Fußball-Bundesliga

Fortunas Fraktion Formschwäche

Kam auch in Paderborn nicht richtig ins Spiel: Fortunas Zugang Bernard Tekpetey (Mitte).

Kam auch in Paderborn nicht richtig ins Spiel: Fortunas Zugang Bernard Tekpetey (Mitte).

Foto: Christof Wolff

Düsseldorf.  Es hakt besonders im Angriffsspiel. Beim 0:2 in Paderborn stehen insbesondere Dawid Kownacki und Bernard Tekpetey für fehlendes Selbstvertrauen.

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Das erste Mal seit 17 Ligaspielen blieb Fortuna Düsseldorf ohne eigenen Torerfolg. Klingt danach, als würde die Offensivmaschinerie ansonsten wie am Schnürchen laufen. Doch bei genauerem Hinsehen, ist zu erkennen, dass noch viel Sand im Getriebe ist. Das Angriffsspiel ist bei weitem noch nicht auf dem Niveau der Rückrunde der Vorsaison. Als Sinnbild hierfür taugten beim 0:2 in Paderborn die Leistungen der beiden Außenstürmer Bernard Tekpetey und Dawid Kownacki.

Ein Blick in die Statistik offenbart zweierlei. Mit 133 Torschüssen an den ersten neun Spieltagen steht Fortuna ligaweit auf Platz vier. Nur Bayern München, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen gaben mehr Schüsse ab. Von Fortunas 133 Versuchen landeten aber nur zehn tatsächlich im Netz. Das bedeutet den drittletzten Platz – nur Union Berlin und der kommende Gegner 1. FC Köln erzielten weniger Tore (je neun). Die Schlussfolgerung: Fortuna ist nicht konsequent genug im Ausnutzen ihrer Torchancen.

Kownacki hatte Chancen

Kownacki hätte Fortuna kurz nach der Pause mit dem 1:1 zurück ins Spiel bringen, oder per Kopfball zum 1:2 kurz vor Abpfiff verkürzen können. Beide Abschlüsse kamen jedoch zu zentral, stellten keine Probleme für Torhüter Leopold Zingerle dar.

Eine weitere Statistik belegt ein anderes Manko. Die Fortuna-Akteure liefen gegen Paderborn insgesamt 106,9 Kilometer. Die Hausherren liefen mit 113,5 knapp sieben Kilometer mehr. Noch schlimmer: Fortuna steht in der Bilanz des neunten Spieltags damit auf dem letzten Platz in der Bundesliga. Selbst der zweitschlechteste Verein Borussia Dortmund (112,6) spulte noch knapp sechs Kilometer mehr ab.

Friedhelm Funkel betonte sofort nach der Partie, seine Mannen hätten vor allem in der ersten Halbzeit zu wenig in die Offensive investiert. Und dass die Läufe in die Tiefe gefehlt hätten. Auch hier stützen die Zahlen den Trainer. 158 Sprints sind Tiefstwert einer Mannschaft am neunten Spieltag. Gerade Kownacki und Tekpetey suchten nicht die Räume hinter Paderborns Abwehr, forderten die Bälle immer wieder in den Fuß.

Bälle springen vom Fuß

Tekpetey, der gegen seinen Ex-Klub sicher motiviert war, zeigte dabei Schwächen, die er schon in den Spielen zuvor offenbart hatte. Zum einen sprangen ihm viele Bälle vom Fuß, seine technischen Fertigkeiten ließen mehrfach stark zu wünschen übrig. Zum anderen nahm er zu häufig den Kopf nach unten und rannte quasi blind in die Paderborner Gegenspieler. Nur einmal bewies er Übersicht, als er in der zweiten Hälfte Niko Gießelmann wunderbar freispielte.

Auch die Alternativen für die Außenbahn, Nana Ampomah, Erik Thommy oder Thomas Pledl, konnten bisher nur zum Teil oder noch gar nicht überzeugen. Null Tore stehen für die fünf Spieler zu Buche. Immerhin bereitete Thommy drei Tore vor. In neun Spielen trafen bisher überhaupt nur zwei Offensivspieler: Kenan Karaman und Rouwen Hennings (5). (erer)

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