Tischtennis NRW-Liga

TSSV Bottrop: Notarzt und Niederlage nach Schlägerattacke

Neuzugang Dennis Baron (vorne), hier noch im Trikot der SG Heisingen, erlebte die Partie seines TSSV Bottrop am Samstag nicht. Stattdessen kam das Brett sechs mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus.

Neuzugang Dennis Baron (vorne), hier noch im Trikot der SG Heisingen, erlebte die Partie seines TSSV Bottrop am Samstag nicht. Stattdessen kam das Brett sechs mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Gütersloh.  Dennis Baron erlebt das Punktspiel des TSSV Bottrop am Samstag nicht und landet im Krankenhaus. Das Team denkt jetzt über eine Helmpflicht nach.

Die längste Auswärtsfahrt der NRW-Liga-Saison führte den TSSV Bottrop am Samstag 130 Kilometer die A2 entlang ins ostwestfälische Avenwedde. Für Dennis Baron ein schmerzhafter Trip: Ein verirrter Tischtennis-Schläger traf den Bottroper vor seiner ersten Partie am Kopf, nach Krankenhaus und Pleite ging es mit einer einmaligen Geschichte zurück ins Revier. Der TSSV denkt jetzt über eine Helmpflicht für das Rückspiel nach.

Als Teil des dritten Doppels nahm Dennis Baron am Samstag zunächst auf der Bank Platz, während sich die Kollegen der beiden Eingangsdoppel die ersten Bälle um die Ohren schlugen. Soweit, so normal. Ungewöhnlicher war da schon, dass an den Nebentischen zeitgleich das Duell der Avenwedder Landesliga-Reserve statt fand – durchaus hochtourig. Und so segelte nach einem Topspin-Versuch des heimischen Nachwuchsspielers nicht nur der Ball durch die Halle, sondern auch gleich sein Schläger.

Dennis Baron: „Das habe ich in 28 Jahren Tischtennis nicht erlebt“

„Ich habe noch eine Warnung gehört und mich umgedreht, bevor der Schläger mich am Kopf getroffen hat“, erzählt Dennis Baron und ergänzt mit einem Lachen: „Keine fünf Minuten in der Halle, noch nicht einmal den Schläger geschwungen – und dann sowas. Das habe ich in 28 Jahren Tischtennis nicht erlebt.“

Mit Schwindelgefühlen und Platzwunde wartete der gebürtige Bottroper also auf den Krankenwagen, nahm aber gleichzeitig noch die Rolle des Trösters ein. „Der Junge hat sich tausendmal entschuldigt und war den Tränen nah. Alles kein Problem“, erinnert sich Baron augenzwinkernd. Nach zweieinhalb Stunden im Krankenhaus ging es für Bottrops Brett sechs dann zurück in die Heimat – im Gepäck ein geklebter Riss, ein brummender Schädel und die vierte Saisonniederlage.

Auch Kevin Nurkowski fehlt dem TSSV Bottrop kurzfristig

Sein Team konnte die drei kampflos abgegebene Spiele nämlich nicht kompensieren. „Wir haben diese Saison Pech bei weiten Fahrten“, kommentierte Kapitän Bartosz Surzyn – und spielte neben der Causa Knockout auch auf den krankheitsbedingten Ausfall von Kevin Nurkowski an.

Für Bottrops Nummer fünf kämpfte sich stattdessen Uwe Lautsch, normalerweise beim TSSV IV in der Bezirksklasse unterwegs, durch zwei Duelle und nahm seinen Gegnern immerhin einen Satz ab. „Einen großen Dank der Mannschaft an Uwe, dass er kurzfristig eingesprungen ist“, sagte Surzyn.

TSSV Bottrop nimmt die Verletzung mit Humor

Das 6:9-Endergebnis (für Bottrop punkteten Höhl/Agresti, Rao/Surzyn, Höhl, Surzyn zweifach und Agresti) sah der Kapitän angesichts der Begleitumstände deshalb auch nicht als Beinbruch an. Stattdessen machten sich die Bottroper einen Kopf um ihren Geschädigten – und mögliche Folgen. „Er sah ein bisschen aus wie Quark mit Erdbeersoße“, bilanzierte Bartosz Surzyn, während Dennis Baron ergänzte: „Vielleicht holen wir uns für das Rückspiel Helme – das wäre ein schöner Gag.“

Die Tabelle: NRW-Liga

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