Serie: Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga

Als Zewe kam, ging’s hoch hinauf

Mit Gerd Zewe ging’s aufwärts: Hier freut sich der damals 22-Jährige über ein Tor gegen Kickers Offenbach und die Glückwünsche der Teamkollegen. (Foto: Horstmüller)

Mit Gerd Zewe ging’s aufwärts: Hier freut sich der damals 22-Jährige über ein Tor gegen Kickers Offenbach und die Glückwünsche der Teamkollegen. (Foto: Horstmüller)

Kurz vor der Rückkehr von Fortuna Düsseldorf auf die große Fußball-Bühne lässt die NRZ noch einmal die Bundesliga-Vergangenheit der Flingerner aufleben. In der dritten Folge der Serie wird an die dritte Spielzeit – 1972/73 – der Rot-Weißen in der Eliteliga erinnert.

Kurz vor der Rückkehr der Fortuna auf die große Fußball-Bühne lässt die NRZ noch einmal die Bundesliga-Vergangenheit der Flingerner aufleben. In der dritten Folge der Serie wird an die dritte Spielzeit – 1972/73 – der Rot-Weißen in der Eliteliga erinnert.

Im Jahr zuvor, nach dem Wiederaufstieg, hatte Trainer Heinz Lucas davon gesprochen, dass seine Mannschaft sich in der Bundesliga etablieren könne. Und mit Platz 13 den Beweis seiner Theorie erbracht. Die zweite Erstliga-Spielzeit unter Lucas wurde dann eine der Rekorde. Obwohl die klamme Kasse der Flingerner nur einen teuren Einkauf ermöglichte. Gerd Zewe hieß der 22-Jährige, den Fortuna von Borussia Neunkirchen für 180 000 Mark holte. In der Endabrechnung belegte Fortuna mit 42:26 Punkten Platz drei. Hinter Bayern München (54:14 Punkte) und dem 1. FC Köln (43:25). Man war in die Phalanx der großen Klubs eingebrochen, hatte sich etabliert und die Qualifikation für den UEFA-Cup geschafft.

15 Siege und nur sieben Niederlagen

15 Siege feierten Spieler und Fans, betrauerten sieben Niederlagen und wussten bei zwölf Remis nicht immer, ob das nun ein gewonnener oder verlorener Punkt war.

Fakt ist seitdem: Die 25:9 Hinrunden-Punkte, die 42:26 Zähler und die 62:45 Tore am Ende der 34 Spiele sind bis heute von den nachfolgenden Teams der Düsseldorfer nie wieder erreicht worden. Auch die Serie von 15:5 Punkten in den zehn Spielen vom 30. September bis 18. November 1972 ohne Niederlage hat keine Fortuna-Mannschaft wiederholen oder überbieten können.

Klar, dass sich mancher der Fortunen noch heute gern an diese Saison erinnert. Peter Biesenkamp etwa, der heute jedes Spiel des Niederrhein-Oberligisten Turu besucht, Gerd Zewe, Torwart Wilfried Woyke oder die Saison-Pechvögel Heiner Baltes (Schien-und Wadenbeinbruch) und Egon Köhnen (Knöchelbruch im Spiel beim MSV Duisburg) schwärmen noch vom damaligen Team und von Coach Lucas.

Dass der tolle Start der Lucas-Elf die Stimmung positiv beeinflusste, bestätigte der Fußballlehrer noch Jahre später. Ein 3:2-Sieg bei Hertha BSC in Berlin und ein 2:1-Erfolg vor 35 000 Fans gegen den Wuppertaler SV, der später als Vierter endete, ließen in der Landeshauptstadt eine „Fortuna-Manie“ entstehen. Die kühlte am dritten und vierten Spieltag kurz ab. Weil Schalke 04 in Gelsenkirchen die Flingerner mit 3:1 abbügelte und im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt nur ein 2:2 gelang. Doch die Lucas-Elf kam wieder. Mit einem 3:2-Coup in Mönchengladbach, bei dem Rainer Geye, Fred Hesse und Egon Köhnen das 1:0 der Platzherren durch Heynckes mehr als wettmachten. Dietmar Danners 2:3 per Foulelfmeter konnte auch nicht mehr verhindern, dass die Fortuna der Borussen-Elf mit Nationalspielern wie Berti Vogts, Rainer Bonhof, Jupp Heynckes und Herbert Wimmer zum zweiten Mal in Folge auf dem Bökelberg ein Schnippchen schlug.

Drei Budde-Tore gegen VfB Stuttgart

Grandios auch der Sieg gegen Stuttgart. Der VfB wurde vor 30 000 Zuschauern mit drei Toren von Klaus Budde mit 6:1 vom Platz gefegt. Das 3:2 im Rheinstadion über den 1. FC Köln (Tore zur 3:0-Führung: Zewe, Budde, Geye) und der 3:1-Erfolg bei Werder Bremen (Tore Schulz, Budde und Geye) machten klar, dass Fortuna zur Spitzenmannschaft gereift war. Den Beweis traten Zewe und Co. an, als sie vor 45 000 Fans gegen die als Meister feststehenden Bayern aus München ein hochverdientes 0:0 erspielten. Und anschließend beim Absteiger RW Oberhausen (3:0; Geye 2, Schulz), gegen Bremen (2:1; Zewe, Geye) und bei Absteiger Eintracht Braunschweig (2:1; Zewe, Budde) mit drei Siegen Platz drei verteidigten.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik