Erster Schwerter Fußball-Nationalspieler

Willi Köchling gestorben

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Essen/Schwerte. (-hoff) Willi Köchling ist tot. Die Beisetzung hat auf Wunsch der Angehörigen im engsten Familienkreis stattgefunden.

Der 84-Jährige war der erste Schwerter Fußballer überhaupt, der am 23. Dezember 1956 im Freundschaftsspiel gegen Belgien das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen konnte. Das Spiel endete 4:1 für Deutschland.

Köchling, der beim heimischen VfL das Fußball-Einmaleins erlernte, sich später dem TuS Iserlohn 46 anschloss und recht bald von Rot-Weiß Essen verpflichtet wurde, war an der Hafenstraße von 1952 bis 1960 aktiv. Der am 30. Oktober 1924 geborene Meister-Spieler, wie er vom Verein ehrenvoll genannt wird, wurde mit den Rot-Weißen im Jahre 1953 durch einen 2:1-Sieg im Finale gegen Alemannia Aachen DFB-Pokalsieger und 1955 Deutscher Meister durch das legendäre 4:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Die Karriere war Willi Köchling nicht in den Schoß gelegt worden, als er mit zehn Jahren beim VfL Schwerte das Fußballspielen begann. Mit 17 Jahren wurde er vorzeitig zum Senior erklärt. Bei den VfLern musste der überragende Verteidiger vornehmlich dann nach vorne preschen, wenn die Begegnung auf des Messers Schneide stand und die Schwerter unbedingt noch den Siegtreffer erzielen mussten. Noch beim letzten Gespräch mit unserer Redaktion erinnerte sich Köchling an seine damaligen Mannschaftskollegen Neurath, Finkhaus, Cäsar Becker, Nolte, Henning, Fabisch, Wilkes und Co.

1947 heiratete der Schwerter. Wohnungsprobleme tauchten auf. Der TuS Iserlohn 46 löste das unbürokratisch. Der gute Willi bekam eine Wohnung und der VfL Schwerte war seinen besten Spieler los. Als Willi Köchling in einem Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiß Essen vier Treffer erzielte, da waren auch die Iserlohner ihren Star los. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner, dass Willi Köchling mehr als 350mal das Trikot von Rot-Weiß Essen tragen würde. Das große Geld hat er dort nicht verdient. Köchling erinnerte sich im letzten Gespräch mit uns: "Rot-Weiß hat mir einen Kinderwagen besorgt. Zudem eine Wohnung und eine Arbeitsstelle. Als Oberligaspieler habe ich dann 320 bis 400 DM verdient. Nur bei den Begegnungen um die Meisterschaft wurden auch schon einmal Prämien in Höhe von 200 DM gezahlt."

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