Frauen-Eishockey

„Eine absolute Verstärkung“

Sabina Florian wird begrüßt von den beiden Trainern des EC Bergkamen, Robert Bruns und Arno Deutsch.

Sabina Florian wird begrüßt von den beiden Trainern des EC Bergkamen, Robert Bruns und Arno Deutsch.

Foto: ecki

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Fünf Jahre lang hat Sabina Florian in der Frauen-Eishockey-Bundesliga gegen den EC Bergkamen gespielt. Da trug sie das Trikot des SC Riessersee (Garmisch-Partenkirchen). In der neuen Saison findet dieses Duell nicht mehr statt. Die italienische Nationalspielerin, Stürmerin, hat die Seiten gewechselt, ist jetzt eine Bärin, läuft im Outfit des ECB über das Eis. „Eine absolute Verstärkung für uns“, freut sich nicht nur Dirk Hanke, der Sportliche Leiter des Bergkamener Erstligisten.

Mit dem „Hochkaräter“, dazu kommen noch Kira Kanders (Essen), Nina Korff (Hannover) und Micelle Grünewald (Mannheim), hat der EC Bergkamen zweifellos an Leistungsstärke zugenommen. Nicole Schmitten, die Freundin der Italienerin, frohlockt, dass „wir jetzt ganz oben angreifen können“. Will heißen: Die Bärinnen können und wollen jetzt den „großen Zwei“ der Frauen-Bundesliga, , OSC Berlin und ESV Planegg, nicht nur näher kommen, wie das bisher in der Vergangenheit stets hieß, nein, sie wollen sie schlagen.

Dass Sabina Florian jetzt im Trikot des ECB aufläuft, das hat Nicole Schmitten bewirkt. „Schmitti“ und die hübsche Südtirolerin, sind seit drei Jahren befreundet. Beim Pokalturnier in Bad Tölz reifte in Sabina Florian der Wunsch, sich sportlich und auch beruflich zu verändern. Sagte es - und tat es auch. Seit wenigen Tagen ist der Umzug vollzogen, sie wohnt in Menden und will sich beruflich im Großraum Dortmund etablieren. Sabina ist im Online Marketing tätig.

Ihre ersten Eindrücke, „gegen unsere Berge in Südtirol sind das hier alles kleine Hügel.“ Das stört sie aber nicht. Heimweh? „Nein“, sagt sie, „dort, wo man sich wohl fühlt, da kommt kein Heimweh auf.“ Sie spricht deutsch, keine Verständigungsprobleme. Von der Offenheit, insbesondere beim EC Bergkamen, die man ihr entgegen gebracht hat, ist sie angetan. Schließlich kennt sie Nicole Schmitten und einige andere Spielerinnen der Bärinnen. „Ich habe schon früher gerne gegen Bergkamen gespielt“, bekennt Sabina, „eine faire und sympathische Mannschaft.“ Jetzt gehört sie dazu.

Am Montag absolvierte sie die erste Trainingseinheit auf dem Eis in der Unnaer Eishalle, zuvor war sie bereits beim Trockentraining. Dass sie nicht nur mit dem Puck umgehen kann, sondern auch der Fußball kein Feind von ihr ist, das zeigte sie da eindrucksvoll. „Ich spiele gerne Fußball“, sagt sie. Ebenso bewegt sie sich sicher auf dem Snowboard, wandert, ist ein absoluter Natur- und Familienmensch. In ihrer Freizeit hat sie in Südtirol im Restaurant ihrer Eltern am Kalterer See stets mitgearbeitet. Geschichte, jetzt beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt.

Ganz früh schon verschrieb die 28-Jährige sich dem Eishockey. „Das liegt wohl bei uns in der Familie“, glaubt sie. Schon der Opa lief hinter dem Puck her, Bruder David, zwei Jahre jünger, hat bei ihr die Leidenschaft für den schnellen Sport so richtig geweckt. „Als er spielte“, erzählt sie, „da habe ich zugeschaut und dann wollte ich auch selber ran.“ Da war sie fünf Jahre alt. Zuerst mit den Jungs, mit 14 wechselt sie zu den „Bozen Eagles“ und seit 1998 ist sie Mitglied der Nationalmannschaft Italiens, hat fast 100 Länderspiele absolviert.

An die Olympiade, im Februar 2006 in Turin, erinnert sich Sabina Florian gerne. „Da habe ich das erste olympische Tor für Italien im Match gegen Russland erzielt.“ Seit der Saison 2005/2006 spielt sie in Deutschland beim SC Riessersee und avancierte dort zur Torjägerin Nummer eins. In 94 Bundesligaspielen erzielte sie 64 Tore, leistete 48 Assists. Weitere Treffer und Assists sollen beim EC Bergkamen folgen.

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