Fußball-Bundesliga

1:1 in Freiburg: Dawid Kownacki widmet sein Tor Tochter Lena

Durchsetzungsstark: Dawid Kownacki behauptet den Ball gegen Jerome Gondorf (li.). Hinten: Jannik Haberer.

Durchsetzungsstark: Dawid Kownacki behauptet den Ball gegen Jerome Gondorf (li.). Hinten: Jannik Haberer.

Foto: Wolff

Düsseldorf.   Der 22-Jährige erzielt den Treffer zum 1:1 im Spiel der Fortuna in Freiburg. Allerdings war angesichts einer langen Überzahlphase auch mehr drin.

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Wirklich zufrieden waren die Fußballer von Fortuna Düsseldorf nicht mit dem 1:1 beim SC Freiburg. Das allein zeigt schon, wie ehrgeizig die Mannschaft des Aufsteigers ist und wie hoch sie ihre eigenen Ansprüche inzwischen schraubt. „Wir haben uns die Messlatte selbst hochgelegt“, kommentierte Abwehrchef Kaan Ayhan grinsend. „Und wir sind eben nicht überglücklich, wenn wir fast die gesamte zweite Hälfte in Überzahl spielen, am Ende aber nur einen Punkt mitnehmen.“

Letztlich war im ausverkauften Schwarzwaldstadion genau diese Überzahl das Problem. Nachdem der ganz schwache Schiedsrichter Tobias Welz den Freiburger Janik Haberer nach dessen zweiten Foul an Adam Bodzek bereits in der 47. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt hatte, gelang den Düsseldorfern plötzlich nicht mehr viel. „Da ist das Spiel gekippt“, meinte Trainer Friedhelm Funkel. „Die Freiburger haben das aber mit zehn Mann auch sehr clever gemacht. Sie standen ganz tief hinten drin, und dann merkst du den fehlenden Mann fast gar nicht.“

Kaum noch Raum

Fortuna dagegen merkte ihn schon – auf für sie negative Weise. „Wir Flügelspieler hatten fast gar keinen Raum mehr, nachdem die Freiburger sich so weit zurückgezogen hatten“, erklärte Angreifer Dawid Kownacki. „Deshalb bin ich schon ein bisschen enttäuscht über den Punkt.“ Immerhin konnte sich der polnische Nationalstürmer mit seinem herrlichen Ausgleichstreffer trösten. „Ich glaube, das war kein so schlechtes Tor“, sagte Kownacki lächelnd. „Kevin Stöger hat mir den Ball brillant zugespielt. Ich habe dann gesehen, dass ich mit einem Abwehrspieler allein war und habe einfach mal draufgehauen.“ Und wie: Die Kugel knallte an die Unterkante der Latte, von dort auf den Boden und ins Netz.

„Ich habe eine ganze Weile nicht mehr getroffen, seit dem 4:0 auf Schalke nicht mehr“, berichtete der 22-Jährige. „Das 1:1 in Freiburg war mein erstes Tor seit der Geburt unserer Tochter. Ihr widme ich diesen Treffer – und vielleicht liest sie das irgendwann einmal und freut sich darüber.“ Bis sie soweit ist, werden allerdings noch einige Jahre ins Land gehen, denn Lena Kownacki ist erst einen Monat alt.

Drei Auswärtstore

Interessant, dass der Pole seine bisherigen drei Treffer allesamt auswärts erzielte. Ist das erste Heimtor zum Saisonfinale gegen Hannover fällig? „Ich hoffe“, sagte Kownacki. „Sonst eben nächste Saison.“ Was bedeuten würde, dass der von Sampdoria Genua ausgeliehene Angreifer fest verpflichtet würde. Trainer Friedhelm Funkel dazu: „Wenn das so ist, hoffe ich, dass Dawid sein erstes Tor vor eigenem Publikum erst nächste Saison schießt. Dann wäre er weiter bei uns, und das wünsche ich mir sehr.“

Mit dem Auftritt seines Teams zeigte sich der 65-Jährige zufriedener als die Profis selbst. „Ich weiß eben, wie schwer es ist, gegen einen so tief stehenden Gegner zu agieren“, meinte der Coach. „Mir hat gefallen, wie die Jungs den frühen Rückstand durch den völlig unberechtigten Elfmeter weggesteckt haben. Wir haben den zehnten Platz zurückerkämpft, und es wäre ganz toll, wenn wir ihn wirklich bis zum Ende halten könnten.“

Beide Trainer, Funkel ebenso wie sein Freiburger Kollege Christian Streich, kritisierten Schiedsrichter Welz aber nicht nur des Elfmeters wegen, den der angebliche Verursacher Benito Raman als „Witz“ bezeichnete. „Das war aus meiner Sicht auch kein Platzverweis gegen Haberer“, betonte Funkel, und Streich ergänzte: „Das ist nicht mehr unser Fußball, wenn mit Hand- und Foulfragen und mit dem Videoassistenten so umgegangen wird.“ (jol)

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