Diskussion um Hallenstadtmeisterschaft

Ist der 2. Weihnachtstag der richtige Termin fürs Turnier?

An beiden Tagen war die Tribüne in der WBG-Sporthalle sehr gut gefüllt. Alternativen werden dennoch diskutiert.

Foto: Volker Engel

An beiden Tagen war die Tribüne in der WBG-Sporthalle sehr gut gefüllt. Alternativen werden dennoch diskutiert. Foto: Volker Engel

Castrop-Rauxel..  Seit 1983 spielten die heimischen Fußballer am 2. Weihnachtstag fast jedes Jahr die Vorrunde der Hallenstadtmeisterschaft aus. Bleibt das so? Oder gibt es Alternativen?

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Wer für einen Castrop-Rauxeler Fußballverein aufläuft, dem ist meistens klar, dass er sich am 2. Weihnachtsfeiertag die Sportschuhe schnüren muss. Traditionell findet dann die Vorrunde der Hallenstadtmeisterschaft statt – fast ununterbrochen seit der Erstauflage des Jahres 1983. Wird diese Idee immer noch vom Großteil der heimischen Fußballer getragen oder muss mal wieder etwas ganz Neues her? Gibt es terminliche Alternativen?

Am Vorrundentag kam das Thema in der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule wieder auf. Dennis Hasecke, Trainer der SG Castrop, musste mit seiner Familie verhandeln, damit sie ihm für die Hallenstadtmeisterschaft vorübergehend vom Festtagsgeschehen in den eigenen vier Wänden freigibt. Gleiches gilt für Zuschauer, deren Brüder, Söhne, Enkel oder Freunde in der Sporthalle ihren Meister suchen, während zuhause der Weihnachtsbaum leuchtet.

In der Ausgabe unserer Zeitung vom Mittwoch, 27. Dezember, haben wir die Feiertagsproblematik in einem Kommentar aufgegriffen. Zu diesem hat sich Martin Broll, sportlicher Leiter des SuS Merklinde, bei der Redaktion gemeldet. „Man sollte versuchen, die Weihnachtstage frei zu lassen“, meinte Broll.

Merklinder waren Vorbild

Sein Klub hatte das im Vorjahr erfolgreich vorgemacht und das Turnier an einem Wochenende in einer Doppelsitzung am Samstag und Sonntag über die Bühne gebracht. „Was ich aus Gesprächen mit der Stadt noch in Erinnerung habe, ist, dass man während der gesamten Schulferien die Halle bei frühzeitiger Absprache nutzen kann“, so der Merklinder. Die Unterstützung von Seiten der Stadt sei sehr gut gewesen.

Dennoch: Das sportliche Messen an Weihnachten hat eine lange Tradition. Die Idee dazu hatte Friedhelm Steinert, der im Sommer des vergangenen Jahres verstorben ist, im Jahr 1983. „Die Leute haben sich zwei Tage den Bauch vollgeschlagen und wollten dann einfach raus aus der Bude“, erinnerte sich Steinert 2015 im Gespräch mit dieser Zeitung zurück. Vorbild sei damals das Steher-Radrennen gewesen, das Massen in die Dortmunder Westfalenhalle gelockt hatte.

Viele Castrop-Rauxeler Fußballer werden die Ursprungsidee Steinerts immer noch teilen. So etwa Jürgen Ewers, Geschäftsführer des FC Frohlinde. Er sagte: „Die Resonanz war am 26. Dezember ja nicht schlecht. Am 1. Weihnachtstag wäre es vermutlich schlechter.“ Die WBG-Halle sei schließlich ausgelastet gewesen. Ein Umzug in eine größere Sporthalle außerhalb der Stadt sei aber keine Alternative. „Ein Event wie 2007 in der Europahalle hingegen schon“, findet Ewers. Das Problem: Die ganze Logistik sowie die Tatsache, dass die Vereine das Catering vertraglich nicht selbst übernehmen dürfen. So wäre die Gastgeberrolle weniger attraktiv.

Da herein schlüpfte vor elf Jahren die Spvg Schwerin. Deren Geschäftsführer Peter Wach erklärte: „Das wäre vielleicht mal wieder eine Option, weil sich das Ambiente ändert. Interesse daran besteht.“

Gut gefüllte Halle Mit dem Termin am 2. Weihnachtstag könne er weiterhin gut leben. Die Halle sei bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. „Nach Neujahr beginnen ja fast direkt wieder die Schulen und damit auch die Vereinshallensportarten an den Wochenenden“, merkt Wach an. Das zeigt auch das Jahr 2018. Am ersten Wochenende nach den Ferien nehmen bereits unter anderem Korf-, und Basketballer ihren Spielbetrieb wieder auf.

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