Fußball-Bundesliga

So will Thomas Röttgermann mit der Fortuna erfolgreich sein

Neues Macht-Duo: Vorstands-Chef Thomas Röttgermann (li.) und Aufsichtsratsboss Reinhold Ernst.

Neues Macht-Duo: Vorstands-Chef Thomas Röttgermann (li.) und Aufsichtsratsboss Reinhold Ernst.

Foto: Janning

Düsseldorf.   Der neue Vorstands-Chef von Fortuna Düsseldorf, Thomas Röttgermann, sagt: „Ich habe einen klaren Plan, wo es hingehen soll.“

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Es ist 14.03 Uhr am Dienstagnachmittag, als Thomas Röttgermann (58) erstmals öffentlich in der Funktion als Fortunas Vorstands-Chef spricht. Er sagt zunächst, was man so sagt, wenn man neu bei einem Klub ist. Doch die erste Pressekonferenz ist weit davon entfernt, eine Aneinanderreihung von Floskeln und Plattitüden zu sein. Der neue starke Mann hat klare Vorstellungen. Wir haben seine wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Thomas Röttgermann über...

...seinen Einstieg bei Fortuna: „Ich bin schon ein paar Jahre im Geschäft und hatte verschiedene Stationen. In all den Jahren habe ich viele Erkenntnisse, Eindrücke und Einschätzungen gewonnen, die ich jetzt bei der Fortuna einbringen möchte. Ich weiß, wie man Vereine zum Erfolg führen kann und wie man Rahmenbedingungen so verbessert, dass sportlicher Erfolg wahrscheinlicher wird. Denn das ist, was wir wollen: sportlichen Erfolg zu organisieren.“

...sein Erfolgsrezept für einen erfolgreichen Verein: „Vier Dinge sind für mich wichtig. Erstens: Ein Verein muss in der Lage sein, sportliche Entwicklung zu finanzieren. Nur so ist sie überhaupt möglich. Zweitens sind Motivation, Solidarität und Mentalität unabdingbar. Es reicht nicht aus, einfach nur seinen Job zu machen – man muss für seine Aufgabe bei einem Verein brennen und das Besondere erreichen wollen. Das betrifft alle – egal ob Spieler, Trainer, Betreuer oder Mitarbeiter. Man ist immer dann erfolgreich, wenn überall ein Leistungsklima herrscht, in dem alle Erfolg wollen. Da müssen wir hin. Drittens: Mit Kommunikation alle mitnehmen, die Teil des Erfolgs sein sollen. Fans und Zuschauer, Sponsoren, Gremien und Mitarbeiter, aber auch die Stadt und ihre Bürger. Und der letzte Punkt: Wir brauchen gute Leute in jedem Bereich. Ich habe schon jetzt einen guten Eindruck von den Kolleginnen und Kollegen auf der Geschäftsstelle gewonnen. Ich glaube, dass hier jede Menge möglich ist.“

...seinen Führungsstil: „Ich bin bei diesem Thema Anhänger eines extrem langweiligen Bildes – nämlich dem der Zahnräder. In komplexen Organisationen wie Vereinen ist es wichtig, dass jeder seinen Beitrag zum Gesamterfolg leistet. Der ist mal klein, mal groß, aber immer existentiell. Ich bin nicht der Meinung, dass ich in allen Fachfragen immer die beste und richtige Meinung habe und genau weiß, was richtig ist. Meine Stärke ist es aber, herauszufinden, wer die richtige Meinung hat, und unterschiedliche Zielsetzungen und Herangehensweisen zusammenzuführen. Was ich habe, ist ein klarer Plan, wo es hingehen soll. Den muss ich als Repräsentant des Vereins aber auch haben.“

...seine Zukunftspläne für die Fortuna: „Wir wollen in der Bundesliga bleiben und eine gute Rolle spielen. Das muss immer unser Ziel sein. Was wir aber nicht brauchen, sind ständige Plattitüden und Zielsetzungen, die mit den aktuellen Voraussetzungen nicht erreichbar sind. Ich bin ein nüchterner und systematischer Mensch: Ich schaue mir unsere Rahmenbedingungen an und vergleiche sie mit denen anderer Vereine. Düsseldorf als Landeshauptstadt des bevölkerungsstärksten deutschen Bundeslandes muss sich nicht hinter anderen Klubs verstecken. Wir müssen aber daran arbeiten, dass sich diese Voraussetzungen in Zählbares umsetzen.“

… Sportvorstand Lutz Pfannenstiel und Trainer Friedhelm Funkel: „Ich habe mit beiden schon gesprochen und bin mir sicher, dass beide einen richtig guten Job machen. Der Saisonverlauf spricht schließlich für sich – Fortuna hat den Klassenerhalt früher erreicht, als es irgendjemand erwartet hätte. Ich kenne Lutz Pfannenstiel schon länger und finde ihn sehr kompetent. Er weiß, was er tut. Friedhelm Funkel stammt aus Neuss, wo ich wohne – das ist eine Gemeinsamkeit.“

...die 50+1 Regel, für deren Erhalt Fortuna kämpft: „Die Fortuna hat zu diesem Thema eine ganz klare Position, die ich teile. Es ist eine funktionierende Regelung, die eine Alleinstellung des deutschen Fußballs darstellt. Man kann sie diskutieren, aber es gibt keinen Grund, hektisch Änderungen herbeizuführen. Ich sehe auch den Grund für die wirtschaftliche Schlechterstellung der Bundesliga nicht darin, dass Mitglieder in Vereinen mitbestimmen. Das ist für mich eher ein identitätsstiftendes Signal.“ (erer/MK)

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