Fußball - Regionalliga

SG Wattenscheid 09: Der Abstiegskampf wird immer härter

Nico Buckmaier (r.) verlor mit der SG Wattenscheid 09 auch gegen Alemannia Aachen.

Nico Buckmaier (r.) verlor mit der SG Wattenscheid 09 auch gegen Alemannia Aachen.

Foto: Thorsten Tillmann

Wattenscheid.  Mit dem 1:2 gegen Alemannia Aachen ist die vierte Heimpleite für die SG Wattenscheid 09 perfekt. Der Klassenerhalt wird damit immer schwerer.

Einige Wattenscheider stand allein auf dem Rasen. Andere Spieler der SG 09 hatten sich in Grüppchen versammelt. Sie schwiegen sich an, blickten ratlos ins weite Rund. Ihre Mienen versteinert, ihre Körperhaltung drückte Resignation aus. Manche von ihnen wagten aber einen Blick auf die Haupttribüne, wo sich Gegenteiliges abspielte.

Dort feierten die Spieler von Alemannia Aachen mit ihren gut 300 mitgereisten Fans das Ende einer langen Serie von Niederlagen gegen die Schwarz-Weißen, die derweil eine bittere Regelmäßigkeit zu beklagen haben. Das 1:2 gegen Aachen war bereits die vierte Niederlage im eigenen Stadion. Bislang konnte die Mannschaft von Farat Toku in der Lohrheide noch keinen Punkt holen.

Beängstigende Statistik

Den in dieser Saison noch härteren Abstiegskampf im Hinterkopf, ist das ist eine beängstigende Statistik, wobei die andere doch Mut machen sollte. Denn eigentlich war die Alemannia in den vergangenen vier Spielzeiten doch stets ein zuverlässiger Lieferant von Meisterschaftszählern gewesen. Acht Partien in Folge hatte die SGW gewonnen. Nun ist auch dieses wiederholende Element, das Zuversicht und Sicherheit bringen soll, nicht mehr da. Einfach weg. Hergegeben in 25 erschreckend schwachen Minuten.

„Du kannst die Mannschaft abmelden, wenn du so auftrittst vor heimischer Kulisse und live im Fernsehen. Das funktioniert so nicht“, sagte Berkant Canbulut. Erklärungen für die Ergebniskrise im eigenen Stadion hat aber auch der 27-Jährige nicht. „Ich habe keine Ahnung. In den Heimspielen ist es ja nicht so, dass wir viel schlechter sind.“

Vierte Heimpleite in Folge

Im ersten Montagabendspiel gegen Drittliga-Absteiger Sportfreunde Lotte hatte die SGW noch stark begonnen. Da hatte jeder Zuschauer den Eindruck, als habe die Nachricht vom Insolvenzvertrag neue Kräfte freigesetzt. Dann aber brach das Toku-Team aus unerklärlichen Gründen ein. Gegen Aachen war es umgekehrt.

„Es ist ein Hin und Her“, sagte Canbulut nach der vierten Heimpleite. „Aber wenn wir in dieser Liga unsere Leistungen abrufen, ist es unabhängig vom Gegner schwer, uns zu schlagen. Aber wir schaffen es nicht.“ Ob es eine Kopfsache ist? Schließlich befindet sich das Team — nein, der Verein — in einer Phase quälender Ungewissheit.

Insolvenzverfahren als Hemmnis

Das vorläufige Insolvenzverfahren ist eröffnet, bis zur Entscheidung über die Eröffnung des eigentlichen Verfahrens sind es nur noch wenige Tage. Dass neun Punkte abgezogen werden, gilt als sicher. Die Spieler wissen davon, sie werden stets über den Status quo unterrichtet. Ein Hemmnis? „Vielleicht“, sagt Canbulut. „Aber ich glaube, wenn man im Spiel ist, dann denkt man nicht daran, was hier sonst noch passiert.“

Sein Appell an alle, die zum sportlichen Erfolg beitragen wollen und können: „ Wenn ich nur daran denken würde, könnte ich auch besser zuhause bleiben, als hierhin zu kommen.“

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