Leichtathletik

Das sind die neun Olympia-Hoffnungen des TV Wattenscheid 01

13. August 2016: Daniel Jasinski freut sich über die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

13. August 2016: Daniel Jasinski freut sich über die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Foto: Quinn Rooney / Getty Images

Wattenscheid.  Mit Volldampf Richtung Olympia: Der TV Wattenscheid setzt auf etliche Tokio-Teilnehmer. Dutkiewicz und Jasinski sind heiß auf die Spiele.

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Das Seuchen-Jahr ohne einen einzigen WM-Teilnehmer ist abgehakt beim TV Wattenscheid 01, fast alle Spitzenkräfte haben ihre Verletzungen überwunden und stehen längst in der akribisch geplanten Vorbereitung auf den Höhepunkt im Vier-Jahres-Zyklus: Alle Kraft gilt 2020, dem Jahr der Olympischen Spiele in Tokio. Sie finden vom 24. Juli bis 9. August in Japans Hauptstadt statt.

Amanal Petros hat das Olympia-Ticket gelöst

Und der erste Leichtathlet des TV 01 hat bereits ein Olympia-Ticket gelöst. Amanal Petros, der seit Anfang dieses Jahres beim TV Wattenscheid unter dem erfahrenen Tono Kirschbaum trainiert, hat wie berichtet in Valencia beim Marathon eine überraschend starke Zeit hingelegt. In 2:10,28 Minuten knackte der erst 24-jährige Petros gleich bei seinem Marathon-Debüt die Olympia-Norm von 2:11,30 Stunden deutlich. Und der TV Wattenscheid hat acht weitere heiße Olympia-Kandidaten im Rennen.

Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz greift wieder voll an

Vorzeige-Athletin ist und bleibt Pamela Dutkiewicz. Die Hürdensprinterin holte bei der WM 2017 in London Bronze und bei der EM 2018 Silber. Nach einem verletzungsbedingt späten Saisoneinstieg zeigte sich die 28-Jährige auch in der vergangenen Saison gleich wieder auf international hohem Niveau, meisterte gleich beim Marathondebüt die WM-Norm für Doha/Katar über 100 Meter Hürden. Doch eine Muskelverletzung zwang sie zum frühen Saison-Aus. Vorbei. Auskuriert.

„Ich bin davon überzeugt, dass ich diese Auszeit brauche, um im nächsten Jahr, im Jahr der Olympischen Spiele, in Topform auf der Bahn zu stehen“, hatte die ehrgeizige Hürdensprinterin direkt nach ihrem Saisonaus mitgeteilt. Heute liegt Dutkiewicz, erklärt Wattenscheids Vereinsmanager Michael Huke, voll im Plan, ist voll im Training. Auch eine Hallensaison will der Star des TV Wattenscheid hinlegen, wird zudem dem Premieren-Event „Viactive Race arts“ in der Bochumer Jahrhunderthalle am 31. Januar ein prominentes Gesicht geben.

Das olympische Finale ist auf jeden Fall das Ziel, und in einem Rennen ist über die Hürden alles möglich. „Pamela“, so die Hoffnung Hukes, soll „national und international wieder eine gute Rolle spielen.“ Auch ihr Vereinskollege Erik Balnuweit, der erfahrene 110-Meter-Hürden-Mann, hat das Zeug, sich für die Spiele zu qualifizieren und im besten Fall eine Runde zu überstehen in Tokio.

Diskuswerfer Daniel Jasinski ist heiß auf die Olympischen Spiele

Nach verletzungsbedingt schwierigen Jahren viel vorgenommen hat sich auch Diskuswerfer Daniel Jasinski, der einzige Athlet des TV 01, der sich bereits über olympisches Edelmetall freuen konnte. 2016 in Rio de Janeiro holte Jasinski – damals überraschend – die Bronzemedaille. Nach einem verletzungsbedingt extrem späten Saisoneinstieg wurde der 30-jährige, gebürtige Wattenscheider auch in diesem Jahr immer besser. Am Ende reichte es aber nicht mehr ganz für die WM-Qualifikation. Mit einer guten Vorbereitung soll das 2020 anders aussehen. „Er fühlt sich sehr gut, ist heiß auf die nächste Saison“, erklärt Michael Huke.

