Fußball-Bundesliga

Schiedsrichter-Ärger beim Fortuna-Spiel in Freiburg

Blankes Entsetzen bei Kevin Stöger (rechts) und Adam Bodzek: Schiedsrichter Tobias Welz hat eine seiner vielen Fehlentscheidungen getroffen.

Blankes Entsetzen bei Kevin Stöger (rechts) und Adam Bodzek: Schiedsrichter Tobias Welz hat eine seiner vielen Fehlentscheidungen getroffen.

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.   Die schwache Spielleitung von Tobias Welz regt beim 1:1 in Freiburg beide Seiten auf. Funkel und Streich beklagen aber auch die Regelauslegung.

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Eine Faustregel des Fußballs lautet: Ein Schiedsrichter ist besonders gut, wenn er nicht auffällt. Irgendwie muss Tobias Welz da jedoch etwas missverstanden haben, denn der Referee aus Wiesbaden drängte beim 1:1 der Düsseldorfer Fortuna beim SC Freiburg sämtliche 28 eingesetzten Profis mühelos an den Rand des Geschehens. Kein gutes Zeichen.

„Der Foulelfmeter, der Freiburg bereits nach acht Minuten in Führung brachte, war völlig unberechtigt. Ein Witz“, kritisierte Friedhelm Funkel. Doch weit mehr als über den sicher diskussionswürdigen Pfiff des Polizeibeamten nach dem Zweikampf zwischen Benito Raman und dem Freiburger Vincenzo Grifo ärgerte sich Fortunas Trainer über Welz’ Vorgehensweise. „Der Schiedsrichter hat mit dem Kölner Keller Kontakt gehabt“, erklärte der 65-Jährige. „Aber dann hat sich Welz einfach darüber hinweggesetzt und es bei seiner Entscheidung belassen. Er hat es nicht einmal für nötig befunden, sich die Szene noch einmal anzusehen. Das ist arrogant.“

Erinnerungen ans Gladbach-Spiel

Funkel fühlte sich wie seine Profis zurückerinnert an den unberechtigten Handelfmeter, den Referee Felix Brych in der Hinrunde beim 0:3 in Mönchengladbach gegen Fortuna verhängt hatte. Damals bekam der Münchner Schiri von seinem Videoassistenten aus dem Kölner Keller den Hinweis, sich die Videoaufnahme von Alassane Pleas Schuss gegen Kaan Ayhans angelegten Arm noch einmal anzusehen – doch Brych verweigerte dies und blieb bei seiner Strafstoßentscheidung. „Das war damals ebenso arrogant“, fauchte Funkel am Sonntag, ein halbes Jahr danach.

Nicht auszudenken, wenn Welz’ Pfiff in einer entscheidenden Partie passiert wäre. Mehr als drei Wochen nach der endgültigen Sicherung des Klassenerhalts waren die Fortunen zwar sauer, blieben aber halbwegs gelassen. „Der Elfmeter war dennoch lächerlich“, ärgerte sich der vermeintliche Verursacher Raman. „Ich habe Grifo nicht einmal berührt.“ Es war freilich nur der Auftakt zu einer Reihe von Fehlleistungen des Hessen, der sich auch Keven Schlotterbecks Handspiel nach einem Schuss von Kevin Stöger sowieso zwei weitere Strafraumszenen nach Freiburger Attacken gegen Rouwen Hennings und Dodi Lukebakio nicht noch einmal ansehen wollte. Ebenso wenig wie auf der anderen Seite den sehr zweifelhaften Platzverweis gegen Freiburgs Janik Haberer.

Grundlegende Änderungen nötig

Welz’ Patzer stünden allerdings nicht für sich – in dieser Haltung waren sich die Trainer Funkel und Christian Streich einig. „Es sind grundlegende Änderungen nötig, so ist es nicht mehr unser Fußball“, sagte der Düsseldorfer Coach mit Blick auf den ständigen Ärger um Eingreifen und Nicht-Eingreifen aus Köln und speziell um die Handspielregel. „Die Schiedsrichter sind nicht mehr so souverän, wie sie es vor dem Keller waren. Sie haben Angst“, meinte Funkel. Hinzu komme die „aberwitzige“ Regelauslegung speziell beim Handspiel, die nichts mehr mit den tatsächlichen Abläufen eines Fußballspiels zu tun habe. „Es wird jetzt langsam ganz, ganz kritisch“, ergänzte Streich. „Es ist so, dass die Schiedsrichter immer verrückter werden, weil sie nicht mehr wissen, was sie machen sollen.“

Fortunas Abwehrchef Kaan Ayhan hatte sich eigentlich „vorgenommen, keine Schiedsrichter-Entscheidungen mehr zu kommentieren“, wurde aber nach den Szenen in Freiburg rückfällig. „Bis zum Sommer werden wir noch einiges über uns ergehen lassen müssen“, sagte der türkische Nationalspieler. „Dann sollten sich endlich mal alle zusammsetzen und bitte auch uns Profis mit einbeziehen. Vor allem, was angebliches Handspiel anbelangt.“

Ein frommer Wunsch. (jol)

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