Fortuna

Wie die Fortuna Schalke auseinander nahm

Dodi Lukebakio brachte die Fortuna in Führung.

Dodi Lukebakio brachte die Fortuna in Führung.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Düsseldorf.   Fortuna Düsseldorf feiert im Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 einen verdienten 4:0-Kantersieg – und verstärkt die Krise bei Königsblau.

Als Friedhelm Funkel auf dem Rasen der Schalker Arena stand und von der bislang wohl stärksten Saisonleistung sprach, muss er sich ein wenig verloren vorgekommen sein. Denn die Freude des Trainers von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf war außerhalb der Grenzen von Nordrhein-Westfalens Hauptstadt nicht das erste Interesse. Die sich verstärkende Krise des FC Schalke 04, die drohende Entlassung des Knappentrainers Domenico Tedesco – das waren die Dinge, die Fußball-Deutschland scheinbar bewegten, nachdem die Fortuna mit einem brillanten Auswärtsspiel 4:0 (1:0) in Gelsenkirchen gewonnen hatte. Der Aufsteiger, den alle vor der Saison belächelt hatten, hatte gerade den deutschen Vizemeister der vergangenen Saison nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen.

Natürlich, keine Frage, die Fortuna profitierte von der Krisensituation auf Schalke, von einer völlig verunsicherten Mannschaft, die von einem angeschlagenen Trainer geführt wird – zudem wenige Tage nach dem Desaster gegen Mainz und dem Rücktritt von Sportchef Christian Heidel. Und dennoch muss diese „Vorlage“ erst einmal verwandelt werden, wie die Fortuna es tat. Beide Mannschaften begannen vorsichtig. Gefahr ging von Schalke nicht aus – anders ausgedrückt, Fortuna ließ es nicht dazu, dass es soweit kommt. Schon in der 21. Minute jubelte Düsseldorf, das aber noch vergeblich. Benito Raman hatte den Ball durch ein Tackling erobert, schickte Dodi Lukebakio auf die Reise, der eiskalt traf. Doch Schiedsrichter Felix Brych entschied nach Videobeweis auf Foulspiel von Raman. Grenzwertig, aber vertretbar. 14 Minuten später brachte ein weiterer Blick auf den Monitor aber die zweite Chance für Lukebakio. Eine Raman-Flanke hatte Schalkes Matija Nastasic mit der Hand abgefälscht – Elfmeter, Lukebakio läuft an und jagt den Ball in die Maschen. Schalke gelang derweil nichts. Einen Freistoß aus zentraler Position vergab Daniel Caligiuri kläglich.

Rensing hält Fortuna auf Kurs

Pause, Pfiffe – und dann? Eine Schalker Mannschaft, die es wissen wollte. Zumindest 15 Minuten lang. In der 56. Minute verdiente sich Fortuna-Torhüter Michael Rensing seinen Anteil am Kantersieg: Caligiuri spielte Amine Harit frei, doch der Düsseldorfer Keeper riss den Arm hoch und verhinderte den Ausgleich. Und danach begann der Gala-Auftritt der Fortuna. Dawid Kownacki war nach einem Pass frei durchgebrochen und ließ Schalkes Torhüter Alexander Nübel keine Chance (62.). Sechs Minuten später holten sich die Gäste im Mittelfeld den Ball, Lukebakio machte einige Schritte, stoppte, schaute, sah Raman, der nach einem feinen Diagonalpass zum 3:0 einhämmerte. Als Kownacki sechs Minuten vor Ende zum 4:0 abstaubte, war der Düsseldorfer Kantersieg perfekt. Zuvor hatte Jeffrey Bruma Glück, nach einem Foul an Raman nur (Dunkel-)Gelb gesehen zu haben (73.).

Als Kaan Ayhan vor den Mikrofonen des TV-Senders Sky stand, musste auch er – als Ex-Schalker – erst einmal Fragen zu der Situation seines früheren Vereins beantworten. Und der türkische Nationalspieler machte es souverän. „Es steht mir nicht zu, etwas über die Situation auf Schalke zu sagen“, wiegelte er Fragen dieser Art ab. Über die Fortuna sprach er gerne. „Natürlich sind wir mit Blick auf den Klassenerhalt theoretisch noch nicht durch, aber wir wissen alle, in welch gute Situation wir uns gebracht haben und dass wir selbst schuld wären, wenn es wir es noch einmal knapp werden ließen.“ Recht hat der Mann.

Ach ja. Angesichts der Schalker Krise ging auch unter: Die Negativserie von Friedhelm Funkel gegen Königsblau ist zu Ende gegangen. Und das mit einem Donnerhall.

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