des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg gegen den 1. FC Köln spielte keine Rolle mehr. Ein Unglücksfall im Umfeld des 1. FC Köln erschütterte nach dem Spiel alle Beteiligten.

Es soll sich um einen medizinischen Notfall beim Vater von FC-Trainer Markus Anfang handeln. MSV-Pressesprecher Martin Haltermann teilte unmittelbar nach dem Spiel mit, dass die Pressekonferenz ausfalle und Spieler beider Mannschaften nicht für Interviews zur Verfügung stehen würden. Die Gäste wollten den Fall nicht kommentieren, ehe es ein entsprechendes Signal von Markus Anfang gebe.

Zuvor hatten 25.675 Zuschauer ein spektakuläres Fußballspiel gesehen. Ein MSV-Sieg erschien möglich, später sah es nach einem Debakel aus, dann kamen die Zebras jedoch noch einmal zurück und erkämpften sich einen Punkt.

Lieberknecht entscheidet sich für Fünferkette

Erwartungsgemäß kehrte der zuletzt gesperrte Kapitän Gerrit Nauber in die Innenverteidigung zurück. Havard Nielsen saß zunächst nur auf der Bank. Der Offensivmann hatte zu Wochenbeginn Probleme mit Magen und Darm und war im Zuge dessen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, wie Trainer Torsten Lieberknecht vor der Partie erklärte. In der Defensive agierte der MSV mit einer Fünferkette. Lukas Fröde, als „Sechser“ nominiert, war als dritter Innenverteidiger unterwegs.

Der MSV erwischte in der Partie, die aufgrund der angespannten Verkehrssituation im Sportpark mit 15-minütiger Verspätung begann, einen Traumstart. Schon nach 104 Sekunden traf Moritz Stoppelkamp zum 1:0 für den MSV. Kevin Wolze hatte den zuletzt glücklosen Flügelspieler mit einem Steilpass mustergültig in Szene gesetzt. Stoppelkamp zog aus halbrechter Position ab, der Ball prallte vom Innenpfosten ins Kölner Tor.

Fröde traf zum 2:1

Die Gäste waren um eine schnelle Antwort bemüht. In der vierten Minute setzte sich Jhon Cordoba im Duisburger Strafraum durch, MSV-Torwart Felix Wiedwald war aber mit einer Fußabwehr zur Stelle.

Es entwickelte sich eine rassige Partie, in dem der MSV dem Favoriten durch Kampf und Moral das Leben schwer machte. Nach der frühen Führung versuchten die Gastgeber weiter, in der Offensive Akzente zu setzen. Moritz Stoppelkamp und Stanislav Iljutcenko verzogen jedoch jeweils.

In der 24. Minute setzte sich dann jedoch die Qualität des Spitzenreiters durch. Louis Schaub ließ Fabian Schnellhardt hinter sich, verlud anschließend Enis Hajri und bediente Jhon Cordoba, der aus kurzer Distanz unbedrängt zum 1:1 aufschieben konnte.

Fünf Minuten später schlug der MSV mit dem 2:1 zurück. Kevin Wolze verdiente sich dabei seinen zweiten Assist. Er schlug den Ball in den Strafraum, Lukas Fröde verstolperte die Kugel zunächst, traf dann aber im Nachsetzen zum 2:1. In der 35. Minute hätte es zum dritten Mal im Kölner Kasten klingeln müssen, doch Cauly Oliveira Souza und Kevin Wolze verpassten eine Flanke von Fabian Schnellhardt nur knapp. In der 40. Minute vergab Stoppelkamp mit einem Schlenzer das 3:1.

So spektakulär der MSV die erste Halbzeit begonnen hatte, so abgebrüht starteten die Kölner in den zweiten Durchgang. Es wurde bitter für die Zebras. In der 47. Minute setzte sich Louis Schaub im Strafraum durch und traf zum 2:2. Die Duisburger Abwehr geriet ins Schwimmen. In der 51. Minute brachte Cordoba die Kölner per Kopf mit 3:2 in Führung. Damit nicht genug: FC-Tormaschine Simon Terodde legte in der 54. Minute mit einem Lupfer das 2:4 nach.

Nun drohte ein Debakel, die Zebras fanden nach rund 15 Minuten jedoch ihre Ordnung wieder und nahmen den Kampf neu auf. In der 71. Minute war der MSV zurück im Rennen. Auf Zuspiel von Andreas Wiegel traf Moritz Stoppelkamp, der die Kölner Abseitsfalle aushebelte, zum 3:4. Nur eine Minute später hätte Stanislav Iljutcenko die Arena in ein Tollhaus verwandeln können. Doch frei vor dem Kölner Tor scheiterte er an FC-Keeper Timo Horn.

Torsten Lieberknecht brachte mit Havard Nielsen und Joseph-Claude Gyau zwei frische Offensivkräfte und sorgte damit für zusätzlichen Schwung. In der 81. Minute zahlte sich das aus. Der MSV erhielt einen Freistoß, und Kevin Wolze erzielte aus 17 Metern das 4:4. Der Ex-Kapitän war der überragende Mann auf dem Platz. Er erzielte zwei Assists und ein Tor. Direkt danach im Ranking des Abends: Moritz Stoppelkamp, der zwei Tore beisteuerte.

In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch die Chance auf das 5:4. Auf Duisburger Seite schoss Fabian Schnellhardt aus 18 Metern über den Kasten. Der FC vergab den Sieg durch Rafael Czichos, der den Ball aus aussichtsreicher Position neben das Tor köpfte.

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