Robin Erewa will es nochmal wissen

Robin Erewa, verletzungsfrei immer noch der potenziell schnellste 200-Meter-Mann Deutschlands, hat sich wieder stabilisiert, auch Erewa musste die Saison ja vorzeitig abbrechen, wie fast alle TV-01-Topkräfte. Bleibt er diesmal ohne Blessuren, hat er durchaus Chancen auf ein Olympia-Ticket. Dabei kommt ihm zugute, dass der TV Wattenscheid die physiotherapeutischen Möglichkeiten weiter ausgebaut hat.

Eher im Bereich der Europameisterschaften, die ein paar Wochen nach den Olympischen Spielen in Paris stattfinden (26. bis 30. August), sieht der Manager seinen Sohn Maurice Huke und dessen Sprinter-Kollege Philipp Trutenat. Auch in der Staffel könnten sie ein Wort mitreden. Grundsätzlich, sagt Huke, wollen alle Athleten auch bei der Europameisterschaft nach den Spielen starten, wenn sie es denn dorthin schaffen.

Petros setzt auch über 10.000 Meter auf die Norm

Die Anreise nach Tokio könnte Amanal Petros fast schon buchen. Dass weitere deutsche Läufer die Marathon-Norm knacken, ist zumindest eher unwahrscheinlich, auf Anhieb hat sich Petros auf Rang neun der ewigen deutschen Bestenliste katapultiert. Allerdings hat der Langstreckenspezialist ein weiteres Ziel: Er peilt auch und vor allem die Norm über 10.000 Meter an. Schafft er dies nicht, nimmt er das Ticket für den Marathon aber gerne an.

Hendrik Pfeiffer setzt auf die zweite Chance

Das peilt auch Hendrik Pfeiffer an, der bisher vor großen Ereignissen stets ausgebremst wurde von schweren Verletzungen. In Köln ging sein erster Angriff auf die Marathon-Norm im Oktober daneben, bei widrigen Bedingungen und einer für Spitzenzeiten schwierigen Strecke blieb der 26-Jährige in 2:15,19 Stunden deutlich unter den geforderten 2:11,30 – von Freude über den Sieg in Köln war daher wenig zu spüren. Im März will Pfeiffer den zweiten und wohl entscheidenden Angriff starten.

Marius Probst hofft auf sein Olympia-Debüt

Mit einer guten Saison hofft auch Ausnahme-Talent Marius Probst auf seine Olympia-Premiere. Der 1500-Meter-Spezialist müsste dafür seine Bestzeit um 2,07 Sekunden auf 3:35,00 Minuten steigern. Oder er erhält ein Ticket im Ranking-Verfahren, wenn er knapp scheitern sollte und als einer der ein, zwei besten Deutschen eine stabile Saison hinlegen sollte.

Christina Honsel ist die neue Hochsprung-Hoffnung

Mit Hochspringerin Christina Honsel, die neu zum TV 01 kommt, hat Wattenscheid eine weitere Olympia-Hoffnung im Team. Für die Norm von 1,94 Metern fehlen der erst 22-jährigen Nachwuchshoffnung nur zwei Zentimeter, gemessen an ihrer Bestleistung. Christina Honsel war schon bei der WM in Katar dabei, noch als Athletin der LG Olympia Dortmund. Ihren Olympia-Traum will sie nun als Wattenscheiderin erfüllen.

Kugelstoßerin Julia Ritter hat eine Außenseiter-Chance

Eine Außenseiter-Chance hat auch Julia Ritter, die mit dem Diskus stark ist, im Vergleich zur Konkurrenz mit der Kugel aber noch stärker unterwegs ist. Mit 21 Jahren ist sie immer noch sehr jung, hat also auch und vor allem 2024 und 2028 weitere Olympiachancen. 17,63 Meter ist ihre Bestweite, bei 18,50 Metern liegt die international angesetzte Olympia-Norm.

„Wir haben sie auch jetzt schon auf dem Schirm, wobei die Konkurrenz sehr groß ist“, sagt Huke, ohne damit den Druck auf die junge Athletin erhöhen zu wollen. Für die EM ist Julia Ritter in jedem Fall eine Kandidatin. In Paris könnten zudem auch die jungen Laura Hottenrott (Marathon/Halbmarathon) und Nils Voigt (10.000 Meter) eine Rolle spielen.

Weitspringerin Sothene Moguenara ist noch nicht voll belastbar

Noch nicht voll belastbar ist dagegen Sosthene Moguenara, die Weitspringerin hat ihre Rückenprobleme noch nicht überwunden. Sollte sie bis Februar komplett gesund werden, könnte aber auch Moguenara die Olympischen Spiele noch in Angriff nehmen.

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