Fussball

Rassismus-Eklat: Diese Konsequenzen zieht der SSV Stockum

Foto: Dietmar Reker

Sauerland.  Der Arnsberger Fußball-B-Kreisligist SSV Stockum hat die Vorfälle nach dem Meisterschaftsspiel gegen Türkiyemspor Neheim-Hüsten aufgearbeitet.

Der dunkelhäutige Spieler Mohammed Bethe, der der 88. Minute den Treffer zum 3:3-Endstand für die Gäste erzielt hatte, war auf dem Weg in die Kabine mit Affenlauten beleidigt worden.

„Nach einer Vielzahl von Gesprächen mit den Zuschauern erhärtete sich der Vorwurf, dass es eine rassistische Beleidigung eines Zuschauers gegeben haben soll. Ein darauffolgendes Gespräch führte am Ende zu einer Bestätigung des Vorwurfes. Die betreffende Person bedauert den Vorfall zutiefst, der Verein wird jedoch weitere Maßnahmen gegen ihn ergreifen. Wir werden nun aber zunächst abwarten, welche Konsequenzen sich aus dem Sportgerichtsverfahren für den Verein ergeben und den Umgang mit dem Zuschauer bis dahin und darüber hinaus vereinsintern regeln“, teilte der Verein auf seiner Internetseite mit.

Alkoholverbot am Spielfeldrand

Als Konsequenz aus den jüngsten Vorfällen gibt es beim SSV Stockum in Zukunft am Spielfeldrand ein Alkoholverbot. Außerdem ist der Verein an den Landessportbund NRW herangetreten, um im Rahmen einer Vereinsberatung einen Maßnahmenkatalog zur Konfliktvorbeugung zu erarbeiten. „Die Verantwortlichen des SSV Stockum möchten sich aufrichtig für die rassistische Beleidigung am vergangenen Sonntag bei Türkiyemspor, bei allen Mitmenschen mit Migrationshintergrund und besonders beim betroffenen Spieler entschuldigen“, erklärte der Verein und ergänzte: „Wir werden weiterhin vehement gegen solche Vorkommnisse vorgehen und uns weiter für ein harmonisches Miteinander in der Gesellschaft einsetzen. Auch unterstreichen wir noch einmal, dass beim SSV Stockum Menschen jeglicher Herkunft, Hautfarbe und Religion herzlich willkommen sind.“

Rassistische Äußerungen hatte es am vergangenen Spieltag auch bei der A-Liga-Partie der SG Holzen/Eisborn gegen den FC Neheim-Erlenbruch (2:5) gegeben. Die Spielgemeinschaft hat inzwischen die Täter, welche Spieler des FC Neheim-Erlenbruch beleidigt hatten, ermittelt und bis zur Rückrunde mit einem Platzverbot bedacht.

Beide Vorfälle werden nun vor dem Verbandssportgericht verhandelt. Dies bestätigte Georg Hein, Sportrichter beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, auf Nachfrage.

Sunderns Kampagne angeschlossen

Im Zuge der Aufarbeitung der Vorfälle haben sich die Vereine SSV Stockum, SG Holzen/Eisborn, FC Neheim-Erlenbruch und Türkiyemspor Neheim-Hüsten dazu entschlossen, der Anti-Rassismus-Kampagne des Bezirksligisten TuS Sundern anzuschließen. Die überkreislich spielenden Mannschaften des TuS Sundern tragen seit dieser Saison einheitliche Aufwärmtrikots. Die Shirts tragen eine eindeutige Botschaft: „No racism“ – zu deutsch: „Kein Rassismus“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben