Fußball

Schalkes Eurofighter Martin Max brilliert beim SV Herdringen

Auf und neben dem Platz nahbar: Die Schalker Traditionself um Martin Max legt in Herdringen einen gelungenen Auftritt hin.

Auf und neben dem Platz nahbar: Die Schalker Traditionself um Martin Max legt in Herdringen einen gelungenen Auftritt hin.

Foto: Tobias Aufmkolk

Arnsberg-Herdringen.  Viele Autogramme, zahlreiche Fotos und ganz viel Spaß auf dem Platz: Wie der Auftritt der Schalker Traditionself beim SV Herdringen ablief.

Als ausgerechnet Robert Lewandowski den Ehrentreffer für die wackere Arnsberger Alte-Herren-Stadtauswahl erzielte, musste Schalkes Angreifer Martin Max schmunzeln. „Das ist ja klar, dass der auch trifft, wenn ihr den extra einkauft“, verglich der S04-Topstürmer den Gegenspieler süffisant mit dessen Namensvetter des FC Bayern München. Ansonsten war es jedoch vor allem Max, der Eurofighter der Gelsenkirchener Traditionsmannschaft, der dem lockeren Duell beim 6:1 (3:0)-Erfolg zum 100. Geburtstag des SV Herdringen seinen Stempel aufdrückte.

Gleich fünf der sechs Treffer steuerte der 50-jährige Angreifer bei. Immer wieder zog der zweifache Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga das Spiel an sich und zeigte gewohnte Qualitäten im Abschluss.

Illustre Auswahl

Zu dem unterhaltsamen Nachmittag am Krähenbrink, dem jedoch nur etwa 400 Zuschauer beiwohnten, leistete auch der Schalker Gegner, eine Alte-Herren-Auswahl bestehend aus Kickern des SV Herdringen und Spielern aus dem gesamten weiteren Fußballkreis Arnsberg, einen wichtigen Beitrag. Die heimischen Fußballer wehrten sich auf dem Platz gegen die Idole wie Martin Max, Jiri Nemec und Willi Landgraf nach Kräften und erzielten im Spiel immerhin einen Treffer.

Mit dabei war unter anderem Charly Grote, Vorsitzender des Landesliga-Aufsteigers TuS Langenholthausen. „Ich hoffe, dass ich die Nummer zehn bekomme. Dann werde ich so lange spielen, bis wir mit 2:0 führen“, sagte Grote vor dem Anpfiff. Als Schalke-Fan wünsche er sich „endlich mal wieder die Deutsche Meisterschaft für S04“. Auch wenn die Begegnung ein Freundschaftsspiel war, elektrisierte die Partie die Auswahlspieler förmlich. „Solche Spiele sind immer eine tolle Sache und natürlich auch etwas Besonderes, wenn man dabei sein darf“, sagte Mario Droste vom TuS Langenholthausen.

Ein verletzter Weltmeister

Weltmeister Olaf Thon konnte seine fußballerischen Fähigkeiten in Herdringen nicht präsentieren. „Ich habe mich vor kurzem an der Wade verletzt. Dabei hätte ich gerne gespielt. Jetzt unterstütze ich aber Rüdiger Abramczik und Klaus Fichtel auf der Trainerbank“, sagte er.

In der Partie nahmen die Traditionself-Kicker ihre Sache sehr ernst. Durch ein Freistoßtor von Meric Yavuz, der Michael Ricke erstmals überwand, ging S04 in Führung. Anschließend begann die Gala von Martin Max, der vieler seine Chancen eiskalt nutzte und insgesamt fünf Treffer markierte. Aufseiten der Arnsberger Auswahlmannschaft vergaben derweil Mario Droste und Rolf Grigori gute Möglichkeiten, um wieder zurück ins Spiel zu kommen.

Nach der Pause war es dann aber soweit: Nach einem schön vorgetragenen Angriff verkürzte Robert Lewandowski für die Auswahlmannschaft zum 1:3. Anschließend war dann erneut Martin Max am Zug: Mit drei Treffern innerhalb von nur 180 Sekunden (56., 57., 58.) machte der ehemalige Vollblutstürmer einen spektakulären Hattrick perfekt. „Die Jungs sind so ausgebufft. Die haben nur auf unsere Fehler gewartet und dann eiskalt zugeschlagen“, sagte Alex Bruchhage, Spieler der Stadtauswahl und Trainer des Westfalenligisten SC Neheim.

Die Schalker Fans genossen vor allem die Nahbarkeit der Ex-Profis. Die Fußballer standen geduldig für viele Fotos und Autogramme bereit.

Kommentar von Philipp Bülter

Wo sind die vielen Schalker?

So, wie an diesem Wochenende in Herdringen, sieht eine gelungene Planung aus. Zum 100. Geburtstag des SV Herdringen hatten sich viele Mitglieder des Vereins – vor allem der Festausschuss um Werner Eickel – große Mühe gegeben, den Gästen am Krähenbrink viel zu bieten. Mit dem Besuch der Schalker Traditionsmannschaft und der Einkehr von viel Fußballflair ist den „Krähen“ das geglückt.

Es irritiert jedoch, dass nur etwa 400 Besucher vor Ort waren. Zum Vergleich: Beim Spiel einer HSK-Auswahl gegen Gladbachs „Weisweiler-Elf“ zum 110. Geburtstag des SV Hüsten 09 vor eineinhalb Wochen weilten doppelt so viele Gäste im Stadion Große Wiese.

Dabei hat der FC Schalke im HSK viele Anhänger, unter anderem den weltweit größten Fanclub „Königsblau Brilon“. Schade also für den SV Herdringen, der jetzt wohl auf Kosten sitzen bleiben wird.

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