Regionalliga

Mitglieder machen Druck - Neuwahlen sind das Ziel

Turbulent ging es in den letzten Jahren oft zu bei den Mitgliederversammlungen der SG Wattenscheid 09. Foto:Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services, Archiv

Turbulent ging es in den letzten Jahren oft zu bei den Mitgliederversammlungen der SG Wattenscheid 09. Foto:Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services, Archiv

Wattenscheid.   Bei der SG Wattenscheid 09 will eine Mitglieder-Initative eine außerordentliche Versammlung erzwingen. Auch Gläubiger sind in Alarmbereitschaft.

Kommt nun Bewegung in die Angelegenheit? Mitglieder des Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 planen, den Vorstand des Vereins zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einzuberufen. Auf dieser sollen sich die Verantwortlichen des Klubs zu den jüngsten Ereignissen äußern.

Zu denen gehören insbesondere die aktuelle finanzielle Situation, die Gründe für Rücktritte der Aufsichtsrats-Mitglieder Lukas Bennemann, Christof Wieschemann, Christoph Sander, Dumeik Quemseyeh und Marco Ostermann sowie das Zustandekommen der Beendigung der Kooperation mit dem Hamburger Technologie-Startup Haalo.

Eine Mitgliederversammlung hätte stattfinden müssen

Auf dieser Versammlung soll unter anderem auch über die Abberufung und Neuwahl des Aufsichtratsvorsitzenden sowie des Vorstands abgestimmt werden. Beide hatten trotz der für den Verein bedrohlichen Situation darauf verzichtet, die satzungsgemäß bis spätestens zum 31. Oktober einzuberufene ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden zu lassen.

Der Vorwurf, den die Mitglieder des Traditionsklubs der Führung machen: Das Verhalten sei vereinsschädigend. Insbesondere das Schweigen des Aufsichtsratsvorsitzenden Oguzhan Can sowie des Vorsitzenden Dragan Markovic sorgt für Irritation – vor allem aber für Ungewissheit. Und das nicht nur bei Fans, Mitgliedern und Spielern.

Gläubiger sind in Alarmbereitschaft

So sollen auch sämtliche Gläubiger mittlerweile in Alarmbereitschaft sein und dem Vernehmen nach darüber nachdenken, Insolvenzantrag zu stellen. Das ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Doch dieser Aspekt ist Spekulation. Tätig geworden ist bislang nur das Mitgliederbündnis mit dem Wunsch nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Gemäß Satzung ist eine solche einzuberufen, wenn mindestens zehn Prozent der volljährigen Mitglieder des Vereins ihre Zustimmung in Form einer Unterschrift leisten. Das Bündnis, das sich unter dem Namen „1909 Prozent 09“ organisiert hat, will nach Informationen dieser Redaktion bereits an diesem Wochenende mit der Ansprache von Mitgliedern beginnen. Rund 200 Unterzeichner, so die Schätzung, seien erforderlich.

Unterschriften werden gesammelt

So sollen auch beim Auswärtsspiel der Mannschaft von Farat Toku bei der U23 von Borussia Mönchengladbach (Samstag, 14 Uhr) Spieler darauf angesprochen werden, ebenfalls ihre Unterschrift zu leisten. Kommen die notwendigen zehn Prozent der Stimmen zusammen, so hat der Vorstand eine zeitliche Frist von insgesamt sechs Wochen (darunter vier Wochen Ladefrist und zwei Wochen für die entsprechende Bearbeitung), die Versammlung einzuberufen.

Dem Bündnis ist dieses Anliegen offenbar sehr ernst. Denn sofern sich die Vereinsführung weigern sollte, der Aufforderung nachzukommen, ist ein weiterer Schritt geplant. „1909 Prozent 09“ behält sich vor, sich vom zuständigen Amtsgericht zum Einberufen der Mitgliederversammlung ermächtigen zu lassen.

Beim finanziell angeschlagenen Viertligisten herrscht seit einigen Wochen Chaos. Dem Aufsichtsrat gehören nur noch der Vorsitzende Can, der zugleich der größte Geldgeber von 09 ist, sowie das hinzuoptierte Mitglied Hasan Simsek an.

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