Fußball-Bundesliga

Klassenerhalt, aber kein zweites Bayern-Wunder

Bayerns Serge Gnabry (Mitte) im Duell mit Marcin Kaminski.

Bayerns Serge Gnabry (Mitte) im Duell mit Marcin Kaminski.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf.   Beim 1:4 ist der Rekordmeister FC Bayern München diesmal eine Nummer zu groß für Fortuna Düsseldorf. Der Klassenerhalt war schon zuvor sicher.

Niko Kovac zeigte Respekt. Der Bayern-Trainer fand bei der Pressekonferenz nach dem Spiel lobende Worte für den Gegner. „Ganz großes Kompliment an Fortuna und Friedhelm Funkel zum Klassenerhalt sechs Spieltage vor Schluss“, sagte er. „Das ist als Aufsteiger nicht selbstverständlich.“ Und da nicht nur Kovac, sondern auch seine Mannschaft mit dem nötigen Respekt an die Aufgabe in Düsseldorf herangegangen waren, hatte Fortuna auf dem Platz das Nachsehen. Die Bayern siegten verdient mit 4:1 (2:0). Dennoch feierten die Fortuna-Fans ihr Team, das den Klassenerhalt bereits am Samstag durch das 0:1 der Stuttgarter gegen Leverkusen sicher hatte.

Die Freude wurde dennoch durch die bevorstehende Trennung von Vorstandsboss Robert Schäfer, die durch bereits am Samstag bekannt wurde, getrübt. „Der Zeitpunkt war schon ungünstig“, sagte Innenverteidiger Andre Hoffmann. Trainer Friedhelm Funkel stellte klar: „Das hatte keinerlei Einfluss auf die Spielvorbereitung. Mehr möchte ich dazu im Moment nicht sagen.“

Bayern beherrschen Spiel von Beginn an

Die Spielvorbereitung der Bayern, die sicher auch noch das 3:3 gegen Fortuna im Hinspiel im Kopf hatten, war jedenfalls vorzüglich. Die Münchner beherrschten das Spiel von Beginn an, stellten die Räume zu und waren auch in den Zweikämpfen robuster. Und wenn bei den Bayern zur enormen Qualität eben auch noch Mentalität dazukommt, wird es schwer bis unmöglich für einen Gegner in der Bundesliga. Funkel bekannte deshalb ganz schlicht: „Der FC Bayern war zu gut für uns heute.“

Eine Viertelstunde hielt die Fortuna-Defensive gegen die wie geölt laufende Bayern-Maschinerie. Dann flankte Kingsley Coman, Thomas Müller irritierte Fortuna-Torhüter Michael Rensing, und der Ball landete im langen Eck zum 1:0. Die einzig echte Torgelegenheit aus dem Spiel heraus für die Düsseldorfer hatte Dawid Kownacki. Sein Schuss nach schönem Angriffszug wurde aber noch über das Tor abgefälscht. Kurz später traf Coman zum 2:0.

Nach der Pause ging es genauso weiter

Die Fortuna-Anhänger unter den 53.400 Zuschauern in der ausverkauften Arena hatten die Hoffnung, dass die Bayern vielleicht etwas nachlässiger aus der Kabine kommen würden – doch weit gefehlt. Die Gäste machten direkt nach Wiederanpfiff klar, dass sie den Wunsch nach der siebten Meisterschaft in Folge mit viel Nachdruck verfolgen. Und mit dem 3:0 von Serge Gnabry war die Frage nach dem Sieger dann auch endgültig geklärt. Dodi Lukebakio verkürzte nach zweifelhaftem Videobeweis-Handelfmeter zwar kurz vor Schluss noch auf 1:3, doch der eingewechselte Leon Goretzka erzielte postwendend den Endstand.

Die Party wollten sich die Fortunen, die den Abend mit einer Feier in einem Klub in der Altstadt ausklingen ließen, aber nicht verderben lassen. „Mir wird gleich schon das erste Bier schmecken“, sagte Funkel, der von seinem Trainerkollegen Kovac noch eine Bitte für das Spiel am vorletzten Spieltag bei Bayern-Konkurrent Dortmund mitbekam: „Vielleicht könnt ihr uns in dem Spiel ja noch etwas Gutes tun.“ (erer)

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