Handball

Landesliga-Aufsteiger SG Ruhrtal ist schon angekommen

Gewohnt wuchtig: Veit Schmidt von der SG Ruhrtal (mittig) trägt in der Partie gegen Eintracht Hagen III drei Treffer zum Sieg bei.

Gewohnt wuchtig: Veit Schmidt von der SG Ruhrtal (mittig) trägt in der Partie gegen Eintracht Hagen III drei Treffer zum Sieg bei.

Foto: FRANZ-JOSEF MOLITOR

Arnsberg/Meschede.  Für Neu-Landesligist SG Ruhrtal ist der Saisonstart geglückt. Die Bezirksliga-Handballer des TVA und TVN erlebten verschiedene Gefühle.

Besser hätte der Einstieg in eine neue Liga nicht verlaufen können: Mit sage und schreibe 35:25 (19:9) hat Handball-Landesliga-Neuling SG Ruhrtal vor gewohnt stimmungsvoller Kulisse den VfL Eintracht Hagen III abgefertigt. Die Moormann-Sieben präsentierte sich dabei vor allem in Halbzeit eins in einer glänzenden Verfassung.

So geriet auch Frank Moormann, Coach der SGR, im Anschluss ins Schwärmen: „Das war grandios“, lobte der gut gelaunte Trainer seine Schützlinge. Nach eher durchwachsener Vorbereitung war sein Team schließlich durchaus mit einigen Zweifeln ins Rennen gegangen, zumal mit Aaron Humpert und David Bauerdick auch noch zwei Leistungsträger fehlten.

Rasanter Auftakt legt Grundstein

Doch davon war im ersten Ligaspiel nichts zu spüren. Vom Anpfiff weg präsentierte sich die SG Ruhrtal als eine dynamische, gut harmonierende und energisch verteidigende Einheit und sorgte mit einem 5:1-Start (9.) gleich für klare Verhältnisse. Das blutjunge, teils schmächtige Team aus Hagen hatte der SGR-Power nur wenig entgegenzusetzen. Zwar fehlte es nicht an Tempo und Geschmeidigkeit, deuteten vor allem der kleine Roskosch und Wegener ihr Talent an, aber in puncto Durchschlagskraft bestand ein gewaltiger Unterschied. Gästecoach Christian Wojtek fand drastische Worte zur ersten Hälfte: „Mit so einer Deckung kann man kein Spiel gewinnen. Ich wäre am liebsten nach Hause gefahren.“

Das schmälert jedoch die Leistung der Ruhrtaler in keiner Weise. Vor allem die vier Treffer in Serie zum 7:3 waren schlichtweg perfekt, da passte alles, bis hin zum Abschluss via Latten-Unterkante. Die Heimfans kamen aus dem Staunen kaum heraus. Ob Lehmenkühler, Struwe, Spielgestalter Alex Blanke oder die Weber-Zwillinge – fast alles, was versucht wurde, endete mit einem erfolgreichen Abschluss. Und weil man SGR-Keeper Basler überhaupt nichts von seiner längeren Pause wegen eines Zehenbruchs anmerkte, lag der Aufsteiger zum Seitenwechsel schon mit zehn Toren vorne.

Den zweiten Abschnitt nutzte Frank Moormann dazu, auch der zweiten Reihe Einsatzzeiten zu gewähren. Gästecoach Christian Wojtek Wojtek: „Wir wollten wenigstens die zweite Hälfte gewinnen und das wäre uns ja auch fast gelungen.“ Tatsächlich reduzierte der Gast den Abstand im weiteren Verlaufe der Partie noch auf sieben Tore (25:32), doch das letzte Wort hatten die Hausherren, die durch Storm (2) und den mit einigen wuchtigen Würfen in den Torwinkel für Begeisterung sorgenden Zugang Roman Tillmann auf 35:25 erhöhten. Frank Moormann: „Jetzt fahren wir mit einem guten Gefühl zum TS Evingsen.“

SG Ruhrtal: Basler, Schneider; T. Weber (6), Lehmenkühler (5), Blanke (5), Struwe (4), Tillmann (4), Röttger (3), Schmidt (3), M. Weber (2), Storm (2), Rapude (1).

Bezirksliga: TV Neheim kassiert deutliche Auswärtspleite

Mit den zu erwartenden Ergebnissen gegen unterschiedlich starke Teams aus Gevelsberg schlossen die am zweiten Spieltag direkt aufeinander treffenden Handball-Bezirksligisten TV Arnsberg und TV Neheim den ersten Spieltag ab. Während der TVA letztlich sicher punktete, kassierte der TVN eine deftige Auswärtsniederlage.

TV Arnsberg – CVJM Gevelsberg 27:19 (11:12). Eigentlich wollten die Arnsberger dem Aufsteiger nach vielversprechender Vorbereitung mit viel Selbstvertrauen begegnen, aber davon war nichts zu sehen. „Wir haben im der ersten Halbzeit lethargisch gespielt, da fehlte jegliche Dynamik“, befand Trainer Frank Mähl.

So wurde aus dem 3:1 ein 6:7 und auch zum Seitenwechsel stand ein knapper Rückstand zu Buche, obwohl der Aufsteiger ebenfalls nicht glänzte. Aber Mähl hatte erkannt, wo der Hebel anzusetzen war: Mit einer Umstellung der Abwehr half er seinem Team, den Rhythmus zu finden.

Der eingewechselte Keeper Henning Peitz blieb 15 Minuten lang ohne Gegentreffer und durfte einen 6:0-Lauf bejubeln. Vor allem David Capristo und Johannes Dame setzten der CVJM-Abwehr entscheidend zu. „Insgesamt war das ein durchschnittlicher Auftritt, da ist noch viel Luft nach oben. Ich hoffe, der am Ende klare Sieg und die nur sieben Gegentore im zweiten Abschnitt geben uns für das Derby in Neheim Auftrieb“, resümierte Mähl.

TV Arnsberg: Mittelstädt (25. Peitz); Dame (6), D. Capristo (5), Y. Mähl (3), Erk (3), Hübner (3), P. Mähl (3/1), Giacuso (2), Mevenkamp (1), Stratenschulte (1), P. Capristo, Fischer.

HSG Gevelsberg-Silschede II – TV Neheim 39:28 (19:14). Die spielentscheidende Szene entstand nach 20 Minuten, als Neheims zurückeilende Linksaußen Hannes Koch für ein Gegenstoßfoul Rot erhielt. „Das hat uns das Genick gebrochen“, sagte TVN-Coach Klaus-Dieter Erbuth. Trotzdem räumte er ein: „Gewonnen hätten wir das Ding nie, denn dazu war der Gegner zu gut und wir haben zu viele Fehlpässe mit dem stark geharzten Ball produziert.“

Bis zum 15:13 hielt der TV Neheim gut mit, dann zogen die Luciano-Schützlinge auf und davon. 15 der 39 Tore der Hausherren wurden durch direkte Gegenstöße erzielt.

TV Neheim: Baukmann, Grau, Reudenbach; M. Pater (8/6), Hackmann (7), S. Frohne (4), T. Frohne (3), Koch (3), Jasinski (1), Coeppicus-Röttger (1), Caruso (1), Lutter, Bräutigam.

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