Triathlon

Wie ein Neheimer Starter den Möhnesee-Triathlon meistert

Rundum zufrieden: Der Neheimer Floreal Dramm (39) nimmt zum zweiten Mal am Möhnesee-Triathlon teil.

Rundum zufrieden: Der Neheimer Floreal Dramm (39) nimmt zum zweiten Mal am Möhnesee-Triathlon teil.

Foto: Georg Giannakis

Möhnesee.  Der Neheimer Triathlet Floreal Dramm hat jetzt beim BHTC-Möhnesee-Triathlon teilgenommen. Eine Reportage über Qualen und Glücksgefühle.

Es ist das sportliche Spektakel, das hunderte Hobby- und Profi-Triathleten jährlich zelebrieren. Durch ihre körperlichen Höchstanstrengungen im und außerhalb des Wassers verzücken sie tausende Zuschauer. Einmal mehr haben sich nun 880 Frauen und Männer beim BHTC-Möhnesee-Triathlon den Strapazen des dreigliedrigen Wettkampfes ausgesetzt. Einen dieser Athleten hat diese Zeitung begleitet. Wie der Wettkampftag für einen Triathleten verläuft und welche Herausforderungen ein Teilnehmer bei diesem Wettbewerb zu meistern hat, zeigt Floreal Dramm aus Neheim.

Vor dem Start schwankt Dramms Gefühlslage zwischen Anspannung und großer Vorfreude. „Die beiden Dinge begleiten mich schon, seitdem ich heute Morgen aufgewacht bin. Natürlich wartet eine große Herausforderung auf mich. Aber andererseits bin ich glücklich darüber, dass ich heute hier an den Start gehen werde. Der Möhnesee strahlt für mich persönlich etwas ganz Vertrautes aus. Er ist quasi mein zweites Zuhause“, sagt der 39-Jährige. Floreal Dramm platziert sein gesamtes Wettkampf-Equipment in der Wechselzone. Er hat gleich mehrere wichtige Utensilien, wie beispielsweise ein Rennrad, einen Neoprenanzug, eine Schwimm- und Fahrradbrille sowie ein paar Handtücher dabei. „Als Jugendlicher habe ich beim Segelclub am Möhnesee gearbeitet und war dementsprechend oft hier. Und auch heute bin ich hier oft zum Schwimmen, Radfahren oder für einen ruhigen Spaziergang“, sagt Dramm. Der begeisterte Triathlet startet beim BHTC-Möhnesee-Triathlon über die anspruchsvolle Olympische Distanz. Nach sechs Jahren Pause ist er nun das zweite Mal am Möhnesee am Start. Er wollte die Faszination Triathlon spüren und miterleben, sagt Dramm.

Zwischen etlichen eng beieinander geparkten Rennrädern und anderen Wettkampf-Konkurrenten beginnt der durchtrainierte Hobby-Triathlet, sich mit Dehnübungen sein aufzuwärmen. Anschließend schlüpft er in den kunststoff-weichen Neoprenanzug. Wenige Minuten verbleiben nur noch bis zum Massenstart im Wasser des Möhnesees. Der gebürtige Neheimer mit französischen Wurzeln streift sich seine Schwimmbrille über sein mit einer orangefarbigen Badekappe bedecktes Haupt und platziert sie fest auf der Nase.

Die Kette springt ab

Wie vielen anderen Athleten auch, ist Floreal Dramm dann im Startareal die Nervosität anzumerken. Lautstark über das Mikrofon zählt Veranstaltungs-Organisationschef und Moderator Alex Malbrant die verbleibenden zehn Sekunden hinunter. Der Startschuss ist gefallen. Der Blick ist beeindruckend: Ein „Meer“ an herumkraulenden Armen, die das Wasser nach allen Seiten und Richtungen aufspritzen lassen, ist im See zu sehen. Eine Strecke von 1,5 Kilometer Länge müssen die Athleten schwimmen, ehe sie wieder an das Ufer gelangen. Auch Floreal Dramm erreicht unter dem großen Applaus der vielen Besucher wieder festen Boden unter den Füßen. Mit einem Schnellspurt in die Wechselzone folgt das Aufsatteln des Drahtesels. Im Eiltempo schiebt der Neheimer sein Rennrad an, um anschließend auf das Gefährt aufzusteigen und die bevorstehende 40-Kilometer-Strecke abzuradeln. Dass zunächst die Kette abspringt, ist kein großes Problem und schnell behoben. Nach gut eineinhalb Stunden rauscht Floreal Dramm auf seinem Rad wieder in die Wechselzone, um sich nun die Laufschuhe zu schnüren und zum finalen Zehn-Kilometer-Lauf aufzubrechen.

Wieder sind Tröten zu hören, wieder puschen die Zuschauer die Athleten mit Sprechchören und Applaus nach vorn und wieder müssen, zum nun mehr dritten Mal, die Triathleten Höchstleistungen erbringen.„Ich bin kein guter Läufer, aber ich gebe alles“, fegt Floreal tief schnaufend und schnell atmend vorbei und verlässt einmal mehr das Areal des Seebads Körbecke für eine längere Zeit.

Im Zielbereich werden die eintreffenden Triathleten schließlich alle wie Gewinner gefeiert. Jedem Sportler ist die Freude über die Zielankunft klar im Gesicht abzulesen. Floreal Dramm reißt bei seiner Ankunft die Hände vor Glücksgefühlen nach oben. 3:05:30,94 Stunden hat der Hobby-Triathlet benötigt, der damit erreichte 148. Platz spielt für ihn aber nur eine untergeordnete Rolle. „Ich bin sehr zufrieden. Gleich wird mit Freunden Fleisch auf den Grill geworfen und einige Bierchen getrunken. Das habe ich mir verdient.“

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