Volleyball

Lena Vedder arbeitet an ihrem Bundesliga-Comeback

Lena Vedder (re.) und Ines Bathen.

Lena Vedder (re.) und Ines Bathen.

Münster/Neheim.   Die Neheimer Volleyballerin Lena Vedder arbeitet nach einem Kreuzbandriss im vergangenen Dezember an ihrem Bundesliga-Comebeck beim USC Münster.

Den Termin hat Lena Vedder fest im Blick. Vom 30. September bis zum 21. Oktober findet in Japan die Volleyball-Weltmeisterschaft der Frauen statt, für die sich die deutsche Nationalmannschaft, die selbst ernannten „Schmetterlinge“, souverän qualifiziert hat. Dass es Deutschland dort zunächst darum gehen wird, die Vorrunde zu überstehen, weiß Vedder natürlich ebenso wie sie ihre Rolle in dieser Zeit kennt: Die Sauerländerin wird den „Schmetterlingen“ aus der Ferne die Daumen drücken.

Ihre Terminsicherheit liegt nicht an einer Nominierung für die Nationalmannschaft, davon ist sie weit entfernt. Sie liegt daran, dass die Bundesliga-Spielerin des USC Münster durch die WM etwas mehr Zeit erhält. Mehr Zeit, um nach ihrem im Dezember 2017 erlittenen Kreuzbandriss pünktlich zum ersten Ligaspiel wieder am Netz zu stehen.

Beginn am 31. Oktober

„Die Bundesliga beginnt wegen der WM erst am 31. Oktober“, sagt die 22-jährige Neheimerin, „das spielt mir für mein Ziel, zum Saisonauftakt komplett fit zu sein, natürlich in die Karten.“ Denn spätestens dann soll es weitergehen, ihr persönliches Volleyball-Märchen.

Im vergangenen Sommer wechselte Lena Vedder vom RC Sorpesee nach Münster und begab sich auf einen ähnlichen Weg, den die aus Nuttlar stammende Ines Bathen bereits vor Jahren eingeschlagen hatte. „Ich hatte mir nicht erträumt, so viele Spielanteile zu erhalten“, erzählt Vedder rückblickend. Doch die 1,87 Meter große Blondine spielte als Diagonalangreiferin. Regelmäßig. Und gut. Sehr gut. Bis der Nummer 14 des USC im Auswärtsspiel beim SSC Schwerin das Kreuzband riss.

„Das war am 9. Dezember 2017“, sagt Vedder, ohne groß nachdenken zu müssen. Datum und Ort haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Weil es ihre erste schwere Verletzung war. „Ich hatte zuvor noch nie ein Pflichtspiel wegen einer Verletzung verpasst“, sagt sie. Und weil für die Sauerländerin, die sich selbst als offenen Menschen, der sehr oft mit einem Grinsen anzutreffen ist und für ein paar Lacher sorgt, bezeichnet, eine schwere, teilweise traurige Zeit begann. „Es war definitiv nicht einfach“, erzählt Vedder. „Ich hatte Ups und Downs, aber die Mädels um mich herum haben mich super unterstützt.“ Und das, obwohl sie erst seit wenigen Monaten zur Mannschaft gehörte. Direkt nach der Operation im Januar statteten Mannschaftskolleginnen ihr im Krankenhaus einen Besuch ab, und als sie zum ersten Mal wieder ein Training in der Halle besuchte, „haben mir die Mädels eine Box mit Gutscheinen geschenkt“. Gutscheine für ein gemeinsames Essen, aber auch für einen erledigten Einkauf etwa. „Das war eine enorme Erleichterung, da ich ja an Krücken laufen musste“, sagt Vedder und lacht. Mittlerweile sind nicht nur die Krücken weg. Die Chemiestudentin trainiert wieder mit dem Ball, „aber noch ohne Sprünge“. Die Zeit, „an der ich wirklich zu knabbern hatte, neigt sich dem Ende entgegen. Es geht bergauf“, erklärt Vedder, deren Vertrag in Münster noch ein Jahr läuft.

Die richtige Balance finden

Manchmal sei es bei allem Elan und Ehrgeiz schwierig gewesen, die richtige Balance in der Reha zu finden, ergänzt Vedder. Doch mittlerweile hat sie den Dreh raus. Und sie stresst sich nicht mit Comeback-Gedanken. „Schön wäre, wenn ich im August wieder einsteigen kann. Aber wenn es September wird, wird es halt September.“ Und wenn es sich noch etwas zieht – dann gibt es ja noch die Weltmeisterschaft, die ihr zusätzliche Zeit verschafft.

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