Fußball-Bundesliga

Rouwen Hennings bleibt bei Fortuna Düsseldorf

Rouwen Hennings hat seinen Vertrag mit Fortuna Düsseldorf verlängert.

Rouwen Hennings hat seinen Vertrag mit Fortuna Düsseldorf verlängert.

Foto: Soeren Stache / dpa

Düsseldorf.  Rouwen Hennings verlängert seinen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf. Der 32-Jährige ist für den Klub enorm wichtig – auf und neben dem Platz.

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Ein, zwei schnelle Schritte nach vorne, der Verteidiger ist eine Millisekunde langsamer. Die Flanke kommt perfekt, Rouwen Hennings köpft den Ball über die Linie – 1:0, Sieg, Erleichterung. Nach dem wichtigen Erfolg gegen Mainz am Samstag sind sich dann auch mal wieder alle Mannschaftskollegen im Lob für ihren Torjäger einig. Nun ist klar: Hennings wird auch über die Saison hinaus für Fortuna Düsseldorf auf Torejagd gehen. Der 32-Jährige verlängerte seinen Vertrag – wie angekündigt – am Dienstag. Dem Vernehmen nach läuft der neue Kontrakt bis 2021, verlängert sich aber nach einer gewissen Anzahl von Pflichtspielen um ein weiteres Jahr.

Das Internet ist mitunter sehr unterhaltsam – und Fortuna-Fans im Internet bilden da keine Ausnahme. Einige Nutzer der sozialen Medien sind momentan eifrig dabei, Joachim Löw einen gut gemeinten Ratschlag erteilen zu wollen. Sie möchten dem Bundestrainer einen der ihren „unterjubeln“: Rouwen Hennings für Deutschland. Die meisten meinen das freilich mit dem dazugehörigen Augenzwinkern. Dabei hat diese doch etwas weit hergeholt wirkende Forderung im Prinzip eine faktische Berechtigung. Denn schwarz auf weiß steht da, dass derzeit nur zwei Spieler in der Bundesliga torgefährlicher sind als der Junge aus Bad Oldesloe: Robert Lewandowski und Timo Werner. Hennings traf in den acht Ligaspielen schon fünfmal, dazu wurde sein Hackentreffer in der ersten Pokalrunde zum Tor des Monats August gewählt.

„Eine wichtige Konstante“

Somit ist die Vertragsverlängerung schon rein sportlich sinnhaft. „Er ist auf dem Platz eine wichtige Konstante bei uns“, sagt Friedhelm Funkel. Der Trainer hat Hennings, seit der 2016 zur Fortuna kam, 100 Mal das Vertrauen geschenkt – mal von Beginn an, mal als Einwechselspieler. Hennings nimmt es, wie es kommt. „Rouwen ist ein ein Spieler, wie man ihn sich als Trainer wünscht“, sagt Funkel, der zudem festhält: „Der Junge war nie verletzt in dieser Zeit. Einmal hatte er mal was mit dem Magen, ansonsten macht er seit Jahren jede Trainingseinheit mit.“

Hennings verkörpert Fortuna. Er gilt nicht als hochtalentierter Wunderknabe, er gilt als einer, der durch harte Arbeit das Maximum aus seinen Möglichkeiten macht. Sein Einsatzwille und seine Laufbereitschaft machen ihn auch an den Tagen wertvoll, an denen er mal nicht das Tor trifft – wobei das nur selten vorkommt. „Die klassischen Mittelstürmer galten mal als ausgestorben. Ich habe das nie so gesehen“, sagt Funkel.

Angenehm und bodenständig

Zudem haben nicht nur Hennings’ Taten auf dem Platz Gewicht, sondern auch seine Worte daneben. „Er ist als Mensch sehr wichtig für uns – ein angenehmer, bodenständiger Typ“, sagt Funkel. „Er spielt eine große Rolle in unserer Führungscrew“. Diese Rolle füllt Hennings nicht als Dampfplauderer mit lauter Stimme aus. Viel mehr verschafft er sich mit seiner ruhigen, trockenen, hanseatischen Art Gehör.

Deshalb war es durchaus überraschend, als Hennings im September seinen Unmut über die laufenden Vertragsverhandlungen öffentlich kundtat. Der Stürmer, der mit seiner Familie in Düsseldorf sesshaft werden möchte, forderte einen langfristigen Vertrag. Doch Lutz Pfannenstiel verfolgt den Weg, reiferen Akteuren, die langsam auf das Ende ihrer aktiven Karriere zusteuern, nur Einjahresverträge mit Option anzubieten. Von dieser Maxime wich der Sportvorstand auch für Hennings nicht ab. Am Ende einigten sich beide Parteien, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Hennings erklärte: „Ich verspüre großes Vertrauen von Trainer Friedhelm Funkel, aber auch vom gesamten Umfeld. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass mein gemeinsamer Weg mit der Fortuna noch lange nicht am Ende ist.“ (erer)

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