Wolfram Kurschat arbeitet an der Rückkehr zur Weltspitze

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Wolfram Kurschat, ach ja, der Mountainbiker aus Unna. Fährt der überhaupt noch? So oder so ähnlich lauteten die Kommentare in der Radsportszene, wenn die Sprache auf den ehemaligen Deutschen Meister kommt. Die Antwort: Ja, er fährt noch, derzeit sogar sup

Wolfram Kurschat ist in Topform, vor Wochenfrist war er Sechster bei der Europameisterschaft in der Türkei und damit bester Deutscher. Wie ein Phönix aus der Asche, diesen Titel konnte man im Zusammenhang mit Wolfram Kurschat in den vergangenen Jahren immer wieder mal lesen. Stets tauchte er in Bundesliga-Rennen auf und sorgte für Furore. Doch eine ganze Saison, kaum mal eine halbe, konnte er seit 2000 nicht mehr durchziehen. Sein Können blitzte nur sporadisch auf.

1999 war Wolfram Kurschat nicht nur Deutscher Meister, sondern auch international ein Kandidat für die besten Zehn. Nach der verpassten Olympiaqualifikation 2000 knüpfte er in den darauf folgenden Jahren nur noch einmal, 2004 beim Weltcup-Finale in Livigno als 18. an die Topleistungen an.

Zwischenzeitlich hat Kurschat ein Pharmaziestudium begonnen, an der Uni versität abgeschlossen, in Weinheim verheiratet und Vater von zwei Kindern (Tochter Laura drei und Sohn Simon ein Jahr alt). Im Moment hat er Praxisstunden zu absolvieren, doch die hindern ihn nicht daran, an seinem erklärten Ziel, der Rückkehr in die Weltspitze und die Olympia-Qualifikation in Peking zu arbeiten.

Und er tut es erfolgreich. In Bundesliga-Rennen sowie im Weltcup konnte er teilweise mit den internationalen Topstars mithalten. Danach fühlte er sich, wie er selbst sagte, "total kaputt". Nicht körperlich sondern psychisch. Monatelang hatte er erklärt, dass eine Top-Ten-Platzierung für ihn im Bereich des Möglichen läge. "Jetzt fällt der Druck ab beweisen zu müssen, dass das auch stimmt", erklärte Kurschat.

Die starken Ergebnisse heben ihn für die Deutschen Meisterschaften Sonntag (Start 14 Uhr auf dem Harkortberg) auf das Favoritenschild. Und da wehrt er auch gar nicht ab. "Ich will Deutscher Meister werden", lässt er keine Zweifel.

"Fahre dann am Berg eben schneller hoch"

Der sechste Platz, den er vor Wochenfrist bei der EM einfuhr, unterstreicht das noch deutlicher. Und das Terrain in Wetter dürfte dafür auch geeignet sind. Mit der Strecke kommt er prima zurecht und der veranstaltende MBC Bochum ist sein Heimatverein. Die Konstellation ist also nahezu perfekt.

Bundestrainer Frank Brückner ist jedenfalls froh, dass Kurschat wieder im Rennzirkus dabei ist und sich noch einmal aufraffen konnte. "Er ist mental gereift und ich finde es beachtlich, dass er sich noch einmal so entwickelt hat". sagt Brückner. Technisch gilt der zweifache Familienvater nicht als der Stärkste, dafür ist er aber am Berg extrem stark. Und dass er in den Downhills Zeit verliert, das macht ihn nicht mehr nervös. "Das kann ich inzwischen akzeptieren. Ich bleibe ruhig und fahre eben berghoch schneller", sagt der ehemalige Fahrer vom Cycling Team Unna. So einfach ist das.

Und es scheint zu funktionieren. Überdies trainiere er, gegenüber früher, deutlich weniger. Überhaupt mache er vieles anders als die Konkurrenz. Zumindest die in Deutschland.

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