Fußball

Der MSV vor dem Halle-Spiel: Kopfrattern und Magengrummeln

Vincent Gembalies wird viel zu tun haben – er ist der einzige etatmäßige Innenverteidiger im Spiel gegen Halle.

Vincent Gembalies wird viel zu tun haben – er ist der einzige etatmäßige Innenverteidiger im Spiel gegen Halle.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Duisburg.  Vor dem Spitzenspiel muss sich Trainer Lieberknecht Gedanken über die Aufstellung machen. Youngster Vincent Gembalies wird zum „Chefverteidiger“.

Torsten Lieberknecht sagte am Donnerstag: „Der Kopf rattert.“ Wie bei Lukas Boeder der Magen grummelt. Der Innenverteidiger hatte sich am Abend zuvor mit Unwohlsein per SMS vom nächsten Trainingstag des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg abgemeldet. Vor dem Auswärtsspiel heute um 14 Uhr (live im MDR) beim Halleschen FC steht fest: Das Kopfrattern und das Magengrummeln dauern an. Gegen die mit 31 Toren zweitbeste Offensive der Liga reist der Spielverein mit einer gerissenen Viererkette an. Lukas Boeder fällt im Topduell des Spitzenreiters aus Duisburg beim Tabellendritten aus Sachsen-Anhalt aus. Die medizinische Abteilung habe grünes Licht verweigert, so Martin Haltermann, der Pressesprecher des MSV.

Das fordert von Lieberknecht Improvisationstalent. Der Trainer ist Verletzungskummer gewöhnt. Vermutlich brächte ihn eher ein randvoller Kader aus dem Konzept. Diese Baustelle ist gleichwohl eine richtig große. Marvin Compper zwickt nach wie vor die Wade. Frühestens in der kommenden Woche kehrt der als Leistungsträger geholte Abwehrmann zurück ins Training.

Nur ein 19-Jähriger ist übrig

Damit bleibt nur der junge Vincent Gemablies als professioneller Innenverteidiger übrig. Das 19-jährige Eigengewächs hätte sich vor der Saison nicht träumen lassen, als Chefverteidiger aufzulaufen. Gembalies rückte erst im Oktober als Ersatz für Compper ins Team. Immerhin, das Talent spielt inzwischen seinen Part so stark, dass man die Erstbesetzung für die Rolle gar nicht vermisste. Wer aber könnte neben ihm stehen? Tim Albutat käme in Frage, sagt Lieberknecht. Der Sechser würde dann aber auf der Position vor der Abwehr fehlen.

Sein Ersatz auf der Sechs, Max Jansen, fällt auch verletzt aus. Joshua Bitter wäre ebenfalls ein Mann für diese Aufgabe. Dann käme Florian Brügmann auf der rechten Seite zu Spielpraxis. Yassin Ben Balla wäre vielleicht ebenfalls eine Alternative. Der Mittelfeldmann bringt die notwendige Physis und Zweikampfstärke mit. Jetzt fehlt wieder der zweite Sechser. Kein Wunder, dass es im Kopf des Trainers rattert.

Zudem hat sich sein Kollege Torsten Ziegner aus Halle fest vorgenommen, die MSV-Abwehr auf Sattelfestigkeit zu prüfen. Im Pressegespräch kündigte er an: Seine Elf werde mit Tempo nach vorn spielen. Zugleich räumt er ein: Man gehe gegen die fünfmal in Folge siegreichen Meidericher „mit Demut“ in die Partie. MSV-Trainer Lieberknecht schätzt Halle als den besten Gegner in der Liga ein und spricht von „großem Respekt“. Wenn sich alle so tief verbeugen, wird wohl kein Kopfballtor fallen.

Ausfälle schmerzen im Spitzenspiel

Was fest steht: Es ist ein Spitzenspiel. Deshalb schmerzen den Duisburger Trainer die Ausfälle: „Ich wäre schon gern mit voller Kapelle angetreten.“ Wenn eine Tuba und eine Trompete fehlen, beeinträchtigt das den Klang durchaus. Sechs Spieler fallen mit Sicherheit aus, darunter sind drei Dauerverletzte. Hinter dem Einsatz von Petar Sliskovic (Oberschenkelprobleme) steht ein Fragezeichen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Moritz Stoppelkamp ist zurück im Mannschaftstraining. Das Fehlen des elffachen Torschützen fiel beim 2:1 gegen Viktoria Köln durchaus auf. Dabei zählt nicht allein seine Torgefahr. Der Kapitän führt und hält die Truppe. Das wird heute verlangt. Denn Halle ist nicht nur stark, sondern auch unter Druck. Die Jungs von der Saale wollen aufsteigen. Sechs Punkte beträgt der Abstand zum Zebra. Für die Gastgeber ist verlieren so gut wie verboten. Gewinnen wird schwer genug. In den bislang absolvierten fünf Pflichtspielen gegen den MSV ging man nie als Sieger vom Platz. Die 500 mitreisenden Fans sagen sich: Mit so einer wunderbaren Tradition sollten die Gastgeber nicht brechen.

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