Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Der ewige Adam Bodzek

Voller Einsatz: Adam Bodzek will Frankfurts Goncalo Paciencia (li.) akrobatisch den Ball wegnehmen.

Voller Einsatz: Adam Bodzek will Frankfurts Goncalo Paciencia (li.) akrobatisch den Ball wegnehmen.

Foto: Arne Dedert / dpa

Düsseldorf.  Der Mittelfeldmann hat bei manchen Fans einen schweren Stand. Das ändert aber nichts an seinem Status im Team.

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In Fortunas Lazarett liegen mehr Spieler, als es Trainer Friedhelm Funkel lieb ist. Vor allem eint gleich vier malade Spieler eine Eigenschaft: Ihre Hauptposition ist das zentrale Mittelfeld. Marcel Sobottka, Alfredo Morales (beide mit Muskelfaserriss), Aymen Barkok (Schulterverletzung) und Kevin Stöger (Kreuzbandriss) fallen für das Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg aus. Deshalb bedarf es wenig Fantasie, um zu erraten, welche Akteure denn nun die zentralen Rollen vor der Abwehr einnehmen werden. Und so gab Funkel bei der Pressekonferenz auch ganz freimütig zu, dass Lewis Baker und Adam Bodzek in der Startelf stehen werden. Bodzek, nach Oliver Fink dienstältester Fortune, ist wohl die streitbarste Personalie unter den Anhängern. Das schadet seinem internen Stellenwert aber keineswegs .

„Er wird auch in dieser Saison in vielen Spielen sehr wichtig für uns“, sagt Funkel über „Bodze“, der auch nach knapp neun Jahren im Fortuna-Trikot immer noch mit alten Vorurteilen zu kämpfen hat: zu langsam, zu unkonzentriert, zu leichtfertig im Zweikampf. „Was die Leute erzählen, interessiert mich nicht“, sagte er in der vergangenen Saison. Und er belehrte seine Kritiker ein ums andere Mal eines besseren.

Zum Beispiel war Bodzek der Initiator eines der, wenn nicht sogar des wichtigsten Tores in der abgelaufenen Spielzeit: Das 1:0 gegen Hertha durch Takashi Usami nach Flanke von Niko Gießelmann basierte auf einem überragenden Seitenwechsel von Bodzek. „Keiner in unserem Kader spielt diese Diagonalbälle präziser als Adam“, sagt Funkel, der schon öfter betont hat, dass Fink und Bodzek, solange er Trainer sei, immer eine Rolle spielen werden.

Erwartungen erfüllt

Beim unnötigen 1:2 in Frankfurt standen die beiden Routiniers in der Startelf. Bodzek erfüllte die Erwartungen des Trainers vollends. „Adam hat es sehr gut gemacht in Frankfurt“, sagt Funkel. „Man hat direkt gemerkt, dass da jemand spielt, der strategisch denkt. Er hat klug die Bälle verteilt und viele Zweikämpfe gewonnen.“

Bei der Eintracht spielte Bodzek an der Seite von Alfredo Morales, der zuletzt in Topform war. Der 29-Jährige zog sich aber bei seinem Comeback in der US-Nationalmannschaft einen Faserriss zu. Daher wird Lewis Baker, der in Frankfurt nur auf der Bank saß, ins Team zurückkehren. „Die Aufgaben zwischen ihm und Adam sind klar verteilt“, sagt Funkel. „Ich denke, beide werden ein gutes Spiel machen.“

Baker hatte ein überragendes Spiel beim 3:1 zum Auftakt in Bremen gemacht. Gegen Leverkusen (1:3) tat sich die Leihgabe vom FC Chelsea schwer. In beiden Partien haderte er häufig mit den Entscheidungen der Schiedsrichter. „Ich gewöhne mich immer mehr an den Fußball in Deutschland“, sagt der 24-Jährige, der ein Freund der viel zitierten englischen Härte ist.

Und sein Coach will auch gar nicht, dass er von seiner aggressiven Einstellung abrückt. „Er darf und muss sich nicht umstellen. Dann müssen wir eben mal einen Freistoß hinnehmen, den nicht jeder Schiedsrichter geben würde. Deswegen hoffe ich darauf, dass am Freitag ein erfahrener Schiedsrichter pfeifen wird“, sagt Funkel. Sein Wunsch wurde erfüllt: Manuel Gräfe (45) wird das Spiel leiten. (erer)

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