Fußball-Bundesliga

Auf dem Boden der Tatsachen: Fünf Lehren für Fortuna

Komm hoch: Bernard Tekpetey hilft Niko Gießelmann nach dem 1:3 gegen Leverkusen beim Aufstehen. Andre Hoffmann und Kaan Ayhan (re.) diskutieren im Hintergrund.

Komm hoch: Bernard Tekpetey hilft Niko Gießelmann nach dem 1:3 gegen Leverkusen beim Aufstehen. Andre Hoffmann und Kaan Ayhan (re.) diskutieren im Hintergrund.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Das überraschende 3:1 in Bremen zum Start hat für Euphorie rund um Fortuna gesorgt. Nach dem 1:3 gegen Leverkusen ist wieder Realismus eingekehrt.

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Die Aussagen waren mehr als deutlich. Trainer Friedhelm Funkel sprach davon, dass man „chancenlos“ gewesen sei. Andre Hoffmann gab unumwunden zu, dass man „die Grenzen aufgezeigt“ bekommen hat. Das 1:3 gegen Bayer Leverkusen war für Fortuna – trotz der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit – die Landung auf dem Boden der Tatsachen. Wer nach dem 3:1 bei Werder Bremen zum Bundesliga-Auftakt begonnen hatte, zu träumen, wurde nun wieder von Wolke sieben heruntergeholt. Fortuna kann aus dieser Niederlage einiges mitnehmen. Hier sind fünf Lehren aus dem Spiel.

1. Leistungsmaximum erreichen: Es ist eine der Lieblingsaussagen von Friedhelm Funkel, der immer wieder darauf hinweist, dass Fortuna in der Bundesliga nur mithalten kann, wenn die Spieler in jedem Spiel an ihre Leistungsmaximum herankommen. Das Spiel gegen Leverkusen war ein guter Beleg für die These des Trainers. Denn gleich mehrere Akteure kamen nicht an dieses Maximum. Mehr noch: Sie spielten gar unter Normalniveau. Allen voran sind hier Kenan Karaman und Andre Hoffmann zu nennen, die dieses Spiel bestimmt schnell aus ihren Köpfen streichen wollen.

2. Zweikampfhärte zeigen: Nach dem 0:3 kam Fortuna fast gar nicht mehr in die Zweikämpfe. Es fehlte aber schon zu Beginn etwas die Härte in den Eins-gegen-eins-Duellen. Hoffmann ließ dann schließlich Kevin Volland vor dem 0:1 gar ganz ohne Gegenwehr passieren. In dieser Hinsicht muss wieder mehr von der Fortuna kommen. Der Gegner muss wissen, dass es wehtut, wenn er die Punkte haben möchte.

3. Tiefe des Kaders nutzen: Vergleicht man die vorhandenen Spieler der Fortuna mit denen aus dem Vorjahr fällt auf: Trotz der Abgänge von Benito Raman und Dodi Lukebakio ist der Kader qualitativ breiter aufgestellt. Funkel hat mehr Auswahl. Der Trainer vertraute gegen Leverkusen auf die Startformation, die in Bremen den Sieg geholt hatte. Das funktionierte leider nicht. In Frankfurt dürfte deshalb der ein oder andere Neue in die erste Elf rücken. Ein Kandidat ist Kasim Adams für die Innenverteidigung. Ein anderer ist Dawid Kownacki für den Sturm – sollte er schon fit genug dafür sein.

4. Geduld mitbringen: Besonders beim ersten Auftritt von Bernard Tekpetey nach der Pause zeigte sich, dass die Zugänge noch Zeit brauchen. Erik Thommy sagte, man sei noch „in der Findungsphase“. Auch Trainer Friedhelm Funkel gab an: „Die Jungs auf den Außenbahnen sind noch längst nicht soweit wie in der Rückrunde im vergangenen Jahr.“ Deshalb braucht es noch Geduld bis bei der Mannschaft wieder die Automatismen aus der Vorsaison greifen.

5. Mentale Stärke behalten: Die Hoffnung der Düsseldorfer schöpft sich natürlich aus dem Auftritt in der zweiten Hälfte. Da zeigte Fortuna – zugegeben, auch weil Leverkusen einen Gang zurückschaltete – wieder ihre mentale Stärke, die sie in der vergangenen Spielzeit ausgezeichnet hatte. Das Team hatte sich in der Pause vorgenommen, die zweite Hälfte zu gewinnen. Das gelang mit einem 1:0 auch. Diese Willenskraft muss sich Fortuna bewahren. (erer)

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