Eishockey

Füchse blamieren sich im Derby gegen Essen

Das Derby gegen die Moskitos Essen ging verloren. Hier ist Christoph Eckl (Mitte) im Duell mit Ex-Fuchs André Huebscher (rechts).

Das Derby gegen die Moskitos Essen ging verloren. Hier ist Christoph Eckl (Mitte) im Duell mit Ex-Fuchs André Huebscher (rechts).

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg  Torhüter Christian Wendler sieht bei drei Gegentoren schlecht aus – allerdings waren seine Vorderleute keinen Deut besser.

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Nachdem der EV Duisburg in Rostock den ersten und bislang einzigen Punkt der Saison ergattert hatte, lobte Trainer Uli Egen Torhüter Etienne Renkewitz ausdrücklich. Ihm war es zu verdanken, dass die Füchse aus einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3 machen konnten, ehe die Partie in der Overtime doch noch verloren ging. Weitergehende Folgen hatte das für die Zahl der Einsätze von Renkewitz nicht. Christian Wendler stand danach wieder im Tor – und hatte mindestens im aktuellen Heimspiel gegen die Moskitos Essen maßgeblichen Anteil daran, dass die Füchse in der Eishockey-Oberliga abermals als Verlierer vom Eis gegangen sind. Das Derby ging mit 2:6 (0:3, 0:1, 2:2) in die Binsen.

Auch wenn Torhüterschelte im Eishockey nie gänzlich fair ist, hier der Schnelldurchlauf des ersten Drittels: In einer frühen Essener Überzahl ließ Wendler den Puck durchrutschen, sodass Veit Holzmann die Scheibe nur noch wenige Zentimeter über die Linie schubsen musste. Dass beim 0:2 die Verteidiger Christoph Eckl und Lukas Gärtner gemeinsam selig schlummerten, machte den Alleingang von Enrico Saccomani möglich, der – Höchststrafe für einen Torhüter – über die Fanghand Wendlers schoss. Knapp zwei Minuten später ließ Wendler einen Schuss zentral nach vorne prallen – kein Problem für Ex-Fuchs Lars Grözinger, zum 3:0 für Essen zu verwandeln. Erst nach Essens Powerplay-Treffer zum 4:0 in der 28. Minute durch Stephan Kreuzmann wechselte das Duisburger Trainergespann den Torhüter, brachte Etienne Renkewitz.

Nun aber alles auf den unglücklichen Christian Wendler zu schieben, wäre nicht fair – und würde tieferliegende Probleme verdecken. Das Trainergespann kritisierte zuletzt, dass man sich zu viele Konter einfinge. Stimmt. Nur es hat sich nichts geändert. Immer wieder rücken die Abwehrspieler zu weit auf, geben die neutrale Zone völlig preis. Man wolle aggressives, offensives Eishockey spielen, die Verteidiger sollen „pinchen“, also sich offensiv einschalten. Wenn aber solche Spiele wie das gegen Essen – und das ist nur ein Beispiel – herauskommen, sollte man tunlichst und vor allem schnell über eine defensivere Gesamtausrichtung der Mannschaft nachdenken. Und offensiv ist es nun auch nicht ausgesprochen kreativ, wenn man über rechts oder links ins Drittel rennt und dann schießt – egal aus welchem Winkel und egal, ob Mitspieler mitlaufen oder nicht. Ob das System nun schlecht ist oder die Spieler es schlecht ausführen, ist völlig unerheblich. Es ist schlecht. Und es muss etwas geändert werden.

Zudem fehlte vorne ein potenziell kreativer Spieler: Robin Slanina war nicht dabei. Dazu kamen die „Kleinigkeiten“ wie eine 56-sekündige, ungenutzte 5:3-Überzahl. In einfacher Überzahl fingen sich die Gastgeber zudem noch einen Alleingang ein, den Niklas Hildebrand aber ungenutzt ließ. Immerhin brachten Ricco Ratajczyk, der später einen Penalty vergab, und Steven Deeg den EVD auf die Anzeigetafel. Allerdings traf Essens Hildebrand doppelt.

Tore: 0:1 (3:41) Holzmann (Lehmann/5-4), 0:2 (10:12) Saccomani (Kreuzmann, Beech), 0:3 (12:00) Grözinger (Kraus, Holzmann), 0:4 (27:49) Kreuzmann (Richter, Huebscher/5-4), 1:4 (43:09) Ratajczyk (Krüger), 1:5 (46:07) Hildebrand (Pfeifer, Richter), 1:6 (50:51) Hildebrand (Willaschek, Richter), 2:6 (54:29) Deeg. Strafen: Duisburg 10, Essen 10. Zuschauer: 1356.

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