Frauenhandball

HSG Hiesfeld/Aldenrade gibt Sieg aus der Hand

Alina Boy (rechts) erzielte sechs Tore beim Sieg der Eintracht gegen Adler Königshof.

Alina Boy (rechts) erzielte sechs Tore beim Sieg der Eintracht gegen Adler Königshof.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Tabellenführer liegt deutlich in Rheydt in Führung, verliert aber mit 25:26. Die Eintracht macht es umgekehrt. GSG hat zu viele Ausfälle.

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Wie das passiert ist? Dirk Rahmel schüttelt den Kopf und sagt: „Wenn ich das mal wüsste.“ Die HSG Hiesfeld/Aldenrade hat beim 25:26 auswärts gegen den Rheydter TV zum ersten Mal in der laufenden Saison der Frauenhandball-Oberliga verloren. Und das geht als faustdicke Überraschung durch.

Oberliga:

Rheydter TV – HSG Hiesfeld/Aldenrade 26:25 (10:15): Was das Ganze noch kurioser macht: Die HSG führte nicht nur zur Pause mit fünf Toren Vorsprung, sondern lag zehn Minuten vor dem Ende immer noch mit 23:19 vorne. „Danach haben wir zwölf Freie verworfen. Und ich meine keine Chancen aus der zweiten Reihe. Wir haben in dieser Phase die Rheydter Torhüterin zur Heldin gemacht. Sie war allerdings auch wirklich gut“, so Rahmel. Schon in den ersten 50 Minuten war der Coach nur bedingt mit Deckungsarbeit und Chancenausbeute einverstanden. In der Schlussphase gab die HSG das Spiel dann aber komplett aus der Hand. Das Team belegt weiterhin den ersten Platz, steht im Spitzenspiel am 30. November (16 Uhr, Driesenbusch) gegen den TV Aldekerk II nun aber unter Druck.

GSG Duisburg – TV Biefang 22:32 (13:17): Personell geht die GSG auf dem Zahnfleisch. So fielen Anna Lena Quurck, Annabell Twellmeyer, Natalie Bogdanski und Paula von Heijnsbergen aus. Trainer Jürgen Mölleken musste in allen Bereichen improvisieren. „Die Ausfälle sind nicht mehr zu kompensieren, wir können keine Spieler zaubern“, erklärte Teammanager Werner Stöckmann. „Es ist einfach zum Verzweifeln.“ Zudem ging Laura Kühnel stark angeschlagen ins Spiel. Entsprechend war dann der Spielverlauf. Bis zur 20. Minute verlief das Spiel ausgeglichen (12:12). Dann zog Biefang weg. Obwohl die Gäste auch kein Feuerwerk abbrannten, fehlte bei den Großenbaumerinnen die Kraft, um dagegen zu halten.

Eintracht Duisburg – Adler Königshof 28:25 (12:17): Das tolle Spiel der eigenen Mannschaft geriet für Eintracht-Trainer Janosch Greinert in den Hintergrund, als er vom Tod eines Spielers der SG Überruhr erfuhr. „So etwas habe ich in meinem ersten Seniorenjahr auch erleben müssen, als ein Gegenspieler während des Spiels starb“, so der Coach. Sportlich lief es für seine Mannschaft zuvor sehr gut – vor allem in der ersten Halbzeit, denn die Eintracht ging mit fünf Toren Rückstand in die Pause. Schon nach rund acht Minuten in Hälfte zwei hatte die Eintracht aus einem 12:17 ein 17:17 gemacht und entschied die Partie letztlich für sich. „Ich hebe ungern jemanden hervor, aber Kathi Brock hat das Spiel ihres Lebens gemacht. Sie kann natürlich nicht alleine gewinnen. Das war schon eine überragende Leistung der gesamten Mannschaft in der zweiten Halbzeit“, lobte Greinert.

Verbandsliga:

TSV Kaldenkirchen – VfL Rheinhausen 24:22 (12:9): Normalerweise kann sich der VfL darauf verlassen, aufgrund einer starken Deckungsleistung zu Erfolgen zu kommen. Das war diesmal nicht der Fall. „Es lief nichts zusammen“, sagte Uwe Kiel, der Sportliche Leiter bei den Bergheimerinnen. „Lediglich Kira Jasper im Tor bot erneut eine tadellose Leistung.“ Weil auch nach vorne zu wenig gelingen wollte, stand der VfL beim Tabellenführer auf verlorenem Posten. „Aber trotz allem lagen wir in Kaldenkirchen in der 59. Minute nur mit einem Tor hinten“, sagt Kiel. „Das muss uns Mut für die Zukunft geben. Denn trotz der schlechten Leistung hätten wir hier etwas mitnehmen können.“ Nach dem wegen des Totensonntags spielfreien Wochenende geht es für den VfL am 30. November (16.15 Uhr, Krefelder Straße) daheim gegen den TV Anrath weiter. „Da müssen wir gewinnen“, so Kiel.

VfB Homberg – TV Borken 21:28 (13:10): „Das war eine Katastrophe“, hatte VfB-Trainer Joshua Wiesehahn auch am Tag nach der Niederlage gegen Borken noch schlechte Laune. Denn die Hombergerinnen hätten als Siegerinnen vom Platz gehen müssen. Sie führte in der zweiten Halbzeit noch mit 19:14 und gerieten erst ab dem 20:20 auf die Verliererstraße. „Das Ganze hat dann eine Eigendynamik entwickelt. An der Kondition der Spielerinnen lag das nicht“, so der Coach. 40 Minuten lang hatte seine Mannschaft eine gute Leistung geboten. „Unser Plan war es, das gute Tempospiel von Borken mit viel Ballbesitz zu unterbinden“, erklärt Wiesehahn. „Das gelang sehr gut. In den letzten 20 Minuten haben wir aber alles über den Haufen geworfen.“ Am 1. Dezember (16.20 Uhr) wartet mit der Partie beim Tabellendritten HC TV Rhede eine schwere Aufgabe auf den VfB.

Die Torschützinnen:

Oberliga:

Rheydter TV – HSG Hiesfeld/Aldenrade 26:25 (10:15): HSG: Strunz (8/4), Lang, Frontzek (je 3), Kern (3/2), Ahlendorf, Woock (je 2), Bing (2/1), Löwenthal, Löbau.

GSG Duisburg – TV Biefang 22:32 (13:17): GSG: Walter (6/2), Kaiser (5), Kühnel (3), Stoppelkamp, Kristina Kohs (je 2), Annika Kohs (2/1), Pesch, Roth.

Eintracht Duisburg – Adler Königshof 28:25 (12:17): Eintracht: Brock (8), Liedtke (6), Boy (6/1), Upietz (4/1), Schild (2/1), Arend, Koenen.

Verbandsliga:

TSV Kaldenkirchen – VfL Rheinhausen 24:22 (12:9): VfL: Henke (6), Hendricks (6/5), Scheske (3), Radtke (2), Ludwig, Petersen, Mayboom, Kronenberg, Winkels.

VfB Homberg – TV Borken 21:28 (13:10): VfB: Becker (6), Pusch, Wiedey (je 4), Seelbach (3), Simic (2), Clemens, Behrens.

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