Fußball-Bundesliga

Vor Werder-Spiel: Funkel lobt Kohfeldts Umgang mit Kruse

Gesprächsbedarf: Werders Trainer Florian Kohfeldt spricht auf dem Weg in die Halbzeit im Spiel gegen Hertha mit Kapitän Max Kruse.

Gesprächsbedarf: Werders Trainer Florian Kohfeldt spricht auf dem Weg in die Halbzeit im Spiel gegen Hertha mit Kapitän Max Kruse.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Düsseldorf.   Fortunas Trainer ist von den Schachzügen seines Bremer Kollegen angetan und prophezeit ihm eine erfolgreiche Zukunft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Werder Bremen stellt eine Ausnahme dar. In Zeiten, in denen das Rotationsprinzip bei den großen Fußballmannschaften Einzug gehalten hat, setzen die Hanseaten aufs Prinzip Stammspieler. Und so haben gleich sechs Akteure in dieser Saison alle 30 Spiele in der Bundesliga absolviert. „Das zeigt, welche Kontinuität bei Werder eingekehrt ist“, sagt Fortunas Trainer Friedhelm Funkel, der selbst eher zur Rotation neigt, anerkennend.

Und Funkel nennt auch gleich den Grund für die neue, alte Ruhe bei Werder: Florian Kohfeldt. Auf seinen Kollegen auf der Bremer Trainerbank hält der 65-Jährige große Stücke. „Man sieht, dass er nach wie vor total geerdet ist. Er ist in seinen Aussagen sehr klar. So hat er Werder Bremen total stabilisiert. Und das mit einer Art und Weise, Fußball zu spielen, die zu den Spielertypen passt. Er macht einen sehr guten Eindruck, ist taktisch sehr versiert“, sagt Funkel. „Er ist ein Trainer, der in den nächsten Jahren weiter auf sich aufmerksam machen wird. Davon bin ich überzeugt. Es macht Spaß, ihm zuzusehen.“

Ein Trainer mit Empathie

Als Kernkompetenzen schreibt Funkel dem Kollegen Kohfeldt Empathie und Zwischenmenschlichkeit ins Zeugnis. „Es sieht aus der Entfernung so aus, als hätte er ein fantastisches Verhältnis zu seinen Spielern“, sagt Fortunas Trainer. Als größten Schachzug adelt Funkel den Umgang mit dem einst als Enfant terrible verschrienen Stürmer Max Kruse, der in der aktuellen Spielzeit zehn Tore erzielt und ebenso viele Vorlagen gegeben hat. „Es war eine sehr kluge Entscheidung, Max Kruse als Kapitän Verantwortung zu übertragen. So hat er ihn für sich und die Mannschaft gewonnen“, sagt Funkel. „Durch diese Verantwortung ist Kruse nochmal gewachsen. Er ist ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler, der Spiele alleine entscheiden kann – als Torschütze oder Vorlagengeber.“

Die Schaltstation im Werder-Sturm

Bei Werders 3:1-Erfolg im Hinspiel im Weserstadion bereitete Kruse den Führungstreffer von Kevin Möhwald vor. Der 31-jährige Kruse gilt als Schaltstation im Bremer Angriffsspiel. Noch ist aber nicht klar, ob Kruse, der mit den Folgen einer Prellung im linken Oberschenkel zu kämpfen hat, von Anfang an auflaufen kann. „Er wird auf jeden Fall mit nach Düsseldorf fahren. Aber ob er dann auch spielen kann oder erstmal nur auf der Bank sitzt, entscheiden wir kurzfristig“, betont Kohfeldt. „Es wird eine knappe Entscheidung.“

Sollte Kruse spielen können (heute, 15.30 Uhr), ist für Funkel wichtig, die Kreativität des ehemaligen Nationalspieles zu unterbinden. „Früher hätte man gesagt: ,Du hast Max Kruse und verfolgst ihn auf die Toilette’“, sagt Funkel. „Aber heutzutage spielt man keine Manndeckung mehr. Wir müssen das mit mehreren Spielern lösen. Da, wo Max auftaucht, müssen wir ihn attackieren und verhindern, dass er seine perfekt getimten Bälle spielen kann.“ An konditionelle Defizite aufgrund des aufreibenden Pokalspiels gegen die Bayern (2:3) am Mittwoch glaubt Fortunas Trainer jedenfalls nicht: „Sie werden vielleicht den ein oder anderen Wechsel vornehmen, vielleicht kommt Nuri Sahin zurück ins Team. Das muss man abwarten.“ (erer)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben