Fußball

Die Anlage von Viktoria Wehofen erhält ein neues Gesicht

Am Eingang: Die Hermann-Heuser-Kampfbahn wird bald in neuem Glanz erstrahlen. 

Am Eingang: Die Hermann-Heuser-Kampfbahn wird bald in neuem Glanz erstrahlen. 

Foto: Volker Nagraszus

Duisburg.  Beim B-Ligisten aus dem Duisburger Norden packen die Mitglieder derzeit kräftig mit an. Vieles ist schon geschafft, die Krönung steht noch aus.

Die große Feier war schon geplant. Vor genau 100 Jahren wurde der SuS Viktoria Wehofen gegründet, zum Festakt hatte sich die örtliche Prominenz angekündigt. Corona machte auch hier wie in so vielen Fällen den Strich durch die Rechnung. „Dann feiern wir im nächsten Jahr eben 100 plus eins“, sagt Ralf Plincner, Trainer des Fußball-B-Kreisligisten – in der Gewissheit, dass es dann noch mehr Grund zu ausgelassener Stimmung beim Verein von der Duisburg-Dinslakener Stadtgrenze geben dürfte. Die Anlage an der Leitstraße wird nämlich derzeit einer Generalüberholung unterzogen und soll bald ein echtes Schmuckkästchen sein.

„Wir bringen zusammen rund 1000 Jahre auf den Platz“, sagt Ralf Plincner über sich und seine vielfach schon im Ruhestand befindlichen Mitstreiter, die seit Januar den Großteil ihrer verfügbaren Zeit auf der Hermann-Heuser-Kampfbahn zubringen. „Wir machen hier alles in Eigenleistung“, erklärt er nicht ohne Stolz. Das Mammutprojekt, das die Wehofener sich vorgenommen hatten, war für ihn unumgänglich: „Wir müssen endlich die Möglichkeit bieten, dass hier vernünftig Sport getrieben wird.“

Zunächst war das Vereinsheim an der Reihe, das komplett entkernt wurde: „Dann haben wir den Bau eines vernünftigen Geschäftszimmers in Angriff genommen.“

Anlage ist eine Komplettbaustelle

Das ist nun fertiggestellt, drumherum ist die Anlage freilich derzeit noch eine Komplettbaustelle. Die Kabinen sollen in einen angemessenen Zustand versetzt werden, die neue Tribüne ist in der Mache. Am Donnerstag wurden die neuen Flutlichtmasten installiert: „Eine hochwertige LED-Anlage im Wert von 84.000 Euro.“ All das wäre, so Plincner, ohne Spenden ebenso unmöglich gewesen wie ohne die Unterstützung von Duisburg-Sport, dem Stadtsportbund und die Düsseldorfer Staatskanzlei.

Die Krönung steht noch an – mit der Verlegung des neuen Geläufs. Die Viktoria-Anlage war bislang für ihre staubige Asche berüchtigt, doch damit ist nun Schluss. Es wird ein Mehnert-Rasen verlegt, wie er beispielsweise schon bei Wanheim 1900 Verwendung findet. „Er ist zu 90 Prozent genauso belastbar wie ein Kunstrasen. Und die nachfolgenden Generationen sollen doch lieber Rasen mähen, statt Kunststoff zu entsorgen“, meint Ralf Plincner. Dass aktuell kein Fußball gespielt werden kann, kommt der Neuverlegung fast schon entgegen. Bis erstmals auf dem neuen Grün gekickt werden kann, soll ins Revierparkstadion von Post Siegfried Hamborn ausgewichen werden.

Spielklasse für die neue Saison ist noch offen

Wo die erste Mannschaft der Viktoria in der neuen Saison spielen wird, ist noch offen. In der Tabelle der Gruppe 3 steht das Team zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz zwei. „Das müsste zum Aufstieg reichen“, glaubt Ralf Plincner. Allerdings ist die Wertungsfrage noch immer offen. Dritter ist mit einem Spiel und zwei Punkten weniger der VfvB Ruhrort/Laar; käme die Quotientenregelung zur Anwendung, „Dann hätten wir 0,02 Punkte weniger. Das wäre aus unserer Sicht ein Witz“, sagt der Viktoria-Coach.

Wichtiger als ein Aufstieg des Klubs, der 2011/12 mal für eine Saison in der Bezirksliga kickte, ist ihm und der Vereinsführung freilich etwas anderes. „Ein Verein muss vor allem soziale Aspekte abdecken“, so Plincner. Dabei hat sich die Viktoria in den vergangenen Jahren bereits einen Namen gemacht; vor allem die Eingliederung von Flüchtlingen stand im Vordergrund. „Jungs, die geflüchtet sind, aber auch deutsche Spieler, die Probleme haben – um die kümmern wir uns. Viktoria Wehofen hat sich in den letzten Jahren total geändert.“ Mit einer komplett umgekrempelten Anlage wollen die Walsumer dieser Aufgabe noch besser nachkommen.

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