Fußball-Bundesliga

Das Plädoyer von Friedhelm Funkel für Dawid Kownacki

Trainingsplausch: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel (li.) mit seinem Spieler Dawid Kownacki.

Trainingsplausch: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel (li.) mit seinem Spieler Dawid Kownacki.

Foto: Janning

Düsseldorf.   Der Angreifer war in Mainz nicht gut drauf. Sein Trainer steht dennoch hinter ihm und möchte den Polen auch nächstes Jahr bei Fortuna sehen.

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Friedhelm Funkel wird nun wahrlich keine Neigung zum Überschwang nachgesagt. Doch wenn Fortunas Trainer über Dawid Kownacki spricht, dann ist schon eine außerordentliche Hochachtung herauszuhören. „Ich weiß, was dieser Junge kann und was er in den nächsten Jahren noch leisten wird. Ich bin zu 100 Prozent von ihm überzeugt“, sagt der 65-Jährige. Und: „Er ist jung, er ist charakterlich absolut in Ordnung. Er ist ein absoluter Vollprofi.“ Deshalb soll die Leihgabe von Sampdoria Genua auch unbedingt bei Fortuna bleiben. Die Verhandlungen laufen. Auch in dieser Woche trifft sich Sportvorstand Lutz Pfannenstiel wieder mit den Verantwortlichen des italienischen Erstligisten, um die Modalitäten einer Weiterbeschäftigung Kownackis in Düsseldorf zu klären.

Am vergangenen Samstag war Kownacki von der Rolle. Beim 1:3 in Mainz fehlte ihm sichtlich die Spritzigkeit. „In Mainz hat er nicht gut gespielt, das wissen wir alle“, sagt Funkel und hat dafür auch eine logische Erklärung parat: „Im Moment hat Dawid ein bisschen mit der Geburt seines ersten Kindes zu tun. Da ist er kräftemäßig nicht ganz da.“

Kownacki ist nun Vater

Seit drei Wochen ist Töchterchen Lena nun auf der Welt. „Dawid war am freien Tag natürlich in Polen, hat die Kleine und seine Frau besucht“, erzählt Funkel. „Das ist völlig normal, aber das kostet natürlich ein bisschen Substanz. Aber ich kann ihm ja nicht verbieten, nach Hause zu fliegen, um die Kleine zu sehen. Das geht nicht, so bin ich nicht.“

Kownacki, der im Wintertransferfenster zur Fortuna kam, stand bisher in nur sieben Ligaspielen und einem Pokalspiel auf dem Platz. Doch die 409 Spielminuten und die überzeugenden Trainingsleistungen haben Funkel vollends von seinen Qualitäten überzeugt. „Bei mir muss sich Dawid überhaupt nicht mehr ins Rampenlicht spielen. Er ist ein richtig guter Spieler und wird ein noch besserer Spieler werden“, sagt der Coach. „Mal sehen, ob wir es schaffen, ihn zu behalten. Ich wünsche es mir – gar keine Frage.“

Fans mögen Kownacki

Auch die Fans haben den 22-Jährigen, der in der Liga bisher zweimal traf, bereits in ihr Herz geschlossen. Bei einer nicht repräsentativen Internet-Umfrage zum Themas „Welchen Leihspieler soll Fortuna halten?“ bekam Kownacki mehr Stimmen als Dodi Lukebakio.

Pfannenstiel hatte im Winter wochenlang an einer Verpflichtung Kownackis gearbeitet. Am Ende stand ein Leihvertrag bis Ende Juni mit einer Kaufoption. Deren Volumen soll insgesamt bei etwa zwölf Millionen Euro liegen. Damit hat Fortuna das Heft des Handelns zwar in der Hand, aber zwölf Millionen Euro sind für einen Klub wie Fortuna, der nach derzeitigem Planungsstand erneut einen Spieleretat rund um 30 Millionen Euro haben wird, viel Geld – wohl zu viel.

Kreative Lösungen

Deshalb geht es nun darum, kreative Lösungen in den Verhandlungen zu suchen. Mehrere Optionen sind möglich – auch ein weiteres Leihgeschäft. Fest steht: Kownackis Verbleib steht auf Pfannenstiels Prioritätenliste weit oben.

Der Angreifer selbst hat bereits signalisiert, dass er gerne in Düsseldorf bleiben möchte. Das hat auch Kownackis Berater Marcin Kubacki den Verantwortlichen in Genua bereits mitgeteilt. Vieles deutet auf ähnlich langwierige Verhandlungen wie im Winter hin, als das Leihgeschäft erst am letzten Tag der Transferperiode perfekt gemacht wurde.

Fortuna und Funkel haben sich in diesem Pokerspiel klar positioniert. Der Coach sagt mit einem entspannten Lächeln: „Warten wir doch mal ab, was alles so passiert auf dem Spielerkarussell.“ (erer)

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