Leichtathletik

Anneke Vortmeier ist ein großes Talent beim ASV Duisburg

Ehrgeiz im Training: Anneke Vortmeier investiert viel für den Erfolg.

Ehrgeiz im Training: Anneke Vortmeier investiert viel für den Erfolg.

Foto: Daniel Elke

Duisburg.  Die 17-jährige Läuferin hat schon einige Erfolge auf den Mittelstrecken erzielt. Ihr Trainer traut ihr noch eine stärkere Entwicklung zu.

Anneke Vortmeier reist gerne. „Beim Urlaub mit der Familie geht’s aber nicht immer allzu weit weg“, sagt die 17-Jährige lachend. Da trifft es sich gut, dass ihr Weg mit dem ASV Duisburg quer durch Deutschland und auch über die Grenzen hinaus führt. Vor vier Jahren entdeckte die Schülerin des Steinbart-Gymnasiums den Ausdauer-Laufsport für sich – oder auch der Ausdauer-Sport-Verein das Talent der jungen Duisburgerin. Seitdem führt der gemeinsame Weg nicht nur an viele Orte, sondern vor allem auch steil bergauf. Annekes Weg ist ein wahrer Erfolgsweg.

Im letzten Sommer führte ihr Weg zur Deutschen Meisterschaft nach Rostock, wo sie mit erst 16 den Meistertitel über 3000 Meter gegen teilweise fast drei Jahre ältere Konkurrentinnen holte. Und erst im März noch kam sie ebenfalls in der Altersklasse U 18 mit dem zweiten Platz von der Deutschen Crossmeisterschaft aus Ingolstadt zurück – wenige Tage vor ihrem 17. Geburtstag.

„Damals spielte sie Hockey“, erinnert sich ihr Trainer Theo Plück an die Anfänge der Zusammenarbeit, als er das Talent der jungen Schülerin bei einer Sport-AG am Steinbart-Gymnasium entdeckte. „Nach den Sommerferien ist sie bis Mai dann jeden Mittwoch zum Training gekommen – außer an ihrem Geburtstag“, weiß der Trainer um den Ehrgeiz seines Schützlings. „Ich konnte sie in dieser Zeit aber nie zu einem Wettkampf überreden. Dann hat sie aber endlich doch mal an einem Wettkampf über 2000 Meter teilgenommen – und direkt gewonnen. Von da an hatte sie Blut geleckt“, lacht Plück.

Im August 2017 feierte Anneke Vortmeier dann den Erfolg, der ihr bis heute am meisten hängen geblieben ist. „Die Deutsche Meisterschaft in Bremen war schon ein tolles Erlebnis. Ich hätte ein Jahr zuvor noch nicht einmal gedacht, dass ich es überhaupt dorthin schaffe.“ Doch Anneke nahm nicht nur teil – sie wurde deutsche U-16-Meisterin über 3000 Meter.

Sprinten ist nicht ihr Ding

Was ihr Geheimnis ist? „Weiß ich nicht“, lacht Anneke, „irgendwas scheine ich richtig zu machen. Wichtig ist, Spaß an der Sache zu haben, dann kommt der Erfolg von allein. Etwas Ausdauer in den Genen braucht es aber wohl auch.“

Und davon hat die 17-Jährige einige. „Sprinten ist nicht ihr Ding“, weiß ihr Trainer. „Die langen Distanzen liegen mir deutlich besser“, sagt die Läuferin. Zwar wurde Anneke auch über 1500 Meter (4:41,95 Minuten) erst im Januar noch Nordrhein-Meisterin – und zwar hochgestuft in die U-20-Konkurrenz. Der Blick geht aber auf die 5000-Meter-Distanz, die Anneke auch bei der nächsten Deutschen Meisterschaft anpeilt und den 3000 Metern vorziehen würde – wenngleich die Konkurrenz auf der kürzeren Distanz jünger wäre, da sie dort in im Gegensatz zu den 5000 Metern noch in der U-18-Wertung starten könnte.

Dass sie sich gegen Ältere durchsetzen kann, hat Anneke Vortmeier aber schon oft bewiesen – auch auf internationaler Ebene. Seit eineinhalb Jahren gehört sie dem Landeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an, was sie freilich schon stolz mache, wie Anneke sagt. „Das gibt noch einmal Extra-Motivation.“

Mit dieser Extra-Motivation führte ihr Erfolgsweg im Juli 2018 bis nach Ungarn. Bei der Jugend-Europameisterschaft in Györ wurde die Duisburgerin mit ihrer Bestzeit von 9:38 Minuten über 3000 Meter Achte in der U 18. Im November qualifizierte sie sich beim Crosslauf in Pforzheim als Zweite für den nächsten internationalen Auftritt und nahm im Dezember an der Cross-EM im niederländischen Tilburg Teil, bei der sie unter 100 – teilweise deutlich älteren – Starterinnen in der U 20 den 34. Platz belegte.

Keine Lust auf Partys

Dass ihr Weg vielleicht sogar mal bis auf die ganz große Bühne führt, will ihr Trainer nicht ausschließen. „Wenn sie fokussiert bleibt, kann sie einiges schaffen“, sagt Theo Plück. „Aber das kann man bei Mädels in dem Alter ja nie wissen.“

Nach Partys & Co. stünde ihr aber nicht der Sinn, versichert Anneke. „In meinem Freundeskreis treiben alle Sport, das macht es einfach“, hofft auch die Läuferin, dass ihr Weg noch an viele weitere Orte führt. Die kommende U-20-Europameisterschaft im schwedischen Borås hat sie bereits im Visier. Und ihr Trainer hat auch noch etwas vor. „Die nächste Cross-EM ist in Lissabon“, sagt Theo Plück mit einem Zwinkern, „da würde ich gern hin.“

Anneke Vortmeier wirkt etwas überrascht. „Aber warum auch nicht?“, sagt die 17-Jährige dann. Sie reist ja gern.

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