Fußball

FSV lässt die Zügel schleifen, gewinnt Derby aber klar

Emre Sahin (Mitte) spielte stark und steuerte das 2:0 für den FSV bei. Hier hat er es mit Yannik Schürmann (links) und Berkay Basri Ersöz zu tun.

Emre Sahin (Mitte) spielte stark und steuerte das 2:0 für den FSV bei. Hier hat er es mit Yannik Schürmann (links) und Berkay Basri Ersöz zu tun.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Duisburger Duell in der Landesliga ist zur Pause entschieden. Die Gäste aus Wanheimerort müssen mehrere personelle Rückschläge verkraften.

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Markus Kowalczyk fand klare Worte. Als der Trainer des FSV Duisburg seine Mannschaft nach dem Derby in der Fußball-Landesliga gegen den DSV 1900 im Kreis versammelte, ließ er sie wissen: „Das war die bislang schlechteste Halbzeit, die ich bislang gesehen habe.“ Dann fügte er an: „Trotzdem Glückwunsch zum Sieg.“ An den drei Punkten für den Tabellenzweiten hatte es beim 4:1 (4:0) nämlich keinerlei Zweifel gegeben.

Markus Kowalczyk musste sich nur über wenig erbauliche 45 Minuten ärgern, für sein Gegenüber Julien Schneider war es ein noch viel gebrauchterer Tag. Die Niederlage war dabei fast noch der erträglichste Aspekt, zumal die Wanheimerorter nach schlimmer erster Hälfte den Kopf oben behielten und das Ergebnis nach dem Wechsel sogar noch moderat gestalten konnten. In personeller Hinsicht traf es die Gäste jedoch knüppeldick. Los ging das in der zehnten Minute: Nach einer FSV-Ecke lieferten sich DSV-Keeper Dominik Langenberg und seine Teamkollegen eine Slapstick-Einlage beim Versuch, die Kugel zu klären. Das endete damit, dass der auf der Linie stehende Hun Cho mit einem Handspiel – ob nun absichtlich oder nicht – das 1:0 verhinderte. Schiedsrichter Sven Heinrichs zeigte dem Außenverteidiger die Rote Karte und auf den Punkt. Boran Sezen ließ sich die Chance zur Führung nicht entgehen.

Sahin legt gleich das 2:0 nach

Die nummerische Schwächung machte den DSV kurzfristig kopflos. Schon mit dem nächsten Angriff machten die Gastgeber im Prinzip den Deckel auf das Spiel: Emre Sahin traf zum 2:0. Danach ließ die Kowalczyk-Elf mehrere gute Chancen ungenutzt, ehe sie erneut zweimal kurz nacheinander traf. Erst köpfte Nermin Badnjevic nach starkem Flankenlauf von Maik Kuta das 3:0 (35.), dann legte er zwei Minuten später für Alexandros Armen auf, dessen satten Schuss Langenberg trotz Abklatschversuch passieren lassen musste.

Der Torhüter der Gäste, früher selber beim FSV aktiv, stand auch kurz nach dem Wechsel wieder im Mittelpunkt – allerdings höchst unfreiwillig. Beim Versuch eines Abstoßes brach er plötzlich ab, zeigte eine Verletzung an, versuchte dann noch einmal weiterzuspielen und lag schließlich von Schmerzen geplagt auf dem Rasen. „Vielleicht ein Hexenschuss?“, mutmaßte sein Vater Guido Contrino, einst selbst Keeper beim VfL Süd und Hamborn 07. Langenberg musste vom Feld geführt werden und wurde durch Max Chmilewski ersetzt.

Der hielt seinen Kasten danach sauber, weil es beim FSV nun gar nicht mehr lief. „Wir hätten heute richtig etwas für das Torverhältnis tun können“, ärgerte sich Markus Kowalczyk nachher darüber, dass sein Team die Aufgabe im zweiten Durchgang viel zu sehr auf die leichte Schulter nahm. Auch das ohne große Gegenwehr erzielte 1:4 durch einen sehenswerten Distanzschuss von Ahmet Can Simsek (54.) wurmte ihn.

Die letzte Aktion des Spiels ereignete sich dann bereits in der 88. Minute. Der eingewechselte Ex-FSV-Kicker Hüseyin Rasitoglou verletzte sich bei einem Pressschlag im Strafraum der Gastgeber offenbar schwer und wurde minutenlang behandelt, ehe der Schiedsrichter das Spiel ohne weitere Nachspielzeit beendete. Auch er könnte dem DSV nun womöglich länger fehlen.

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