Fußball-Bundesliga

Sololauf ins Glück: Fortuna siegt im Derby gegen Köln

Ausgelassener Torjubel: Erik Thommy nach seinem Treffer zum 2:0.

Ausgelassener Torjubel: Erik Thommy nach seinem Treffer zum 2:0.

Foto: HORSTMüLLER

Erik Thommy spielt beim Derbysieg gegen den 1. FC Köln groß auf und erzielt das wichtige 2:0. Doch Trainer Funkel tritt auf die Euphoriebremse.

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60 Minuten sind gespielt. Das Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln steht auf der Kippe. Die Düsseldorfer führen mit 1:0, doch Köln ist gut aus der Kabine gekommen, hatte neuen Mut geschöpft und gerade durch Simon Terodde die große Chance auf den Ausgleich gehabt. Dann kommt Erik Thommy und besorgt das wichtige 2:0. „Ein Derby zu gewinnen und dann auch noch das 2:0 zu schießen, ist einfach sensationell“, sagt der glückliche Thommy, der für seinen Trainer der Matchwinner ist. „Nach diesem Tor war ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen würden“, betont Friedhelm Funkel später, lobt seinen Außenstürmer, gibt ihm aber auch einen Arbeitsauftrag mit.

Nach einer Kölner Ecke kommt der Ball zu Kaan Ayhan. Er schlägt die Kugel weit hinter die völlig entblößte Kölner Verteidigung in die gegnerische Hälfte. Der Düsseldorfer Abwehrchef beschreibt die Situation mit einem Augenzwinkern so: „Ich habe einen Spieler mit weißem Trikot da vorne hinter den ganzen dunkel gekleideten gesehen. Bevor hier also irgendwelche Gerüchte aufkommen: Der Pass war gewollt!“

Der Mann in Weiß ist Erik Thommy. Er sprintet hinter dem Ball her. Dass er ihn als Erster erreicht, liegt aber vor allem an Timo Horn. Der Kölner Torhüter zögert eine Sekunde und verpasst den richtigen Moment, um herauszulaufen. Thommy nimmt den Ball im Vollsprint mit dem Kopf mit, verliert dann etwas Geschwindigkeit. Kingsley Schindler holt die Leihgabe vom VfB Stuttgart ein. Thommy lässt sich auf den Zweikampf ein, macht einen schnellen Haken, Schindler läuft ins Leere. Mit dem rechten Fuß hämmert der 25-Jährige die Kugel ins linke, kurze Eck. „Ich habe gleich gesehen, dass der Ball von Kaan sehr gut kommt und bin einfach nur gelaufen. Als ich gemerkt habe, dass ein Kölner knapp hinter mir ist, habe ich instinktiv einen Haken geschlagen. Alles weitere ging dann ganz schnell, und ich habe einfach funktioniert“, beschreibt Thommy seinen Glücksmoment.

Kölns Trainer Achim Beierlorzer fand über diese Situation gar nicht amüsant und grantelte: „Das ist alles andere als seriös verteidigt. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“ Sein Gegenüber sah das aus einem völlig anderen Blickwinkel: „Das war ein tolles Tor nach einer Umschaltsituation. Erik hat die Situation sehr gut genutzt“, sagte Funkel, der aber auch Kritik übte: „Ich sehe ihn in diesem Spiel aber auch nicht so gut wie ihr ihn vielleicht alle seht. Er hat noch viele unnötige Ballverluste. Bei vielen Situationen schießt er aufs Tor, er müsste aber den Kopf heben und den Mitspieler bedienen. Bei ihm ist schon noch viel Luft nach oben. Er setzt langsam die Dinge besser um, die wir von ihm verlangen. Wir hoffen, dass es in den kommenden Wochen weiter nach oben geht.“

Thommy ist bis zum Sommer von den Schwaben ausgeliehen, die Düsseldorfer haben eine Kaufoption ausgehandelt. Bisher zeigte der Außenstürmer – wie alle Zugänge – Licht und Schatten bei seinen Auftritten. Sein Start bei Fortuna war spektakulär: Beim 3:1 in Bremen zum Liga-Auftakt bereitete er zwei Treffer vor. Danach gelang ihm aber wenig – bis auf eine Vorlage beim 1:2 gegen Freiburg. Zuletzt war Thommy auch nur noch Teilzeitarbeiter, wurde in den vergangenen drei Ligaspielen nur eingewechselt. Gegen Köln brachte Funkel den Rechtsfuß, der gerne von der linken Seite nach innen zieht, mal wieder von Beginn an. Vielleicht wusste der 65-Jährige ja auch um Thommys Wert in Spielen gegen Köln. Im März 2018 gewann der gebürtige Ulmer mit Stuttgart mit 3:2 in der Domstadt. Thommy bereitete alle drei Treffer vor.

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