Deutsche Eishockey-Liga

Düsseldorfer EG arbeitet im Hintergrund an der Zukunft

Die sportliche Leitung der DEG mit (v. li.) Thomas Dolak, Harold Kreis und Niki Mondt – hier im Jux-Wettstreit mit Fortuna im Oktober.

Die sportliche Leitung der DEG mit (v. li.) Thomas Dolak, Harold Kreis und Niki Mondt – hier im Jux-Wettstreit mit Fortuna im Oktober.

Foto: Birgit Häfner

Düsseldorf.  Die Verantwortlichen der Düsseldorfer EG führen Spielergespräche. Daniel Fischbuch steht vor Rückkehr aus Nürnberg zu den Rot-Gelben.

Harold Kreis hat am 19. Januar seinen 61. Geburtstag gefeiert, ist seit mehr als vier Jahrzehnten im professionellen Eishockey unterwegs. Doch eine Situation wie die, der er sich seit dem vergangenen Dienstag stellen muss, hat der Cheftrainer der Düsseldorfer EG noch nicht erlebt. „Ganz ehrlich, das ist in dieser Form das erste Mal“, sagt Kreis. „Natürlich kennt man als Spieler und Trainer, dass man sportlich die Play-off-Qualifikation verpasst und die Saison dann früh beendet ist. Aber in der Regel zeichnet sich die Gefahr dann über einen längeren Zeitraum ab. Dass man qualifiziert ist und dennoch alles abrupt endet, das ist schon sehr bitter.“

Die Entscheidung, die Play-off-Runden wegen der Coronagefahr nicht mehr zu spielen und die Saison mit sofortiger Wirkung zu beenden, war ohne Frage die richtige – das sehen auch Kreis, sein Assistent Thomas Dolak und der Sportliche Leiter Niki Mondt so. DEG-Geschäftsführer Stefan Adam bezeichnet sie sogar trotz der drastischen wirtschaftlichen Folgeprobleme als „alternativlos“. Ein wenig Trauer gestattet sich der Trainer aber in jedem Fall. „Der einzige Trost ist, dass wir nicht allein dastehen. Die Krise trifft ja alle Sportarten und Gesellschaftsebenen. Ich denke an Sportler, die ihre Karriere nach der Saison beenden wollten – und für die jetzt einfach so Schluss ist.“

Eilige Gespräche

Auch für die sportliche Leitung der DEG wurden die geplanten Abläufe über den Haufen geworfen. Viertelfinale gegen Berlin? Mögliches Halbfinale? Saison-Abschlussfeier mit Team und Fans? Alles gestrichen. Mondt und Kreis mussten die obligatorischen „Season-Exit-Gespräche“ mit den Profis vorziehen, die mit den Nordamerikanern sogar eilig, da US-Präsident Donald Trump ab Freitag eine Einreisesperre aus Europa verhängt hatte.

„In den Gesprächen mit Thomas Dolak und mir waren eigentlich alle positiv“, berichtet Kreis. „Es war eine Supersaison, und wir hätten gegen Berlin gute Chancen gehabt.“ Auch Mondt stellt, gerade unter den Umständen, eine gute Gesprächs-Atmosphäre fest, doch einige Spieler hätten den Ausfall der Play-offs doch noch mehr bedauert als andere. „Sie wollten in dieser heißen Phase noch einmal besonders mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machen“, berichtet der Sportliche Leiter. „Und tatsächlich hätten auch uns die Play-offs noch einmal schlauer machen können. Es gibt schon noch einige Spieler, hinter deren Zukunft ein Fragezeichen steht.“

Kreis zur Lizenzverlängerung im Juni

Welche das sind, verrät Mondt nicht. Klar ist, dass Nationaltorhüter Mathias Niederberger die DEG in Richtung Eisbären Berlin verlässt – auch wenn die Vereine diesen Fakt noch immer nicht bestätigen wollen. Nürnberg posaunte den Wechsel von Daniel Fischbuch zur DEG bereits hinaus, machte anschließend wieder einen Rückzieher; man darf dennoch von Fischbuchs Rückkehr ausgehen. Was weitere Zugänge betrifft, zeigt sich Mondt vom verfrühten Saisonende unbeeindruckt: „Wir hätten ja nicht erst jetzt mit dem Scouting begonnen. Die DEG wird kaum jemanden verpflichten, den wir nicht jetzt schon auf dem Zettel haben.“

Und Kreis? „Ich habe direkt eine Fortbildung für meinen A-Schein gebucht“, erzählt er. „Die Lizenz muss alle zwei Jahre erneuert werden, und das macht man sonst bei der WM. Da ich davon ausgehe, dass die WM ausfällt, mache ich im Juni einen Kurs beim Weltverband.“ Sofern dann wieder alles läuft. (jol)

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