Interview mit Fußballprofi Michael Esser

Der Spätstarter auf Heimatbesuch - „Ich will angreifen“

Foto: picture alliance / Ronald Wittek

Castrop-Rauxel.  Michael Esser, der seine Fußballer-Laufbahn bei Arminia Ickern und beim VfR Rauxel begonnen hat, war am 2. Weihnachtstag unter den Zuschauern der Hallenstadtmeisterschaft in der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule. Wir haben den Profi-Torwart des Erstligisten Hannover 96 nach seinen Eindrücken vom Turnier sowie Rückrundenplänen befragt.

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Herr Esser, man hat Sie auf der Tribüne bei der Vorrunde der Hallenstadtmeisterschaft gesehen. Wie kam es zu diesem Besuch?

Ich bin während der Weihnachtsfeiertage natürlich mehrere Tage bei meiner Familie. Mit meinem Sohn habe ich mir dann einige Partien angeschaut. Ich wollte schauen, welche meiner Freunde und mir bekannten Spieler für welche Vereine spielen. Und wie sie sich so schlagen.

Haben Sie dabei guten Fußball-Sport gesehen?

Ich hatte mir von der Spvg Schwerin als Bezirksligisten etwas mehr erwartet. Aber die Schweriner können sich ja am Endspieltag am Samstag noch steigern. Ebenso wie die Mannschaft meines Ex-Vereins SV Wacker Obercastrop. Wahrscheinlich haben die Wackeraner, die recht solide aufgetreten sind, noch einige Spieler in der Hinterhand, die am Dienstag nicht zum Einsatz gekommen sind.

Werden Sie auch am Samstag in der Halle anzutreffen sein?

Leider nicht. Denn bei uns in Hannover beginnt die Rückrunden-Vorbereitung am Freitag. Und am Samstag ist nochmals Training. Silvester und Neujahr habe ich frei.

Apropos Vorbereitung. Die meisten Bundesliga-Teams gehen dazu ins Trainingslager ins Ausland. Wie hält es Ihr Verein damit?

Bislang ist das nicht geplant. Wir bleiben im Lande. Und dann will ich angreifen.

Sie sprechen es an. Nach Ihrem Wechsel vom SV Darmstadt 98 zum Aufsteiger Hannover kamen Sie lediglich gegen Werder Bremen sowie im DFB-Pokal gegen Wolfsburg zum Einsatz – und sind die Nummer Zwei. Wie kommen Sie mit dieser Rolle zurecht?

Ich habe mir natürlich nach meinem Wechsel mehr erhofft – auch wenn ich als der Herausforderer von Philipp Tschauner galt. Leider war die Vorbereitungsphase im Sommer recht kurz, um sich zu präsentieren. Ich hoffe, dass ich noch meine Chancen bekommen werde. Zumal ich mich im Training nie hängen lasse und immer alles gebe.

Was würde passieren, wenn es in der Rückrunde nicht mit mehr Einsätzen klappt?

Dann würde ich in der Vorbereitung zur neuen Saison wieder voll reinhängen. Zu Beginn der aktuellen Saison lief es für uns in Hannover wirklich überraschend gut. Da kann man nachvollziehen, dass Trainer André Breitenreiter keinen Grund für einen Torwartwechsel gesehen hat.

Waren Ihre Auftritte gegen Wolfsburg und Bremen verpasste Chancen, den Stammplatz im Tor zu erobern?

Das würde ich nicht so sehen. Zwischen diesen beiden Partien lagen fast fünf Wochen Zeit, so dass die Spiele nicht im Zusammenhang zu sehen sind. Meiner Meinung war meine Leistung in Wolfsburg gut. Beim 0:4 gegen Bremen hatte ich das Pech, dass das gesamte Spiel nicht so gut für uns verlaufen ist.

Wie kam es, dass Sie sich an Hannover bis zum Jahr 2020 gebunden haben?

Ich will, nachdem ich über den VfL Bochum zu Sturm Graz sowie Darmstadt nach Hannover im Jahres-Rhythmus gewechselt bin, hier langfristig etwas aufbauen.

Was würden Sie den Castrop-Rauxeler Fußball-Talenten mit auf den Weg geben – zumal man ja an Ihrem Beispiel sehen kann, dass man auch noch im Alter von 25 Jahren Profi werden kann?

Vielleicht kann man daran sehen, dass man es auch aus der Bezirksliga heraus in höhere Ligen schaffen kann. Auch sollte man nie den Ehrgeiz verlieren, sich weiter zu verbessern. Daher sollte man auch nach acht Stunden auf der Baustelle noch Bock haben und dennoch zum Training gehen. So habe ich es auch gemacht. Meiner Meinung nach sind einige wirklich gute Talente in unserer Stadt auf der Strecke geblieben, weil sie den inneren Schweinehund nicht überwunden haben.

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