Ironman

Sven Wies übertrifft beim Ironman die kühnsten Träume

Am Ziel aller Träume: Sven Wies überquert beim Ironman auf Hawaii die Ziellinie.  

Am Ziel aller Träume: Sven Wies überquert beim Ironman auf Hawaii die Ziellinie.  

Foto: privat

Duisburg.  Der Duisburger Sven Wies erreichte beim Ironman auf Hawaii in seiner Altersklasse Platz fünf. Wies berichtet von unvergesslichen Erlebnissen.

Sven Wies genießt jetzt seinen Familienurlaub auf Hawaii. „Wir machen jetzt gar keinen Sport mehr und werden auch nicht mehr groß über Triathlon reden“, sagt der frühere Wasserballer des Duisburger SV 98. Vorher hat der 32-Jährige seine unglaubliche Geschichte erzählt. Bei seiner Teilnahme am legendären Ironman auf Hawaii am vergangenen Samstag übertraf er seine kühnsten Träume. Wies erreichte nach 8:55,26 Stunden das Ziel. Damit wurde er Fünfter der Altersklasse 30 bis 34 Jahre. Im Gesamtfeld belegte er Platz 49, er war der zehntbeste deutsche Teilnehmer.

„Ich bin sprachlos, dass es so gut geklappt hat“, berichtet der letztlich gar nicht sprachlose Eisenmann. Er verbesserte seine Zeit vom Qualifikations-Wettkampf in Barcelona um fünf Minuten. Die 3,8 Kilometer Schwimmen bewältigte Wies in 52:46 Minuten, für die 180 Kilometer Radfahren benötigte er 4:46,25 Stunden, den Marathonlauf bestritt er in 3:11,42 Stunden.

Wies trotzte auf Hawaii erfolgreich den komplizierten Wettkampf-Bedingungen. Weil es in der Nacht vor dem Triathlon durchweg geregnet hatte, war die Luftfeuchtigkeit extrem hoch. Zudem begleitete die Läufer ein starker Wind, die Hitze war gnadenlos. „Ausschlaggebend war, dass ich mich extrem gut gekühlt habe“, erklärt Wies seinen Erfolg. Immer wieder schüttete er Eiswasser aus Zwei-Liter-Flaschen über seinen Körper.

Bei der ersten Disziplin war das nicht notwendig, dafür musste Wies damit umgehen, dass sein Anzug aufgrund des Salzwassers scheuerte. Trotzdem war Wies im Meer in seinem Element. „Beim Massenstart gab es viel Käbbelei, aber das machte mir als ehemaligem Wasserballer nichts aus“, lacht Wies.

Nach einem starken Schwimmabschnitt war Wies beim Radfahren die ersten 30 Kilometer alleine, später schloss das Feld aber zu ihm auf. Der Wind machte ihm das Leben schwer. Sven Wies musste sich konzentrieren, war fokussiert, immer darauf bedacht, nicht zu stürzen.

Eine Schüssel als Belohnung

Als Wies auf der Marathonstrecke unterwegs war, erfuhr er, dass er auf Platz zehn des Gesamtfeldes lag, die Spitze war nur zwei bis drei Minuten entfernt. „Auf der Laufstrecke habe ich mir zum ersten Mal Gedanken gemacht“, so Wies.

Der Marathon war ein Lauf der Extreme. Auf dem legendären Ali’i Drive, auf dem sich tausende Zuschauer drängen und den Sportlern zujubeln, genoss Wies das Bad in der Menge. Später folgten Passagen mit extremen Steigungen und mit Abschnitten, an denen sich weder Betreuer noch Zuschauer aufhalten dürfen. „Da bist du einsam und es wird auch schwieriger vom Kopf her“, berichtet Wies.

Auf den letzten Kilometern erfuhr Wies, dass er auf Platz fünf seiner Altersklasse lag. Nur die ersten Fünf dürfen zur Siegerehrung. Das sorgte beim DSV-98-Mann noch einmal für einen zusätzlichen Motivationsschub. Er wollte die berühme Schüssel, die Umeke, unbedingt haben.

Am folgenden Tag hielt er die Trophäe stolz in den Händen. Es war befreiend für den Extremsportler, der wochenlang auf den Start auf Hawaii fixiert war. Sven Wies: Bei der Siegerehrung sind gefühlt zehn Kilo Last von mir abgefallen.“

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