Handball

Wie Bezirksligist TV Arnsberg abhebt – und wohin

Starker Auftritt: Die Bezirksliga-Handballer des TV Arnsberg (blau-weiße Trikots) gewinnen gegen den TuS Linscheid-Heedfeld.

Starker Auftritt: Die Bezirksliga-Handballer des TV Arnsberg (blau-weiße Trikots) gewinnen gegen den TuS Linscheid-Heedfeld.

Foto: Thomas Nitsche

Sauerland.  Während der TV Arnsberg in der Handball-Bezirksliga der Herren einen Coup landet, erleben der TV Neheim und HV Sundern jeweils eine Enttäuschung.

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Handball-Bezirksligist TV Neheim hat durch eine völlig unerwartete Heimschlappe den Sprung auf Tabellenplatz drei verpasst. Den teilt sich jetzt der positiv überraschende TV Arnsberg mit dem gegen den HV Sundern siegreichen Letmather TV.

TV Neheim – HSG Hohenlimburg II 21:22 (12:12). Nach bislang so erfreulichem Saisonverlauf kam diese Niederlage gegen eine dünn besetzte Hohenlimburger Reserve, deren Angriff eigentlich nur aus Linkshänder Tsolakis (15/2) bestand, wie aus heiterem Himmel. Offenbar waren die Neheimer zu siegessicher und es gelang Trainer Klaus-Dieter Ebuth nicht, die Abwehr auf den meist am rechten Flügel lauernden Tsolakis einzustellen.

Noch gravierender als die Deckungsmängel aber war die uninspirierte Angriffsleistung, was keinesfalls nur mit dem Fehlen von Hannes Koch und Felix Pater erklärt werden kann. Von flüssigen Kombinationen war wenig zu sehen und auch in den Zweikämpfen tat sich der TVN enorm schwer. Nach 5:3-Führung (7.) herrschte eine 15-minütige Offensivflaute, was zum 6:1 führte. Da HSG-Kreisläufer Stegemann die Rote Karte sah und relativ einfach der 12:12-Ausgleich gelang, sprach eigentlich alles für einen Neheimer Pflichtsieg. Doch die erhoffte Leistungssteigerung stellte sich ebenso wenig ein wie der erwartete konditionelle Einbruch der Gäste.

Nach dem 15:13 gab es wieder eine Schwächephase mit vergebenem Siebenmeter und der Roten Karte für Spielmacher Moritz Pater – es stand 15:17. In der hektischen Schlussphase ließ der TVN reihenweise klare Chancen aus. Und dann war es Tsolakis, der die erste Heimniederklage des TVN besiegelte, weil der Neheimer Kim Bräutigam im Gegenzug schließlich nur den Innenpfosten traf.

TV Neheim: Baukmann, Reudenbach; S. Frohne (5), Caruso (4), M. Pater (4/1), Hackmann (3), T. Frohne (2), Zvercikov (2), Kneer (1), Coeppicus-Röttger, Bräutigam.

TV Arnsberg – TuS Linscheid-Heedfeld 32:26 (18:11). Strahlende Gesichter allenthalben im blau-weißen Dress, denn der TVA verdiente sich diesen ebenso überraschenden wie eindrucksvollen Sieg durch eine von der ersten Minute an engagierte Vorstellung. Ohne die Mähl-Zwillinge, Fischer und Giacosa nahmen die Arnsberger eindeutig die Außenseiterrolle ein, aber der Start mit zwei Gegenstoßtoren von Jonas Erk gab die Richtung vor. In puncto Aggressivität und Schnelligkeit waren die Schützlinge von Trainer Frank Mähl den behäbigen, teilweise übergewichtigen Linscheidern überlegen.

Nicht von ungefähr gelangen über die schnelle Mitte vier Treffer. Der Deckungsverband schaffte es, erfolgreiche Einzelaktionen der Kroaten Opolcer (5/4) und Krpacic (2) zu verhindern. Einzig die Rechtsaußen de Bie (4) und später Schriever (5) nutzten ihre Freiräume und ließen den bei Würfen aus dem Rückraum glänzend reagierenden Keeper Henning Peitz überwinden. Als Paul Hübner beim Stand von 7:5 für eine Allerwelts-Abwehraktion gegen den auf ihn zustürmenden Opolcer Rot sah, musste Mähl seine Abwehr umstellen, aber an der Dominanz der Hausherren änderte sich nichts. Auch der zunächst glücklose David Capristo fand seine Zielsicherheit, der TVA führte zur Pause 18:11 und ließ später erst nach dem 29:21 die Zügel etwas schleifen.

TV Arnsberg: Peitz, Mittelstädt, Erk (7/1), D. Capristo (6), Röhrig (5), Dame (5), P. Capristo (3), Pauleck (3), Regniet (2), Hübner (1), Mevenkamp, Stratenschulte.

Letmather TV - HV Sundern 30:19 (17:9). Allen guten Vorsätzen zum Trotz kam der HVS auch in seinem ersten Auswärtsspiel nicht in Schwung und kassierte beim Landesliga-Absteiger, den Trainer Frank Schaden als im Angriff bestenfalls mittelmäßig einstufte, eine weitere deutliche Niederlage.

„Unser Auftritt macht mich sprachlos. Wir haben prima trainiert und sind voller Zuversicht nach Letmathe gefahren, liegen aber nach zehn Minuten mit 2:8 hinten, weil wir schon fünf klare Chancen ausgelassen haben.“

Über 13:6 (22.) und 22:12 (37.) konnte sich der LTV bis auf 26:14 absetzen. Ein Grund: Bei den Gästen genügte wieder einmal nur Chris Spielmann höheren Ansprüchen.

HV Sundern: Vucic, Spielmann (9/4), Böhmer (3), Maassen (2), Grote (2), Bartenstein (1), Waelter (1), Maile (1), Schindler, Rapude, Beste, Hemsath.

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