Analyse

Destruktiver Respekt bereitet dem MSV Duisburg Probleme

Die Zebras konnten gegen Braunschweig die Niederlage noch abwenden, glücklich sahen sie nach dem Spiel trotzdem nicht aus.

Die Zebras konnten gegen Braunschweig die Niederlage noch abwenden, glücklich sahen sie nach dem Spiel trotzdem nicht aus.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Der MSV Duisburg kann derzeit seine Heimstärke nicht auf die Platte bringen. Aber auch die Konkurrenz der Duisburger lässt Punkte liegen.

An einem stürmischen Sonntag blieb der Sturm auf die Spitze der 3. Fußball-Liga aus. Der FC Ingolstadt verlor bei den Würzburger Kickers nach einer 1:0-Führung noch 1:3 und verpasste damit den Sprung auf den ersten Platz. Somit blieb auch das zweite Unentschieden im eigenen Stadion nacheinander für den MSV Duisburg aus tabellarischer Sicht ohne böse Folgen.

Sechs Spiele, vier Unentschieden

Auch die Konkurrenten Unterhaching und Mannheim kamen nicht über Unentschieden hinaus. So können die Zebras mit dem 1:1 gegen Eintracht Braunschweig vom Freitagabend gut leben.

Der MSV ist nun schon seit sechs Spielen ungeschlagen, vier dieser Partien endeten mit einem Unentschieden. Die Konkurrenz konnte daraus kein Kapital schlagen. Die ersten beiden Spiele im eigenen Stadion offenbarten, dass die Zebras die Heimdominanz – in der Hinrunde gab es acht Siege und eine Niederlage – zum Jahreswechsel verloren haben.

Das liegt nicht nur daran, dass mit Ingolstadt und Braunschweig zwei Truppen in Duisburg gastierten, die zum Kreis der Aufstiegskandidaten zählen. Die Gegner kamen gut vorbereitet an die Wedau: Sie hatten im Vorfeld erkannt, dass sie dem Zebra mit einer konsequenten, mitunter destruktiv anmutenden, defensiv orientierten, Taktik Schwierigkeiten bereiten können. Mit Offensivfußball haben sich im alten Jahr einige Mannschaften in Duisburg die Finger verbrannt. Doch so ist nun eine der schärfsten Meidericher Waffen, das schnelle Umschaltspiel, abgestumpft.

Schwäche bei Standards

Torschütze Ahmet Engin und Außenverteidiger Arne Sicker merkten an, dass es unheimlich schwer sei, gegen eine tief stehende Truppe zu spielen. Sportdirektor Ivica Grlic sprach von einem Gegner, der sich gefühlt mit zehn Mann in der eigenen Hälfte aufgehalten habe.

Der Gegner zeige mit seinem Defensivfußball großen Respekt vor der Stärke des Teams, merkte Trainer Torsten Lieberknecht. Da mag sich der Coach dann doch mehr Respektlosigkeit seitens der Gäste wünschen. Den Gefallen wird ihm aber auch der kommende Heimgegner, der seit zwei Mai 2018 auswärts ungeschlagene SV Waldhof Mannheim, kaum tun.

Lieberknecht, der mit seinem Team nun zunächst auswärts beim FSV Zwickau gefordert ist, will an den Stellschrauben drehen. „Es ist die hohe Kunst, hier Lösungen zu finden“, sagt der 46-Jährige. Anfangen könnten die Zebras beim ruhenden Ball. Neun Eckbälle brachten am Freitag ebenso wenig ein wie die Freistöße.

Engin ist beim MSV der Mann der Stunde

Zudem ist bei einigen Spielern der Wurm drin. Der am nächsten Sonntag gesperrte Moritz Stoppelkamp schießt viel, trifft aber wenig. Lukas Daschner stand zum zweiten Mal nicht in der Startaufstellung, sorgte aber immerhin nach seiner Einwechslung für Impulse. Flügelspieler Leroy-Jacques Mickels bringt noch nicht die Wucht auf die Platte, mit der er in der Hinrunde überraschen konnte.

Gut, dass nun Ahmet Engin überraschen kann. Mit drei Treffern in den letzten beiden Spielen ist er beim MSV der Mann der Stunde.

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