Fußball-Bundesliga

Rouwen Hennings setzt Fortuna Düsseldorf unter Druck

Siegesfaust: Rouwen Hennings (r.) will Klarheit über seine Zukunft bekommen.

Siegesfaust: Rouwen Hennings (r.) will Klarheit über seine Zukunft bekommen.

Foto: Falk Janning

Düsseldorf.  Vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg am Freitagabend setzt Torjäger Rouwen Hennings Fußball-Bundesliga Fortuna Düsseldorf unter Druck.

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Für Rouwen Hennings läuft derzeit alles nach Plan. Fortuna hatte bisher vier Pflichtspiele in dieser Saison. In allen vier Partien stand der Angreifer in der Startelf, er erzielte ein Tor im Pokal, zwei in der Bundesliga. Sein besonders schöner Treffer mit der Hacke beim Fünftligisten FC Villingen wurde sogar gerade erst in die Auswahl zur Abstimmung für das „Tor des Monats“ bei der ARD aufgenommen. Alles eitel Sonnenschein also – sollte man meinen. Doch Hennings ist sauer auf seinen Arbeitgeber und insbesondere auf Sportvorstand Lutz Pfannenstiel. Es geht dabei um die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.

Um seiner Enttäuschung Luft zu machen, nutzt der 32-Jährige nach dem Vormittagstraining am Dienstag etwas überraschend die Gelegenheit, öffentlich Druck auf den Sportvorstand aufzubauen. Hennings: „Ich kann niemandem die Pistole auf die Brust setzen und sagen: ,Mach!‘ Aber ich werde mir meinen Teil dazu denken. Es ist kein Wunschkonzert, aber der Verein sollte wissen, was er an mir hat.“

Drei schulpflichtige Kinder

Hennings‘ Vertrag läuft zum Saisonende im kommenden Sommer aus. Nach Darstellung des gebürtigen Schleswig-Holsteiners habe er dem Klub signalisiert, dass er früh Klarheit haben möchte, ob mit ihm darüber hinaus geplant wird. „Mit drei Kindern, die schon schulpflichtig sind, wäre es nicht angenehm, bis April auf eine Entscheidung zu warten“, sagt Hennings. „Anfangs hieß es noch, dass der Verein das auch möchte. Ich habe jetzt letztens auch gelesen, dass wir kurz vor einer Einigung stehen würden. Das hat mich ein bisschen überrascht.“

Nach Informationen unserer Redaktion hat der Verein Hennings allerdings bereits ein Angebot unterbreitet. Es soll dem Vernehmen nach ein Einjahres-Vertrag mit Option auf ein weiteres sein. Mit den Aussagen von Hennings konfrontiert erklärt Pfannenstiel: „Es ist doch legitim und nachvollziehbar, dass sich Spieler Gedanken um ihre Zukunft machen. Wir haben Rouwen und seinem Berater ein Angebot gemacht und sind weiter im Austausch.“ Es klingt wie eine deeskalierenden Botschaft des Sportvorstands.

Hennings und seinem Berater geht es bei den Verhandlungen allem Anschein nach nicht um mehr Geld, sondern um eine längere Vertragslaufzeit. „Ich bin gerade erst 32 geworden und fühle mich nicht so, als müsste ich im Sommer schon aufhören. Mal schauen, wie andere darüber denken“, erklärt Hennings. „Ich spreche oft mit dem Trainer. Er war zuletzt immer zufrieden mit mir. Ich fühle mich sehr fit. Ich glaube an mich und daran, dass ich noch ein paar Jahre Leistung bringen kann.“

36 Tore in 101 Spielen

Der Stürmer kündigt auch an, sich nach Alternativen umzuschauen: „Ich bin es meiner Familie gegenüber schuldig, nichts dem Zufall zu überlassen. Nachher sagt die Fortuna, sie habe andere Pläne, dann stehe ich blöd da. Deshalb ist es gang und gäbe, sich umzuhören.“

Gut möglich, dass er das nach seinen Aussagen nun noch intensiver tun muss. Denn bei Fortuna kam es vereinsintern überhaupt nicht gut an, dass Hennings den Weg über die Öffentlichkeit gesucht hat, um Druck aufzubauen.

Rouwen Hennings kam im Sommer 2016 nach Düsseldorf. In 101 Spielen in der ersten und zweiten Liga sowie im Pokal erzielte er 36 Tore und bereitete 17 vor.

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