Fechten

Eintracht Duisburg richtet Freiluft-Fechtturnier aus

 Die Fechter von Eintracht Duisburg laden am Samstag zum Degenturnier unter freiem Himmel ein.

 Die Fechter von Eintracht Duisburg laden am Samstag zum Degenturnier unter freiem Himmel ein.

Foto: Eintracht Duisburg

Duisburg.  Eine Parade gegen Corona: Eintracht Duisburg richtet am Samstag im Leichtathletikstadion ein Turnier für Degenfechter aus.

Seit dem Saisonabbruch Mitte März haben die Fechter in Deutschland wenig zu den Waffen greifen können. Das Fechttraining und die Wettkämpfe im modernen Sportfechten finden beinahe ausschließlich in Sporthallen statt. Einige Fechtvereine haben inzwischen wieder das Training aufgenommen, dies beschränkt sich jedoch auf Outdoorfitness. Die Waffensportler von Eintracht Duisburg sind das bereits gewohnt, so gehört das Athletiktraining im Leichtathletikstadion direkt neben der Fechthalle seit Jahren zum Standardrepertoire und Erfolgsrezept der hiesigen Fechtelite.

Dort ist dann auch die Idee entstanden, sich nicht nur für Übungszwecke draußen zu duellieren, sondern die Fechtbahnen und Trefferanzeigen direkt unter freiem Himmel zu installieren. Noch in den 50er -Jahren hat man nach der Wiederaufnahme des Fechtbetriebes, durch das Besatzungsverbot, viel auf der grünen Wiese trainiert, sehr zum Leidwesen der weißen Fechtkleidung, wissen alte Mitglieder der Eintracht zu berichten.

Eintracht Duisburg freut sich auf Kaderfechter

Zurück in der Gegenwart sieht das anders aus, am Samstag starten 30 Herrendegenfechter an der Wedau und tragen die Kämpfe auf den metallischen Planchen aus. Neben regionalen Sportlern haben sich deutsche Kaderfechter wie Fabian Herzberg, Lukas Bellmann (beide Leverkusen) und Paul Veltrup (Silbermedaille, Youth Olympic Games Buenos Aires, 2018) aus Krefeld angemeldet. Ein starker Kader aus Heidenheim und Heidelberg geht ebenfalls an den Start sowie Achim Bellmann (Olympiateilnehmer 1984 in Los Angeles im Modernen Fünfkampf).

„Wir werden im Herrendegen wirklich spannende Kämpfe verfolgen können. Die Jungs sind heiß, endlich wieder auf der Bahn zu stehen“, weiß Philipp Gorray, stellvertretender Eintracht-Vorsitzender und Vorsitzender der Deutschen Fechterjugend. „Seit Wochen haben alle für sich trainiert und keiner weiß, wo er aktuell steht. Da kommt dieses kleine Freiluftturnier genau richtig, um sich einen Überblick zu verschaffen.“

Der Weltverband im Fechten (FIE) hat die ersten Weltcups auf November terminiert, abhängig von weiteren Reise- und Quarantänebeschränkungen kann sich die Pause jedoch auch bis 2021 hinauszögern. Auch der Deutsche Fechter-Bund wird offizielle Qualifikationen nicht vorher beginnen, da die Rahmenbedingungen durch die Coronaschutzmaßnahmen für Wettkämpfe in der Halle noch nicht optimal für das Fechten sind. Zum Leid der starken Fechtjugend bei Eintracht sind alle Deutschen Jugendmeisterschaften der vergangenen Saison 2019/20 ausgefallen.

Zuschauer sind nicht zugelassen

Peter Volk, Abteilungsleiter der Fechter bei Eintracht Duisburg, ist ebenfalls traurig darüber, dass man „dieses besondere Outdoor-Turnier nicht mehr Fechtern anbieten kann“ und fügt mit einem Schmunzeln hinzu, „dass die Fechter mit ihren Waffen schon von alleine den Abstand einhalten“. Trotzdem gilt an dem Tag auch für die Sportler, das Hygienekonzept einzuhalten. „Jedoch wird es unter unserer Fechtmaske keine weitere Maske geben“, führt Volk weiter aus „da die Fechter schon so wenig Luft bekommen“.

Zuschauer sind an dem Tag nicht zugelassen, jedoch kann man ab 16 Uhr bei einem Spaziergang im Sportpark mal einen kurzen Blick auf die Klingenkünstler durch den Zaun am Leichtathletikstadion werfen.

Finale bei Sonnenuntergang

Das Finale findet bei Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr statt, mit dem letzten Tageslicht wird dann auch der letzte Angriff ausgeführt. Es wird spannend bleiben, wie die Fechter mit dem Gegenlicht und den Freiluftbedingungen klarkommen. Obwohl das Fechten zu den Olympischen Sommerspielen gehört, bevorzugen die Sportler mit ihren dicken Schutzausrüstungen die klimatisierten Hallen – in Zeiten von Corona ein Ausschlusskriterium, worauf die Eintracht-Fechter mit ihrem Outdoor Wettkampf eine gute Parade als Antwort gefunden haben.

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