Winterlaufserie

Habtom Tedros siegt bei der Winterlaufserie in Duisburg

Habtom Tedros von der TG Neuss sicherte sich den Etappensieg bei der Winterlaufserie des ASV.

Habtom Tedros von der TG Neuss sicherte sich den Etappensieg bei der Winterlaufserie des ASV.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Duisburgs Oberbürgermeister, der sich ebenfalls um die Rettung der Winterlaufserie des ASV Duisburg bemüht hatte, ging selbst an den Start.

Allmählich setzte Unruhe bei Friedhelm Abel ein. Zehn Minuten vor dem Start der zweiten Etappe der Winterlaufserie war Sören Link noch immer nicht zum Treffpunkt erschienen. Doch kurz darauf konnte sich der Mitorganisator des ausrichtenden ASV Duisburg entspannen. Im neongelben Winterlaufshirt und schwarzen Shorts stand Sören Link plötzlich im Startbereich.

Abels E-Mail mit Treffpunkt und Durchfahrtsschein hatte den prominentesten der insgesamt 3904 Starter am Samstag nicht erreicht. Und bei der Parkplatzsuche hatte Duisburgs Oberbürgermeister keine eingebaute Vorfahrt. Doch den zusätzlichen Fußmarsch nahm er mit Humor – „besorgniserregend“ fand der OB nur den eigenen Fitnesszustand vor dem 7500-Meter-Lauf der kleinen Serie.

„Ich bin im Dezember einmal acht Kilometer gelaufen, um zu testen, ob ich das überhaupt packe. Seitdem hab ich nicht mehr für den Lauf trainiert“, ging Link dafür mit einem recht ambitionierten Ziel an den Start: „45 Minuten sollte ich schaffen.“

OB hatte beim DFB interveniert

Dass überhaupt ein Start bei der 34. Ausgabe der Serie erfolgen konnte, daran hatte Link selbst Anteil. Auch der OB hatte sich beim Deutschen Fußball-Bund dafür eingesetzt, dass dessen Terminierungen für die in Wedau stattfindenden Drittliga-Heimspiele des KFC Uerdingen dem ASV nicht in die Quere kommen. „Die Winterlaufserie ist nicht nur für uns, sondern auch für viele Läufer im Umfeld wichtig. Zum Glück sind wir beim DFB auf viel Verständnis getroffen, als wir deutlich machen konnten, welche Bedeutung diese Traditionsveranstaltung für unsere Stadt hat“, spielte Sören Link Musik in die Ohren der ASV-Crew, ehe er sich auf den Weg machte.

Nur 24:06 Minuten später war der Sieger schon im Ziel. Erwartungsgemäß gewann Habtom Tedros auch die zweite Etappe – und das zwei Minuten schneller als im Vorjahr. „Ich war die ganze Zeit alleine“, lachte der Eritreer, als noch immer kein Verfolger im Leichtathletikstadion zu entdecken war. Erst 1:58 Minuten später folgte Maximilian Jakobs, womit der Huckinger auch in der Serienwertung auf Rang zwei klettert. Die Titelverteidigung kann sich der Sieger von der TG Neuss mit nun 3:46 Minuten Vorsprung in der Serienwertung beim Finale über 10.000 Meter am 23. März nur noch selbst nehmen.

Spannender ist es bei den Damen. Mit 27:12 Minuten sorgte Carolin Aehling (LG Coesfeld) für einen Führungswechsel und nahm der bislang drei Sekunden in Front liegenden Auftaktsiegerin Sonja Vernikov diesmal 37 Sekunden ab. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin bei der ersten Etappe schon auf sie aufgelaufen. Diesmal habe ich sie erstmal etwas vorgelassen und bin dann an ihr vorbei.“

Dass Aehlings Taktik aufging, war jedoch auch der Vorbereitung ihrer elf Jahre jüngeren Kontrahentin aus Mechernich zu verdanken. „Ich bin vor einer Woche meinen ersten Marathon gelaufen“, berichtete die 18-jährige Vernikov. „Bis Kilometer vier habe ich ja auch geführt. Aber dann hatte ich keine Körner mehr.“

Katharina Wehr nur Fünfte

So ist Carolin Aehling nach 2009 und 2011 auf einem guten Weg zum dritten Seriensieg. Bei drei Gesamtsiegen bleiben wird es für Katharina Wehr. Nach einer Erkältung musste die Duisburgerin die Hoffnung auf die Titelverteidigung begraben und kam in 30:05 Minuten als Fünfte ins Ziel. „Ich habe es gar nicht erst versucht und bin von Anfang an nur hinterher gelaufen“, stand das Mitmachen für die Athletin vom TV Wanheimerort diesmal im Vordergrund.

Da hatte sie etwas mit ihrem Oberbürgermeister gemein. Der verpasste seine angepeilte Zeit nur um 59 Sekunden. „Aber oberstes Ziel war ohnehin, unverletzt und mit guter Laune anzukommen. Das hat geklappt. Es ist ein tolles Event und hat viel Spaß gemacht“, lachte Sören Link, ehe er sich auf den nächsten weiten Weg machte: zu seinem Parkplatz.

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